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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1894.
brachten während dieser Tage wesentlich nur der 22, und 23. an der Ostsee. Am
25. (östliche Ostsee 26.) zeigte die Morgentemperatur meist eine starke Zunahme,
dann wieder eine Abnahme bis zum 29. und schliefslich abermals ein Steigen;
am 13. bis 24, 28., 29. und 31. lagen die Morgentemperaturen fast durchweg
unter, nur am 26. überall über der Normale.
Nördlich der Küste schritten während dieser letzten Monatshälfte mehrfach
tiefe Minima vorüber, von stürmischen Winden begleitet. Zunächst wanderte das
vorhin erwähnte Minimum am 13. bis 16. von Skandinavien südostwärts nach
Polen und rief, von starkem Steigen des Druckes auf seiner Rückseite gefolgt,
stürmische nordöstliche Winde am 15. an der Nordsee, am 16. an der Ostsee
hervor: hier wehten noch am 17. und 18. vielfach stürmische östliche Winde
unter dem Einfluß eines auf ähnlicher Bahn wandernden Theilminimums. Kin
zunächst von sehr umfangreichem Depressionsgebiet umgebenes Minimum Schritt
am 20. bis 22. vom Kanal durch die südliche Nordsee nordostwärts nach dem
Finnischen Busen und rief an der ganzen Küste am 20. bis 22. stürmische Winde,
Stärke 8, seltener 9, hervor, die zunächst aus Ost, am 21. au der Nordsee aus
SW-—- West, am 22. aus SW—NW wehten. Der stärkste Sturm des Monats trat
im Gefolge eines tiefen Minimums (unter 730 mm) auf, das am 24, bis 26. von
Irland über Schottland nach dem Bottnischen Busen schritt und am 24. vereinzelt an
den westlichen Küstentheilen stürmische südöstliche Winde, Stärke 8, am 25. bis zur
mittleren Ostsee hin vereinzelt stürmischen SW -- West, Stärke 8, und am 26. an
der ganzen Küste stürmische Winde aus westlichen Richtungen, Stärke 8 bis 10
(Brüsterort bis 12), hervorrief und, wie angegeben wurde, auch von Gewittern
begleitet war. Endlich traten wieder am 31. stürmische Winde aus NNW—HESE,
Stärke 8 bis 9 (Brüsterort 10), an der mittleren und östlichen Ostsee auf, auf
der West- und Nordseite eines Minimums, welches von der Nordsee über die
südliche Ostsee nach Polen gewandert war.
Eine seltene Vertheilung des Luftdruckes zeigte die Morgenkarte vom
31. Oktober, indem ein ringförmiges Gebiet 765 mm übersteigenden Druckes sich
vom Schwarzen Meer über Finnland, Mittel-Skandinavien, östliche Nordsee und
die Alpen nach Süd-Italien erstreckte, und das Depressionsgebiet des zuletzt
genannten, von der Danziger Bucht nach Polen hin gelagerten Minimums fast
allseitig umfafßste.
Frost trat nur an der Ostsee auf, wo auch ganz vereinzelt Schnee beob-
achtet wurde; nur Memel hatte am 30. einen ergiebigen Schneefall.
In den Monatsmitteln lagen die Temperatur und die registrirte Wind-
geschwindigkeit unter den normalen Werthen, der Luftdruck im Westen etwas
darüber und ostwärts abnehmend, im Osten unter der Normale; die Niederschlags-
mengen des Oktober zeigten ungleichartige und vielfach erhebliche Abweichungen
gegen die vieljährigen Werthe.
Da östliche und westliche Windrichtungen im Oktober miteinander ab-
wechselten, so waren die beobachteten Windrichtungen in diesem Monat ziemlich
gleichmäßig vertheilt, wenn auch die östlichen Richtungen mehrfach etwas
häufiger auftraten.
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