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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 22 (1894)

Aus dem neuesten Segelhandbuch für Atjeh (Atshin), Nord-Sumatra. 437 
Von besonderen Witterungserscheinungen sind die an der Nord- und Ost- 
küste vorkommenden Wasserhosen bemerkenswerth. 
Die Küsten von Atjeh zeichnen sich durch viel Regen aus. Die Zeit- 
abschnitte mit mehr oder weniger Regenfall stehen aber nur in sehr losem 
Zusammenhang mit dem herrschenden Monsun und wechseln je nach der Oert- 
lichkeit. 
An der Westküste von Atjeh bringt der Südwestmonsun viel hohe See 
und Dünung, und der Zustand der See ist im Nordostmonsun günstiger. An der 
Nord- und Ostküste findet in der Hauptsache das Umgekehrte statt. 
Die grofsen örtlichen Unterschiede im Wetter etc. führen dahin, .es für 
die verschiedenen Küsten getrennt zu behandeln, 
Inseln im Norden.von Atjeh. Bei den Inseln Beras und Weh, nörd- 
lich und westlich davon, sind die Perioden der herrschenden Monsune ziemlich 
scharf begrenzt, obwohl die Zeit ihres Einsetzens, gerade so wie an der Küste 
von Atjeh, beträchtlich schwanken kann. 
Der Nordostmonsun herrscht in den Monaten Dezember, Januar, Februar 
und März, der Südwestmonsun in den Monaten Mai, Juni, Juli, August, September 
und Oktober. Die Monate April und November sind als Monate des Kenterns 
zw beirachten. Während des erstgenannten Monsuns weht es am meisten aus 
Ost und NE, am kräftigsten in den Monaten Januar und Februar. Nachts dreht 
sich der Wind von Zeit zu Zeit nach SE. In diesen Monaten hat der Wind 
bisweilen die Stärke einer dichtgerefften Marssegelkühlte. Im April nehmen die 
Ost- und Nordostwinde ab, und der Wind läuft mehr nach SW. 
Während des Südwestmonsuns ist der Wind meistens SW. Dieser Monsun 
ist schwerer als der Nordostmonsun und ist am kräftigsten in den Monaten Juli, 
August, September und Oktober. Im November nehmen die Südwestwinde ab 
und die Ostwinde zu. 
Land- und Seebriese haben auf der Höhe von Beras bereits den größten 
Theil ihrer Kraft verloren. Ihr Einflufs ist trotzdem noch daran zu erkennen, 
dafs nachts im Nordostmonsun der Wind von Zeit zu Zeit südöstlich läuft. 
In der Ceder- und Suratte-Passage kann man nicht auf die Monsunwinde 
rechnen. Das hohe Land zw beiden Seiten dieser Durchfahrten verursacht un- 
beständige veränderliche Winde und langanhaltende Stillen. 
Fallwinde und Böen in den Baien der Inseln Beras und Weh sollen an 
ihrem Ort besprochen werden. 
Nordküste. Die Herrschaft des Nordostmonsuns kann von November bis 
April gerechnet werden, der Südwestmonsun von April bis November. Die 
Monsune setzen zu ungewissen Zeiten ein. In dem Mafse wie man östlicher 
kommt, verändert sich die Art der Monsune und beginnen Land- und Seewinde 
mehr Bedeutung zu erlangen. Die. Windrichtungen werden unsicherer. Steht 
der Nordostmonsun gut durch, so weht es tagsüber aus NE oder Ost ungefähr 
von 10 Uhr vormittags bis 4 Uhr nachmittags, und der Wind ist besonders in 
den letzten Stunden kräftig; danach wird es flauer und gegen Sonnenuntergang 
gewöhnlich still. Ungefähr um 8 Uhr abends kommt der Landwind flau durch, 
nimmt während der Nacht zu, um morgens wieder Stille Platz zu machen. Im 
April kommen Nordost- und Östwinde weniger vor und die Südwest- und West- 
kb nehmen zu, wovon die ersten in den folgenden Monaten die vorherrschen- 
en sind. 
Im Südwestmonsun stehen die Südwestwinde zwischen dem Atjeh-Vor- 
sprung und Batoe-Pedir oft Tag und Nacht ununterbrochen durch, während östlich 
von Batoe-Pedir bis zur Diamant-Spitze diese Winde weniger vorkommen. Nachts 
läuft der Wind westlich von Batoe-Pedir oft nach Süden, östlich davon nach SW 
bis SE. Im November kommen nur wenige Südwestwinde vor, md ‚der Wind 
läuft nach NE bis SE. Auch in diesem Monsun ist es vormittags sehr oft flau. 
Je weiter man sich östlich von der Pedro-Spitze befindet, in um so 
gröfserem Abstand von der Küste ist der Landwind bemerkbar. 
Der Südwestmonsun zeichnet sich durch böiges, unbeständiges Wetter aus. 
Die Böen kommen hauptsächlich aus nordwestlicher oder südwestlicher Richtung. 
Winde.
	        
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