Knipping: Beaufort’s. Windstärke-Skala in Metermafs,
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oder Voller-Steuern durch ihren Einflufs auf die Fahrt des Schiffes etc. auf die
Anzahl der Umdrehungen einwirken.“ ;
Diese Bemerkung sowohl, als auch die Form der Tabelle, auf volle Zehner und
Hunderter. gegebene vielfach übergreifende Grenzwerthe der Umdrehungen in
einer Minute, nicht Mittel aus den einzelnen Werthen, deuten klar genug an,
daß auf eine scharfe Uebertragung der einzelnen. Grade in Metermalfs, als mit
der Natur des Windes und der Skala unvereinbar, verzichtet wurde.
Wenn dies das Resultat der sorgfältigen, über 18 Monate ausgedehnten
und unter den günstigsten Verhältnissen ausgeführten Untersuchung „beim Winde“
ist, dann können offenbar ähnliche Vergleiche bei Seitenwind, vor dem Winde,
oder gar unter Dampf und an Land noch weniger Anspruch auf grofse Schärfe
machen, da die richtige Schätzung der Beaufort-Grade, auf die es doch in
erster Linie ankommt, in allen genannten Fällen weniger sicher ist als an Bord
„beim Winde“ mit der steten Kontrole der Schätzung vor Augen.
Die obigen Werthe bedürfen keiner Reduktion, denn die Beaufort’sche
Skala gilt, wie die Erklärung ausdrücklich besagt, für das Schiff in Be-
wegung; Fahrt und Abtrift sind in die Schätzung der Windstärke schon ein-
geschlossen, und deshalb dürfen die anemometrischen Messungen auch nicht
reducirt werden. KEBine Reduktion ist nur statthaft und erforderlich, wenn das
Schiff nicht beim Winde segelt; dann sind beide, Schätzung sowohl als Messung,
zu verbessern, der Vergleich dementsprechend weniger sicher.
Die absolute und die relative (während der Fahrt „beim Winde“ gemessene)
Windgeschwindigkeit stimmen bei einer gewissen Windstärke, Fahrt, See und
Abtrift überein, in der Nähe von B 9. Bei niedrigeren Windstärken gewinnt
das Schiff Luv, es kann aufkreuzen, bei höheren treibt es nach Lee, verliert
Grund; in jenem Falle ist die absolute Windgeschwindigkeit kleiner, in diesem
größer als die gemessene. Liegt das Schiff z. B. in hartem Sturm, B 11, vor
Sturmstagsegeln bei, so beträgt der Unterschied bei einer Fahrt von 2 Knoten
(=1mp. 5) und 6 bis 8 Strich Abtrift etwa 0,7 m p. S. Hätte man gleich-
zeitig an Bord 30 m p. S. gemessen, so würde man haben B 11=30 m p. 5.
aber als absolute Geschwindigkeit des Windes 30,7 m p. S. Der Unterschied
kann bei hohen Windstärken vernachlässigt werden, da er kleiner ist als die
Unsicherheit der Anemometer-Angaben, ;
Die Grenzwerthe der „Gazelle“ sind in die Figur eingetragen und je zwei
zusammengehörige durch eine gerade Linie verbunden. Die Werthe für B 5, 7,7
bis 10,5 m, sind beispielsweise bei den Abscissen 4,5 und 5,5 als Ordinaten auf-
getragen, u. s. w. Die letzte Ordinate der „Gazelle“ ist dann 27,6 m für B 10,5.
Um den Vergleich auch auf die Grade B 11 und 12 auszudehnen, nehmen
wir einige Landbeobachtungen zu Hülfe.
In dieser Zeitschrift 1892, Seite 48 bis 51, theilt van Bebber unter
Bemerkenswerthe Stürme“ Schätzungen und Messungen an Stationen der deutschen
Küste während des orkanartigen Sturmes vom 11. Dezember 1891 mit. Die für
je eine volle Stunde geltenden Maxima von 30 m und darüber waren: Borkum
34 m, Wilhelmshaven 30, Hamburg 32 und Wustrow 33 m; das Mittel aus den
vier Werthen ist 32 m. Die zugehörige Küstenstrecke ist in der Luftlinie
200 Sm läng. An den meisten Signalstellen wurde die Windstärke zu B 11
geschätzt.
An derselben Stelle sind auch die stündlichen Maxima der vorhergehenden
17 Jahre angeführt, die des Vergleichs wegen hier folgen mögen. Sie sind für
Borkum 34 m, Wilhelmshaven 31, Hamburg 31, Kiel 31 und Wustrow 31, ge-
hören aber alle zu verschiedenen Stürmen. Das Mittel aus diesen fünf
Werthen ist zufällig auch 32 m.
Der Sturm vom 11, Dezember 1891 hat also mit einer beispiellos gleich-
mäfsigen mittleren stündlichen Geschwindigkeit auf der ganzen 200 Sm langen
Strecke geweht, und ebenso beispiellos dürfte wohl die übereinstimmende
Schätzung B 11 an den meisten Signalstellen sein.
Die a. a. O. ebenfalls mitgetheilten besonderen Messungen zu Hamburg,
dessen einstündiges Maximum ‘dem Mittel aller vier Stationen, 32 m, gleich ist,
bieten eine Gelegenheit, auch die Grenzwerthe für B 11 mit leidlicher Ge-