Schoy, C.: Die gegenazimutale mittabstandstreue Karte in konstruktiver u, theoretischer Behandlung. 471
oder, indem wir mit cos @ durchmultiplizieren:
Y=Cos g — 6 + cotg ö «sin g + sing =f(xz,y,9)=0.
Die Differentiation von XI) nach @ gibt
— cos ö-+ sing - sing, = ©,
woraus folgt: ALL
Se P sin,
ar V sin? Po — sin?d___
sin ©
Setzt man diese Werte für sing und cos g in XII) ein, so wird
y-V sin? d.sin? gg, — sin? d. cos? d — $-cos? ö-+- d-sin? g, = 0,
y -sin d + V sin? g, — cos? 6 — d(cos? d— sin? g,) = 0,
y-sind +8 -Vsin?g, — cos? ö = 0. ; 00. XUJD
Wie sich aber sogleich bei der Besprechung des Meridians zeigen wird,
ist XIII) die Gleichung des Meridians, der vom Mittelmeridian um 90° absteht.
Die Gesamtheit aller Parallelkreise berührt folglich die Meridiane
der Länge 4 = -+ 90°.
Noch eine Bemerkung zur Abbildung des Pols: Setzt man in I) vg, = + 90°,
so wird entweder
COS Ö == Sin @, ,
das ist
oder
das ist
= 90°
Of =
90 Ö= —%,
XIV)
= „XV
Nun ist aber d = V<"7y?; mithin gilt für die Abbildung des Nordpols
nach XIV):
. 2
xy? = (90° — 2)? = = — g%) .
und für diejenige des Südpols:
2
xy OO = (ZA),
welch letztere Gleichungen aber Kreise mit den Radien 5 —% und 2 + ©
darstellen. Die Karte läßt auch leicht. erkennen, wie sich Parallelkreise hoher
Breiten mehr und mehr der Kreisfigur nähern und in den »Polkreis« hineinpassen,
3. Gleichung und Diskussion der Meridiankurve.
Die Geradlinigkeit der Meridiane geht in unserem Fall verloren. Wiewohl
die Meridianbilder nur schwach konvex zur Ordinatenachse gekrümmt sind, was
ein Blick auf die Karte bestätigt, so ist doch die allgemeine Gleichung eines
Meridians so verwickelt und unübersichtlich, daß sie den Methoden der Kurven-
geometrie völlig unzugänglich ist. Wir begnügen uns deshalb damit, die Ab-
leitung besagter Gleichung anzudeuten.
Soll dieselbe für alle Breiten von g, = + 90° bis vg, = — 90° gelten, so
muß sie von der Breite g, unabhängig sein. Man erkennt daher sofort, daß die
Meridiangleichung das Resultat der Elimination von g@, aus den beiden Gleichungen
cos $ = Sin g, - Sin @, + COS g, + COS P, + COS A
Y = Ö+cotg 6 - tang @ 6 Sing
* sind cos g,
ist, Da sich aber cos g, in sin g, und tang g@, nur irrational ausdrücken läßt,
so erkennt man weiter, daß die Elimination nicht einfach ist. Wir schreiben die
beiden vorstehenden Gleichungen zunächst so:
050 din ga 100 + cos @, + cos A
cos, = Sin pa lang gı P2
sin ga . _ z-sin6
or cos d + fang F