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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 22 (1894)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1894. 
Leiser Zug von SE, Luft dick, zuweilen Staubregen. Mittag. Dünung aus West. 
3 p. Stürmisch von SE, harter beständiger Regen, dann wieder gegen 5" etwas 
Aauer, und Luft oben etwas klarer, die Sonne brach durch, 6*p. Wieder harter 
Regen und harte Böen. 8 bis 12*p. Fortwährend heftige Böen und harter Regen; 
12Pp halsten. - 
5/5. Um 2'hta sprang der Wind in einer schweren Böe von SE 
nach NW, hielten 3*a ab, Schiff stampfte heftig; 4*a setzten Fock, und 4!" a 
setzte der Wind, nachdem er flau geworden war, wieder plötzlich 
mit Stärke 10 von SE ein. Die Segel back, und die See brach hinten, vorne 
und an den Seiten über; Fock und Voruntermarssegel fest; orkanartige Böen mit 
heftigem Regen und Hagel. 8%a. Luvschot von Grofsuntermarssegel fest, orkan- 
artige Böen, sehr hohe See, gebrauchten Oel. Von 8 bis 12* a beständig harter 
Regen, in den Böen Hagel, pyramidenartige See. Um 2'*p flaute es 
plötzlich für kurze Zeit ab, und der Wind lief nach NE; halsten und 
lagen vor Sturmbesan; hohe gewaltige See. 1 bis 2°p. Heftige Böen, Hagel 
und Regen. Die Windstärke nimmt ab, doch die Südostsee nimmt zu. Um 4'/2"p 
klarte es im Zenith ab, Kimm verstopft, 7*p Blitzen in NW, 8 bis 12" p harte 
Böen mit Regen; bis 10*p Blitzen in West; 11 bis 12" p harter Regen, zu- 
weilen zwischen den Böen etwas flauer, gewaltig hohe See. 
6/5. Wind mäfsig, drohende Luft, welche aus SE zieht. Um 3*a wurde 
es plötzlich flau, fast still, und der Wind setzte von SE, Stärke 7, 
ein, welcher dann schnell orkanartig wurde. Bis 7°a wehtie es schwer, 
die Kraft des Windes war so stark, dafs das Schiff mit der Reeling unter Wasser 
lag, trotzdem weiter nichts bei war, als der Sturmbesan. Nach 7*a nahm die 
Stärke etwas ab; zuweilen bricht die Luft; fortwährend heftige Böen mit Regen; 
gewaltig hohe See, beständig Oelbeutel auf Seite. 4"p. Anhaltender Sturm, heftige 
Böen mit Hagel und Regen, gewaltig hohe Wellenberge. 8° p desgl. 12*p. Sehr 
schwere Böen, sonst etwas handiger; See unverändert. 
7/5. 4a. Schwere Böen; stürmisch; schwere hohe See. 6*a, Setzten 
Untermarssegel bei. 8*a. Heftige Böen mit Hagel und Regen, sonst abnehmend; 
lagen vor Untermarssegel und Sturmsegel. Mittag. Harter Sturm, heftige Böen, 
12" p. Setzten mehr Segel. 
8/5. Mittag. Führten alle Segel. 
9/5. Mittag. Frische Böen mit wenig Regen, dann ganz flau; sonst gutes 
Wetter. 
4 
Von diesen ausführlichen Beobachtungen betrachten wir zunächst die 
folgenden, gesperrt gedruckten Bemerkungen des Journals, und versuchen mit 
Hülfe der Windbeobachtungen die Richtung und Bewegung des tiefsten Luft- 
druckes zu schätzen. 
5. Mai. Um 2! a sprang der Wind in einer schweren Böe von 
SE nach NW. Am Nachmittage des 4. Mai bis gegen 2' "a am 5. Mai hatte 
stürmischer SE und Ost geherrscht (s. Hauptfigur), so dafs wir genöthigt sind, bis 
dahin tieferen Luftdruck im Norden des Schiffes anzunehmen, etwa nach T, hin. 
Nach 21/2" a muß dann bei Nordwestwind der tiefere Druck südlich vom Schiff 
gelegen haben, etwa bei T,. Das Umspringen des Windes um volle 16 Strich 
von SE nach NW kann man auf der südlichen Erdhälfte als den Uebergang 
eines rechtsdrehenden Wirbels auffassen, der das Schiff in der Richtung von Nord 
nach Süd überschreitet. 
5, Mai, Um 44a setzte der Wind, nachdem es flau geworden 
war, wieder plötzlich mit Stärke 10 von SE ein. Hier ist der Uebergang der 
Windrichtung genau der entgegengesetzte, es mufs also der niedrigere Luftdruck 
am 5. Mai von 4'/*a an bis 2"p wieder nördlich vom Schiff gelegen haben, 
schliefslich etwa in T,, denn der Wind blieb SE bezw. Ost bis 2" p. 
Der einzige wesentliche Unterschied beim Vorübergange dieses Wirbels 
bestand darin, dafs im zweiten Fall der Wind vorher abflaute, im ersten Fall 
dagegen nicht. Der erste Wirbel, so würde man sich bei einem tropischen Orkan 
ausdrücken, zeigte keine me(sbare centrale Windstille, der zweite Wirbel wohl. 
5. Mai. Um 2'/*p flaute es plötzlich für kurze Zeit ab, und der 
Wind lief nach NE. Ein so auffallendes Abflauen und gleichzeitiges Umlaufen 
des Windes im Sturm, wie hier, deutet — falls der Sturm nachher wieder los-
	        
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