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Wislicenus: Die Küste von Tonkin.
tiefste, er ist auch schon am längsten bekannt; zum ersten Male wurde er
1877 vom „Bourayne“ durchlanfen, dann 1878 bis 1879 von den Officieren des
„Ducouedic“ erforscht und vermessen.
Wenn man die Pässe von Fai-tsi-long noch nie besucht hat, so wähle man
mit einem Schiffe grofsen Tiefganges den Henriette-Pafs. Die beiden anderen
Pässe sind schmäler und weniger gerade; will man sie benutzen, so muß man
auf die Tide achten, denn die Volta-Pafsschwelle sowie die Gründe vor dem
Arche-Passe haben nur 6,5 m Tiefe bei Niedrigwasser. Schliefslich hat der Arche-
Pal auch eine besonders schwierige Krümmung, die mit einem grofsen Schiffe
schwer zu passiren ist, wenn das Auge noch nicht an die Klippen der Fai-tsi-long
und ihre Zwischenräume gewöhnt ist.
Allerdings bietet die Bucht von Lan-ha und die „tiefe Einfahrt“ (V’Entrde
Profonde)den Vortheil, dafs sie leichter aufzufinden sind als die Einfahrt in den
Henriette-Paß, Infolge der Trichterform der Bucht von Lan-ha findet das Schiff
ganz bequem hinein, weil die Klippen an den Seiten sich allmählich näbern,
Diese drei Fahrstrafsen für die Bucht von Halong bieten keine Schwierigkeiten
mehr, wenn man sie zwei- oder dreimal benutzt hat; man wählt sich dann die
eine oder die andere aus, je nach der Tide und den Strömungen oder je nach dem
Ankerplatz, den man in der Bucht von Halong aufsuchen will oder nach dem
Schwojen der verankerten Schiffe etc. Alle drei Wege werden gleich häufig
besucht.
Die Bucht von Lan-ha. Die Bucht von Lan-ha, die unmittelbar ost-
wärts von der grofsen Insel von Kak-Ba liegt, bildet einen grofsen Trichter, der
in die „tiefe Einfahrt“ (Entree Profonde) mündet; die Klippe la Selle (Sattel)
beim südlichen Theile der Insel Union zeigt im Norden eine hohe Spitze von
eigenartiger Form.
Die einzige Gefahr!) in der ganzen Bucht ist das Riff Su-li-pai, das an
der Westseite der Einfahrt liegt und bei halber Tide trocken fällt; die Klippen
Quille und Oreilles, verdeckt von einigen (auf der Karte mit M bezeichneten)
Klippen, bezeichnen die Lage dieses Riffes. Läfßt man die Oreilles nordwärts
oder die Quille südwärts von den Klippen (M) freikommen, so passirt man nord-
wärts oder südwärts vom Riff. Um in die Bucht einzulaufen, genügt es, in
einer bestimmten Peilung eine der als Landmarken angegebenen Klippen, z. B.
Fausse Quille oder eine der Norway-Inseln achteraus zu halten.
Die Ostküste der Bucht bildet eine lange hohe Mauer, die fast ununter-
brochen ist. Die Westküste ist sehr unregelmäfsig in der Form und wird von
Inseln begrenzt, die schlecht voneinander zu unterscheiden sind; nur das Inselchen
Cornu und die Insel der Mitte (le du Milieu) sind deutlich zu erkennen.
Die Westküste bietet infolge ihrer tiefen Einschnitte viele Ankerplätze.
Die „Anker“-Rhede (Mouzllage de U’ Ancre). Dieser Ankerplatz ist, ebenso
wie der von Kak-Ba, nur bei gutem Wetter zu benutzen; er ist geschützt gegen
nördliche und westliche Winde. Schiffe, die das Steigen des Wassers auf der
Barre des Kua Kam erwarten, können ibn benutzen, oder Kriegsschiffe, die die
Zugänge der Fai-tsi-long bewachen.
In den beiden Pässen, die auf diesen Ankerplatz führen, findet man je eine
blinde Klippe, die leicht zu vermeiden sind, wenn man in jedem der Pässe beim
Einlaufen sich dicht an der Steuerbordinsel hält.
Die Bucht Parseval. An den nordwestlichen Theil der Bucht von Lan-ha
schliefst sich die Bucht Parseval an; sie hat eine mittlere Breite von 1'/2 Kabllg.
and kann einem kleinen Schiffe vorzüglichen* Schutz im Taifun geben. Diese
Bucht und der Hafen Bayard sind die merkwürdigsten Häfen der Fai - tsi - long.
1) Beim FEinlaufen in die Halong-Bucht hat kürzlich das französische Kriegsschiff „Nive“ auf
eine Klippe gestofsen, als es sich in dem tiefen Fahrwasser bei den kleinen Inseln westwärts vom
Sattelberg auf der Union-Insel befand.
Diese kleine Klippe liegt westwärts von der Insel Union, etwa 3/4 Kablilg. rw. S 73° W von der
kleinen südwestlichen In el, die sich westwärts vom Sattelberge befindet. Auf der Klippe ist die
geringste Wassertiefe 3 m, westwärts davon sind 13,7 m und ostwärts ist anreiner Grund gefunden
worden.
Beim Seewärtsgehen durch dieses Fahrwasser wurde bei den oben erwähnten Inseln in einer
Ausdehnung von etwa 1 Kabllg. Wirbelströmung gesehen.