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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 22 (1894)

Notizen. 
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rückte sofort mit einer Landspritze aus und betheiligte. sich, nachdem sie auf 
der Brandstelle angekommen, an dem Löschwerk. Um zu dem Herde des Feuers, 
welcher sich zwischen der Verschalung und den Schindeln (sogenannten Spähnen) 
des, Thurmes befand, zu gelangen, mufsten die Feuerwehrleute nahe der Spitze 
ein Loch in den Thurm schlagen und durch diese Oeffnung wurde dann das 
Feuer mittelst einer Handspritze gelöscht. Die Beschädigungen, welche der 
Brand an dem Thurme der alten Dorfkirche verursacht hat, sind nur unerheblich. 
In Parkentin: wurde gleichfalls die dortige Kirche durch Blitzschlag gefährdet. 
Nicht weniger als vier elektrische Entladungen fuhren in den Thurm des Gottes- 
hauses, an welchem z. Z. gebaut wird; drei waren kalte Schläge und zündeten 
nicht, während der vierte ein Brett in Brand setzte, welches dann von dem Sturme 
über das Feld geweht wurde. In Niex endlich sind drei Scheunen durch den 
Blitz entzündet und niedergebrannt. — Am Montag gegen 6 Uhr morgens zuckten 
wieder Blitze am Firmament, es entlud sich in ziemlicher Entfernung von Rostock 
ein Gewitter. ; 
Wischhafen. Als der am Sonnabend herrschende orkanartige Südwest- 
sturm abends gegen 7 Uhr seinen Höhepunkt erreicht hatte, entlud sich ganz 
unerwartet in der Umgegend von Wischhausen ein schweres Gewitter, welches 
über die Elbe ging und sich später ins Holsteinische zog. Das Gewitter muls 
auf holsteinischem Gebiet, unweit Glückstadt, eingeschlagen und gezündet haben, 
da kurz nach einem Blitz- und Donnerschlag hinter Glückstadt eine Feuersäule 
emporloderte, welche anscheinend von einer in Brand gesetzten Bauernscheune 
herkam. Wie gewaltig das Unwetter derzeit, besonders auf der Unterelbe, 
gewüthet hat, geht daraus hervor, daß mehrere Mann der Besatzung eines sich 
gerade unter der heftigen Gewitterböe befindlichen Dampfers, während eines 
Blitz- und Donnerschlages an Deck zu Boden geworfen wurden und einige Se- 
kunden lang betäubt liegen blieben. . 
2. Stürme vom 16. bis 20. November 1893 auf den britischen 
Inseln. Der Besprechung der Stürme zwischen dem 16, und 20. November 1893 
(siehe diese Zeitschrift, Dezember 1893, Seite 498 ff.) mögen noch die folgenden 
ergänzenden Notizen beigefügt werden, welche einem Sitzungsbericht des „Royal 
Meteorological Society“ entnommen sind. !) 
Die mittleren stündlichen Windgeschwindigkeiten, welche sich aus den 
Angaben der Anemometer (unter Anwendung des Faktors 3).ergaben, waren 
folgende: 
Station 
Valencia 
Scilly 
Holyhead 
Orkney 
North Shields 
Yarmouth 
Kew 
Stunden mit Mittl. stündl. 
Größte Windgeschwindigkeit mittl. Geschw. Sn Tagen 
m p.S. Richtung Zeit >20mp. 5. 16/11 10*a bis 
(8 Beauf.) 20/11 91 p 
27 8. 4a 
29%. 18. 2a, 6a 
) 18. 118 
3 £ 17. 9p 
51 N 18. 9a,l10a 10 
281% NEzN 20. 5a 31 
17 NNW 18. 7 0 
* 75 
Auf den Orkneys war die mittlere stündliche Windgeschwindigkeit in fünf 
aufeinander folgenden Stunden (9*p am 17. bis 1"a am 18.) 40m p. S., zu Holy- 
head betrug 21 Stunden lang das Stundenmittel der Windgeschwindigkeit 29m p. 5. 
(10 Beauf.) und vier Stunden lang 38 m p. S. oder mehr. Zu Fleetwood wurde 
ein Windstofs beobachtet von einer Geschwindigkeit von 54 m p. S., eine Wind- 
geschwindigkeit, wie‘ sie an unserer Küste noch nicht wahrgenommen wurde, 
Die größte Windgeschwindigkeit beobachtete ich am 11. Dezember 1891 zu 
1) Soeben geht uns das Januarheft des „Quarterly Journal of the R. Met. Soc.“ zu, welches 
einen Aufsatz von Herm C. Harding über diesen Sturm enthält. Besonders interessant sind darin 
die Angaben über die Plötzlichkeit, mit welcher der Nordsturm am 17. November abends auf den 
Orkneys und Shetlands ausbrach, „nach Art einer Explosion“ oder „wie ein Kanonenschufs“,
	        
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