Aus dem nenesten Segelhandbuch für Atjeh (Atshin), Nord-Sumatra, 439
während im März, wo man östliche Winde erwarten sollte, im Gegentheil West-
winde die Ueberhand haben.
Durch die Richtung der Küste und der Berge wird der Wind zu einer
Richtung längs der Küste gezwungen, so dal viele Nordwest- und Südwestwinde
herrschen. Diese Erscheinung tritt stärker hervor an dem südlichen als an dem
nördlichen Theil der Westküste von Atjeh.
Land- und Seewind sind an dem südlichen Theil, wo hier und da Flachland
von einiger Ausdehnung vor den Bergen liegt, merklicher als an dem nördlichen
Theil, wo beinahe überall die Berge sehr nahe bei der Küste liegen.
Im Allgemeinen hat man oft Stille und flaue umlaufende Winde, doch ist
der Seewind gewöhnlich weniger schwach, obschon von kürzerer Dauer als der
Landwind.
Atjeh-Vorsprung bis Trong. Der Nordostmonsun tritt weniger stark
hervor als der Südwestmonsun. Wenn der Nordostmonsun gut durchsteht, weht
es des Morgens gewöhnlich mit leisem Zug aus Süd und bisweilen westlich von
Süd. Vormittags hat man Stille, und nachmittags ist eine flaue Seebriese da,
Ein bis zwei Stunden nach Sonnenuntergang kommt der Landwind durch, nörd-
lich von Ost, weht während der Nacht stetig aus dieser Richtung und dreht in
den Morgenstunden nach Süden.
Während des November, der als Kentermonat angesehen werden kann,
hat man tags meist Winde aus Strichen zwischen Süd und Ost, und der Land-
wind kommt aus dem Osten. Im Dezember bekommt man schon mehr Nordost-
winde tagsüber. Die Hauptrichtung des Landwindes ist aber wie im vorher-
gehenden Monat östlich. Januar und Dezember sind die wahren Monsunmonate,
sowohl tags als nachts haben Nordostwinde die Oberhand. Hieraus darf man
aber doch nicht folgern, dafs auf frisch durchstehende Kühlten gerechnet werden
kann. Diese gehören an der Westküste von Atjeh trotzdem zu den Seltenheiten.
Im März flaut der Monsun ab.‘ Der Seewind kommt schon in einer be-
trächtlichen Anzahl von Fällen aus südwestlicher und der Landwind kommt
vielfach aus südöstlicher Richtung. April ist wieder ein Kentermonat. Wohl
weht der Seewind oft aus dem Osten, aber noch häufiger kommt er aus Strichen
zwischen NE und SW, während der Landwind zwischen Richtungen aus NE und
Ost schwankt.
Im Mai steht der Südwestmonsun schon durch. Während dieses Monsuns
sind Südwest- und Südwinde vorherrschend. Land- und Seewind treten selten
deutlich hervor, aber der Einfluß des Landes macht sich doch durch Südost-
und Nordostwinde während der Nacht bemerkbar, Juni ist ganz besonders der
Südwestmonsun-Monat. Der Südwestwind bleibt nun sogar oft während der
Nacht stehen.
Im Juli, August und September haben südliche Winde die Oberhand. Der
Landwind schwankt zwischen NE, SE und Süd. Im Oktober nehmen die Süd-
winde ab, und man hat beinahe ebensoviel Aussicht auf Nordwest- und Südwest-
winde, während nachts Ostnordost- und Ostwinde herrschen.
Böiges Wetter kommt am meisten im Südwestmonsun vor. Die meisten
und heftigsten Böen kommen aus nordwestlicher Richtung, doch kommen sie auch
oft aus SW oder Süd. Sie halten gewöhnlich nur kurze Zeit an und fallen selten
mit gröfserer Kraft ein als mit Marssegelkühlte. Nachts kommen die Böen
viel von der Landseite.
Im Norden der Amboina-Bai kommen im Nordostmonsun viele Windstöße
vor als Folge des kräftigen Durchstehens dieses Monsuns au der Nordküste
von Atjeb.
Trong bis Singkel, Diese Küste liegt (in ganz besonderem Grade) in
einem Gebiet von stillen und schwachen veränderlichen Winden. Aus den Mit-
theilungen des meteorologischen Observatoriums zu Batavia geht hervor, dafs
von allen Küsten des Niederländisch-Indischen Archipels hier die meisten Stillen
angetroffen werden. Einigermafßen kräftiger Wind ist nur bei Böen zu erwarten.
Der Einfluß des Nordost- und Südwestmonsuns macht sich darin geltend,
dafs tagsüber in den Monaten November bis März viel West, und von März bis
November viel Ost in der Windrichtung auftritt. Nachts wird, Januar und
Februar ausgenommen, beinahe immer Nord in der Windrichtung gefunden.
Während der Monate November, Dezember und Januar sind die Winde bei Tage