Wislicenus: Die Küste von Annam.
man darf der kleinen niedrigen Insel, die nordwärts davon liegt, nicht zu nahe
kommen. ;
Segelanweisung. Schiffe, die den Weg längs der Küste wählen; um
während des Südwestmonsuns im Juni, Juli und August nach China zu laufen,
thun gut, die annamitische Küste nicht eher zu verlassen, als bis sie Pulo
Kanton gesehen haben; besonders gilt dies für den Fall, dafs sie sehr schwache
und. veränderliche Winde haben, In diesem Falle ist es gut, nordwärts zu steuern,
um den Südtheil der Insel Hainan anzulaufen, damit man nicht durch einen der
Nordweststürme, die man in den Monaten Juni und Juli vor dem Golfe von
Tonkin antreffen kann, auf die Nordwestkante der Paracels versetzt wird. 8
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Die Bucht von Kikuik. Die Bucht von Kikuik oder von Vung .Kwit
liegt 18 Sm in WzN von Pulo Kanton und 1'/a Sm westwärts vom Kap Bantam
am Fufse der hohen Gebirge, die sich erst westwärts, dann nordwärts und süd-
wärts ziehen; ihr höchster Gipfel ist 11830 m hoch. Die Bucht ist 7 Sm breit
und 3 Sm tief. Die Lothungen, die am KEingange der Bucht 16 bis 21 m
betragen, nehmen nach dem Strande zu allmählich ab; in 3 Kabllg. Abstand vom
Lande findet man 5m Tiefe. Einige kleine einzelne Inseln liegen an der Ost-
seite der Bucht vor der „inneren Spitze“ (nointe interieure); dies ist eine lange
schmale und bergige Halbinsel, die nordwestwärts hinausragt und den Ankerplatz
gegen den Nordostmonsun schützt.
Der Flufßs ThE khan mündet an der Ostseite der Bucht; er scheint bei
geiner Mündung, die durch mehrere Inselchen bezeichnet wird, nur geringe
Tiefen zu haben. en
An der Westküste der Bucht sieht man das Dorf Bai-ran, das am Fuflse
eines Hügels erbaut ist; nordwärts vom Dorfe liegt ein Inselchen, das ‚als
Observationsort gedient hat.
Ankerplatz. Während des Südwestmonsuns ist der Ankerplatz im südöst-
lichen Theile der Bucht sehr gut. Mit einem grofsen Schiffe ankert man : auf
15 bis 16 m Tiefe südwestwärts von der „inneren Spitze“; ein kleines Schiff
kann etwas weiter in die Bucht hineinlaufen, ungefähr auf 6 bis 7 m, und findet
dort ; vollständigen Schutz. Dieser Ankerplatz ist während des Nordostmonsuns
der am wenigsten ungünstige an diesem "heile der Küste; wenn man ihn auf-
suchen will, genügt es, in gutem Abstande um die „innere Spitze“. herumzugehen,
um die Klippen zu vermeiden, die um die Spitze herum liegen und die. alle über
Wasser sichtbar sind. .
Während des Südwestmonsuns kann man auch ostwärts vom Dorfe Bai-ran
ankern; man findet guten Ankergrund, 10 m Tiefe, Sand, in %/4 Sm Abstand vom
Strande, gegenüber dem Frischwasserplatze.
. Frischwasser. Man kann Wasser nehmen auf diesem Ankerplatze, sowohl
aus den Bächen, die in der Bucht münden, als auch aus dem Wasserplatze, der
am Fulse des Berges nordwärts vom Dorfe Bai-ran liegt; aber an dieser Stelle
ist die Küste steil] und hat Steingrund an ihrem Rande.
Die Bucht Hapoix. Am Nordwestende der Bucht von Kikuik. und unter
dem Kap Hapoix liegt eine andere kleine Bucht, die Horsburgh während. des
Nordostmonsuns empfiehlt; aber sie hat zu wenig Wassertiefe: im. südlichen
Theile hat sie nicht mehr als 4,5 m Tiefe, und der ganze Nordtheil der Bucht
wird von einer Klippenkette eingefalst, die die Einfahrt gefährlich macht. Im
südlichen Theile der Bucht und westwärts von einer. hohen Spitze mündet der
Fluß Hapoix oder Anhoa, der breit, aber nicht tief zu sein scheint. Das Dorf
Phu-Ksuan liegt an der Mündung dieses Flusses, der mit dem Flusse Fai-fo in
Verbindung steht.
Die Spitze Hapoix ist das Ende einer kleinen Halbinsel, die mit dem
Lande durch eine sehr niedrige Landenge verbunden jst; sie ist auf °/4 Sm Aus-
dehnung nach Westen hin mit Gefahren besetzt. Die Mündung des Flusses Fai-fo
oder Kua doi liegt 28 Sm nordwestwärts von der Spitze Hapoix; dazwischen
ist die Küste niedrig. Noch 14 Sm in derselben Richtung weiter bis zur
Halbinsel Tien-Sha bleibt die Küste niedrig, aber man sieht im Inneren mehrere
Ketten hoher Gebirge.