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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 22 (1894)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1894, 
In einer anderen Hinsicht haben diese Strömungen ein besonderes Interesse. 
Alle grofsen Oceane besitzen grofse Stromwirbel, welche von links nach rechts 
in der nördlichen Halbkugel und von rechts nach links in der südlichen drehen. 
Die äquatorialen Glieder jedes Stromes bewegen sich demnach von Ost nach 
West und würden zusammenhängen, wenn nicht die äquatorialen Gegenströme 
wären, welche sowohl im Atlantischen als im Stillen Ocean die angrenzenden 
Glieder der normalen Wirbel mehr oder weniger vollständig voneinander trennen. Im 
Stillen Ocean zeigt sich die Gegenströmung stets etwas nördlich vom Aequator, 
und ich vermuthe, dafs ihre gröfste Entwickelung im nördlichen Spätsommer sich 
finden wird, zu welcher Zeit eben nördlich vom Aequator im Stillen Ocean ein 
terrestrischer Monsun aufzutreten scheint; wir haben indessen wenig Nachrichten 
über diesen Punkt. Die Gegenströmung im Atlantischen Ocean, gewöhnlich der 
Guinea-Strom genannt, liegt deutlich nördlich vom Aequator und erreicht größere 
Entwickelung in unserm Sommer, gleichzeitig mit dem südwestlichen Bastard- 
monsun dieser Region. Diese Erklärung der äquatorialen Strömungen aus den 
Monsunen in der Nähe des Aequators wird bestätigt durch die Lage der Ströme 
im Indischen Ocean. 
Wenn die Sonne nördlich vom Aequator steht und der Südwestmonsun 
ausgebildet ist, läuft eine starke östliche Strömung längs des nördlichen Randes 
des Oceans; sie ist unregelmäßig wegen der unregelmäfsigen Umrisse der Küste, 
aber als nach Osten gerichtete Strömung in der heißen Zone kann sie als Gegen- 
strömung bezeichnet werden. Südlich des Aequators treibt der normale von 
rechts nach links gerichtete Wirbel sein ewiges Rad. 
Wenn die Sonne südlich vom Aequator steht und der schmale terrestrische 
Monsun von NW in dem Gürtel südlich des Aequators weht, bildet sich unter 
ihm eine Gegenströmung aus, während der nördliche Theil des Oceans von einem 
nach West gerichteten Strome eingenommen wird, der so den Anschein des 
äquatorialen Theiles eines borealen Wirbels erweckt. Die Aehnlichkeit mit 
diesem ist jedoch unvollständig, denn diese westliche Randströmung schliefst 
sich an den äquatorialen Gegenstrom an, und beide bilden so einen in umgekehrter 
Richtung laufenden Wirbel, unabhängig von dem Wirbel der südlichen Halbkugel. 
So weit der Vergleich geht, darf man sagen, dafs in diesem Ocean, wo 
die Monsune auf beiden Seiten des Aequators entwickelt sind, je nach der Jahres- 
zeit die Gegenströmung ebenfalls auf beiden Seiten des Aequators auftritt, dem 
Winde folgend. Der Atlantische und der Stille Ocean weisen das Monsunelement 
nur nördlich voın Aequator auf, und deren Gegenströmungen finden sich nur auf 
der nördlichen Halbkugel, nahe an ihrem Rande. Der Indische Ocean hat ein besser 
entwickeltes Monsunsystem bald auf dieser bald auf jener Seite des Aequators, 
und die Lage seiner Gegenströmungen schwankt gleichfalls zwischen der nördlichen 
and der südlichen Seite der Linie. 
Harvard College, 1. November 1893. 
Jaluit (Marschall-Inseln), Ponapi und Yap (Karolinen). 
Bericht von Kapt. G. PıLTz, Führer des Schiffes „Oscar“. 
Jaluit oder Bonham ist ein Atoll, der aus 55 kleinen Inseln besteht und 
in einem Umkreise von etwa 70 Sm eine Lagune umschliefst, die durch drei Ein- 
fahrten vom Meere aus zugänglich ist. Diese Einfahrten führen die Benennungen 
Südost-, Südwest- und Nordostpassage und können von kleinen Fahrzeugen durch- 
kreuzt werden, was jedoch mit einem Raaschiffe nicht möglich ist. Aus letzterem 
Grunde ist es daher auch nicht rathsam, sich mit einem für die Durchsegelung 
der Passage (Südostpassage) ungünstigen Winde der Insel zu sehr zu nähern. Die 
Lagune, welche bei einer ungefähren Länge von 26 Sm und einer mittleren Breite 
von etwa 10 Sm Tiefen bis zu 46 m (25 Fad.) hat und nur wenige Untiefen in 
m birgt, gewährt dem gröfsten Schiffe Raum zum Ausführen nothwendiger 
Manöver.
	        
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