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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 22 (1894)

438 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1894. 
Die ersten, die sogenannten Nordwester, sind zahlreicher auf dem westlichen als 
auf dem östlichen Theile der Nordküste. Sie fallen gewöhnlich plötzlich und 
heftig ein und haben meist nur eine kurze Dauer. Bisweilen gehen sie auch wohl 
in einen durchstehenden Wind über, der ein paar KEtmale anhält. 
Die Südwester oder Sumatra-Böen sind häufiger auf dem östlichen als auf 
dem westlichen Theil der Nordküste von Atjeh. Sie fallen oft zugleich mit dem 
Durchkommen des Landwindes ein und treten besonders von nach Sonnenunter- 
gang bis Mitternacht auf. Ihre Annäherung ist an einem scharfen dunkelen 
Wolkenrand zu erkennen, der durch seine geringe Höhe den täuschenden KEin- 
druck macht, als wäre er noch weit entfernt, während wenige Minuten später die 
Böe mit plötzlicher Gewalt losbricht. Die Dauer dieses ersten Windstofses ist 
meist kurz, danach kommen Regengüsse und Gewitter, und während derselben 
Nacht ist eine ebenso starke Wiederholung selten zu fürchten. 
Ostküste. Diese Küste liegt an der südlichen Grenze des Gebietes des 
Nordost- und Südwestmonsuns. Der Aufbau des Landes von Sumatra bewirkt es, 
dafs hier die Art der Monsune ganz verändert ist. Schon an der Nordküste von 
Atjeh befinden sich ziemlich breite Ebenen an der Küste, aber bei Telok-Semawee 
fangen die hohen Bergrücken an, sich beträchtlich von der Küste zu entfernen. 
Die breite Alluvial-Ebene, die vor dem hohen Lande liegt, befördert aufser- 
drdentlich das regelmäßige Wehen von Land- und Seewind. In Wirklichkeit ist 
denn auch die Hauptrichtung des Windes das ganze Jahr hindurch von der 
Diamant-Spitze bis zum Deli-Flufs bei Tage NE und nachts SW. Indessen ist 
der Einfluls des Nordostmonsuns nicht zu verkennen, da die Nordostwinde in 
den Monaten Januar, Februar und März häufiger durchstehen als in den anderen 
Monaten. 
Während des Nordostmonsuns kommt bei Tage der Wind aus NE, Ost 
und SE und bei Nacht zwischen SE und West. Im Dezember, März und April 
kommen aber auch viele Nordwestwinde vor. Im März und April sind sie sogar 
vorherrschend. Nachts treten häufig Nordwestwinde auf im Februar und März, 
bleiben aber noch gering an Zahl im Verhältnifs zu den Südwest- und West- 
winden, 
Während des Südwestmonsuns hat man tagsüber Nordost-, Ost- und Süd- 
ostwinde und nachts Süd- und Südwestwinde. Der Landwind hat im Mai und 
Juni eine Neigung nach West und im November nach SE. 
Durchstehende Nordwest- und Südostwinde werden das ganze Jahr hin- 
durch zu unbestimmten Zeiten beobachtet. Sie sind gewöhnlich mit schönem 
Wetter gepaart und halten bisweilen einige Etmale an. 
Noch mehr als an der Nordküste kommen hier die sogenannten Sumatra- 
Böen vor. Sie zeigen sich auf die bereits vorher mitgetheilte Weise an. 
Nordwester sind an der Ostküste von Alijeh viel seltener als an der 
Nordküste. Um den Oktober herum kommt es oft vor, dafs harte und lang- 
andauernde Nordwestböen unaufhörlich oder in kurzen Zwischenpausen ein- 
ander folgen. 
Westküste. Längs der ganzen Küste ist der Einflußs der Monsune 
bemerkbar, aber es besteht ein grofser Unterschied in der Weise, wie sie an 
dem nördlichen und dem südlichen Theile der Westküste auftreten, wodurch es 
nöthig wird, die herrschenden Winde zwischen dem Atjeh-Vorsprung und Trong 
(eüdlich von Melaboe) und die zwischen Trong und Singkel getrennt zu be- 
trachten. 
An dem erstgenannten Theile kann man die Monsune doch deutlich unter- 
scheiden. Der Nordostmonsun herrscht vor in den Monaten Dezember bis März, 
diesen Monat eingeschlossen, der Südwestmonsun in den Monaten Mai bis Oktober, 
Oktober eingeschlossen. 
Dagegen besitzt der Theil zwischen Trong und Singkel alle Kennzeichen 
der Lage an der südlichen Grenze des Monsungebietes nahe beim Stillengürtel; 
während in einzelnen Monaten der an der Südwestküste vou Sumatra herrschende 
Nordwest- und Südwestmonsun unzweifelhaft von Einfluß auf die Windrichtung 
ist, Aus diesem Einfluß ist es zu erklären, dafs man im August, wenn beim 
Atjeh-Vorsprung der volle Südwestmonsun herrscht, zwischen Trong und Singkel 
viel östliche Winde antrifft (tags 25,9 0/9 Ost- und nachts 29,8 % Nordostwind),
	        
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