208 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1916.
waren bis 31. Juli noch keine meteorologischen Tagebücher eingegangen, da-
gegen segelte 1 Schiff von New York nach Suva (Fidji-Inseln), ein anderes von
New York nach Yokohama,
Reisen um Kap Horn und das Kap der Guten Hoffnung werden fast nur noch
von großen Schiffen gemacht, das größte dieser Segelschiffe ist »Potosi« mit
4026 R-T. brutto. Es folgen 11 Schiffe von mehr als 3000 R-T. Größe, 32 zwischen
2000 bis 8000 R-T., 15 zwischen 1500 bis. 2000 R-T. und nur 2, die unter 1500 R-T.
groß sind. Auf Reisen im Atlantischen Ozean führten 2 Schiffe von 247 und
385 R-T. brutto, »Orinoco« und »Vigilant«, sowie 3 Schiffe von 1300 bis 1700 R-T,
das meteorologische Tagebuch. Angaben über die Dauer der Reisen zeigt die
vorstehende tabellarische Zusammenstellung. Ba.
Nebelsignale “.
(Verbessertes System.)
Von P. H. van der Wyk,
Chef des nautischen Dienstes der Königl, Niederländischen Paketfahrt-Maatschappy Weltevreden.
Bereits seit längerer Zeit haben unsere Nautiker sich abgemüht und durch
verschiedene Mittel versucht, die Richtung von Schiffen bei dichtem Nebel besser
zu unterscheiden, während sie dann zugleich mittels einer besonderen Zusammen-
stellung von kurzen und langen Schallsignalen den gesteuerten Kurs dieser
Schiffe festzustellen trachten. Zweifellos würde man so einem idealen Zustand
entgegengehen, und würden die Zusammenstöße von Schiffen bei Nebel dann der
Vergangenheit angehören. ;
Wie vollständig diese Pläne in theoretischer Hinsicht auch waren, so
erwiesen sie sich in der Praxis doch nicht ausführbar, da diese zusammen-
gestellten Signale — besonders bei einer Anwesenheit von mehr als zwei Schiffen
zugleich — sehr leicht verkehrt oder ungenügend würden wahrgenommen werden
und dann Ursache zu Irrtümern geben können, wodurch die Gefahr der Zu-
sammenstöße von Schiffen auf See eher vergrößert als vermindert würde.
Nichtsdestoweniger glaube ich aber doch, diese Aufgabe, wenn nicht gänz-
lich, so doch für einen sehr großen Teil gelöst zu haben durch Anwendung des
folgenden Systems.
Das einzige, was wir bei dichtem Nebel von einem anderen Schiff wissen
müssen, ist die Richtung desselben zu uns selbst und seinen anliegenden
Kompaßkurs. Nun ist aber die Richtung des Schalles einer Dampfpfeife an-
nähernd genau zu bestimmen durch bereits vorhandene »Schallaufnehmer«, be-
stehend aus einem oder zwei Schalltrichtern, woran sich Kautschukschläuche be-
finden mit Hörern, welche auf die gleiche Weise wie bei der drahtlosen Telegraphie
an den Ohren befestigt werden. Von diesen ist wohl das neueste System das
»Locophone«, angeführt im Oktoberheft 1915 der Niederländischen Zeitschrift
»De Zee«, Hat man aber einen solchen Apparat nicht zur Verfügung, dann
sind auch sehr gute Resultate zu erzielen mit einem gewöhnlichen »Mega-
phone«, Ich selbst habe hiermit häufige Versuche angestellt, indem ich das
»Megaphone« mit dem Mundstück gegen das Ohr hielt, und ich konnte dann bis
auf einen Kompaßstrich genau hören, woher der Schall kam.
Es bleibt also nun nur noch übrig, nach Mitteln zu suchen, welche uns
möglichst genau den anliegenden Kompaßkurs eines unsichtbaren Dampfschiffes
angeben, welche Lösung ich durch die folgende höchst einfache Einrichtung ge-
funden habe. .
Um die Dampfpfeife muß ein Schalltrichter angebracht werden, welcher
von der Kommandobrücke aus bewegt werden kann, und zwar so, daß derselbe
\ Übersetzung aus dem Holländischen.