546
25. Juli bis 2. August keinen niedrigeren Stand als 770,0mm und einen höchsten
von 775,8mm. Am 10. August gelangte „Joseph Haydn“ in 37° S-Br zum
Meridian von 80° Ost. Es waren 23 Tage verflossen, seit man östliche Länge
erreicht hatte.
Fast genau zur selben Zeit mit dieser Bark überschritt in 39,6° S-Br die
eiserne oldenburger Bark „Oberon“, welche den Meridian von Greenwich in
40,7° S-Br am 23. Juli verlassen und als höchste Breite 42,5° S-Br in 48° O-Lg
am 3, August berührt hatte, die Länge von 80° Ost.
Oestlich von 80° O-Lg traf „Joseph Haydn“ zunächst recht günstige
Verhältnisse. Frische Westwinde führten die Bark in rascher Fahrt nach
33° S-Br in 96° O-Lg. Nachdem man diesen Punkt überschritten hatte, traten
für längere Zeit umlaufende nördliche und westliche Winde auf, die meistens
nur geringe Stärke besafsen, und schliefslich setzte unweit 28,5° S-Br in
104,3° O-Lg der SE-Passat ein. Der beim Durchkommen desselben 765, 4mm
betragende Luftdruck stieg am nächsten Tage unweit 24° S-Br auf 768,3 mm.
Der nördlich von 19° S-Br am kräftigsten auftretende SE-Passat begleitete das
Schiff ganz bis in Sicht der Java-Küste. Am 28. August befand „Joseph Haydn“
sich in der Nähe von Java Head, Man hatte 30° S-Br in 102,8° O-Lg am
18, August, 20° S-Br in 104,9° O-Lg am 24. August und 10° S-Br in 104,7° O-Lg
am 27. August überschritten. Zur Zurücklegung der Reise von 50° N-Br zur
Sunda-Stralse waren 99 Tage erforderlich gewesen. Am 8. September ankerte
„Joseph Haydn“ auf der Rhede von Singapore.
Nach Entlöschung der Kohlenladung ging die Bark am 21. September
von Singapore aus wieder in See, um nach Manila zu versegeln. Der Anfang
dieser Reise verlief bei mäfsigem SW-Monsun in günstiger Weise. Nördlich
von 10,5° N-Br in 111,5° O-Lg zeigte sich dieser Wind aber ganz gestört.
Höchst veränderliche nordwestliche und südösiliche Mallung herrschte dort
ununterbrochen, und mufste man bei diesen Verhältnissen den übrigen Theil
der Reise zurücklegen. Nachdem 5° N-Br in 106,2° O-Lg am 23, September
ınd 10° N-Br in 111,1° O-Lg überschritten worden war, endete die Reise mit
der am 10. Oktober erfolgten Ankunft des Schiffes in Manila. Die Reisedauer
betrug 19 Tage.
In Manila wurde „Joseph Haydn“ mit 1198 Tonnen Zucker beladen, und
trat das Schiff am 21. Oktober eine weitere Reise nach San Francisco an. In Lee
der Insel Luzon wurde leichte östliche Mallung: angetroffen, die anhielt, bis die
Breite des Kap Bojeador erreicht worden war. Dort traf man den NE-Monsun,
and zwar in solch grofser Stärke, dafs das Schiff nach Westen vertrieben
wurde. Am 26. Oktober setzte dieser stürmische Wind ein, am 27. nahm der-
selbe noch an Stärke zu, gleichzeitig begann auch der Luftdruck abzunehmen, und
am 28. und 29. Oktober wehte ein heftiger Teifun. Um 8 a, m. des 28. Oktober
beobachtete der unweit 18,7° N-Br in 118,3° O-Lg stehende „Joseph Haydn“
bei Wind aus NE (10) noch einen Luftdruck von 755,6 mm, um 8% p. m. betrug
derselbe bei Wind aus NNW (11) 751,5 mm, und um 1* a. m. des 29. Oktober
erreichte derselbe, als der Wind West (11) war, mit 747,3mm seinen niedrigsten
Stand. Nach dieser letzteren Zeit nahm die Stärke des mehr und mehr nach
links drehenden Windes rasch ab, das Barometer begann zu steigen, und um
12 a. m. des 29. beobachtete man in 18,9° N-Br und 118,1° O-Lg bei Wind
aus SE (6) einen Luftdruck von 756,4 mm. Gewitter und strömender Regen
begleiteten den Teifun, und die See lief in einer ganz aufserordentlich hohen
and unregelmäfsigen Weise. Der vor einer im Besanwant ausgebreiteten
Presenning beiliegenden Bark wurden fast alle Verschanzungen zerschlagen,
auch gingen viele andere Sachen verloren. Am Tage nach dem Teifun herrschten
leichte nördliche und nordwestliche Winde; am 31. Oktober kam aber wieder
der kräftige NE-Monsun durch, gegen den nur sehr langsam Fortgang gemacht
werden konnte. Am 30. Oktober stand das Schiff in 19,1° N-Br und 122,4° O-Lg,
and am 17. November befand man sich in 23,5° N-Br und 122,4° O-Lg noch
in Sicht von Formosa, In 19 Tagen hatte das Schiff nur 345 Sm zurückgelegt.
Nach dem letztgenannten Tage traten etwas günstigere Verhältnisse auf. Der
Wind wurde schwächer, und besonders machte sich nun durch den Kurosiwo
pewirkte nordöstliche Strömung bemerkbar.