Wislicenus: Die Küste von Tonkin.
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der. Einfahrt in N 10° W und gut frei von dem hohen Gipfel von Tsieng-mui
halten. Mitten im Pals liegt eine Untiefe von 6 m.
Die Rhede von Fu-tai-mun liegt unmittelbar nordostwärts vom Passe; sie
ist die gröfste der nördlichen Rheden; sie hat einige steinige Gründe, die auf
der Karte bezeichnet sind.
Die‘ Grüne Insel, niedrig über Wasser und einsam liegend, etwa 3 Sm
nordwärts: vom Passe, ferner der sehr eigenartige Gipfel „Der chinesische Hut“
(Chapeauw chinois), der nackte Gipfel Mirmidon (Knirps), der mitten zwischen
dem Gebüsch der Küste liegt, die waldigen Inselchen Mages (Zauberer) und die
felsigen Spitzen des Passes bilden gute Marken zum Peilen. Die Westgrenze
des Ankerplatzes. bildet die Deckpeilung der Südspitze der Insel Tsieng-mui mit
der Nordspitze der Insel Chäteau-Renaud, ;
. Ak-hol, Die Fischplätze sind- nützliche Erkennungsmarken,;, um auf den
Ankerplatz von Fu-tai-mun im Flusse Ak-hoi zu gelangen; aber da die Lage
dieser Plätze öfters verändert wird, so muß man einen Lootsen haben, um mit
dem Boote in der tiefsten Fahrrinne bleiben zu können.
Sehr wünschenswerth wäre die Ausführung einer Betonnung, damit Schiffe
je nach ihrem Tiefgange von der Rhede von Fu-tai-mun aus den nächsten Anker-
platz nach Ak-hoi hin aufsuchen können, und dafs die Boote bis zur Stadt
bequem finden können.
Ak-hoi ist der bevölkertste Punkt des nördlichen Tonkin. Der Fluß ist
weniger reißend und weniger giefsbachartig wie der von Tien-Yen; indessen
beweisen doch die grofsen Kiesel, die im Flufßsbette liegen, wie heftig die Ströme
nach den Regengüssen im Sommer sein können.
Der bequemste Landungsplatz liegt bei den Kalköfen unterhalb der Stadt.
Die Stadt ist hauptsächlich chinesisch; das annamitische Dorf am linken Ufer ist
sehr arm. .
Die Städte Atruong, Amam und Alai liegen 13 und 14 Sm südwestwärts
von Ak-hoi; sie sind sehr elend und bieten keine Hülfsmittel. Wichtiger ist
Dam-hd; die Dschunken besuchen häufig den. Fluß dieser Stadt.
Tsieng-mul-ta0. Wie zwischen Ko-kai-mun und Fu-tai-mun, so läuft auch
längs der hohen und bewaldeten Hügel der Insel Tsieng-mui ein tiefer Kanal.
Seine geringe Breite an einzelnen Stellen, insbesondere bei dem Knopfinselchen
(Hot du Bouton), macht ihn schwer fahrbar, solange er nicht betonnt ist. Man
mufs in geringem Abstande längs der Küste laufen; aber dieser Abstand ist
schwerer innezuhalten als im südwestlichen Kanal von Fu-tai-mun, denn die
Küste ist weniger frei von Gefahren. Am leichtesten ist es für ein Schiff, bei
Niedrigwasser dort hindurchzulaufen; dann liegen die Bänke trocken oder das
gelbe Wasser über den Bänken bezeichnet genau ihre Lage und die Richtung
der Fahrrinne.
Sobald man den Meridian der Insel She-Kang überschritten hat, wird der
Kanal breit und die Küste wird frei von Gefahren; man kann in 1 Kabllg. längs
der Küste laufen,
Der Pafs von Tsieng-mui-tao. Von See aus hebt sich die schwarz und
rothe Palmenklippe (rocher de U Arequier), die 20 m Höhe über dem Wasserspiegel
hat, von der Spitze von Tsieng-mui-tao ab.
Um vom See aus den Kua-Tam-Pafs zu durchlaufen, mufs. man in 1 Kabllg.
Abstand um die Palmenklippe herumgehen, dann nach Backbord drehen, bis der
„chinesische Hut“ nordwärts frei kommt von der Nordküste der Insel Tsieng-
mul. Kann man des Wetters wegen den chinesischen Hut nicht erkennen, so
dreht man nach Backbord weiter um die Palmenklippe herum und läuft längs
der Nordküste der Insel Tsieng-mui in 1 bis 2 Kabllg. Abstand.
Während der Fluth dringt die Dünung ziemlich weit in den Kanal ein;
um stille See. zu finden, mufßs man ziemlich tief in den Paß hineinlaufen.
Ankerplatz. Man kann ankern, nachdem man die Erweiterung des Kanals,
die zum Flusse Mon-Kai führt, passirt hat. ,
Dieser Flufs führt zu dem chinesischen und annamitischen Dorfe Mon-Kai;
dort liegt die Grenze zwischen Tonkin und Kuang-ton; man kann den Flufs nur
mit Lootsenhülfe befahren.