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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 22 (1894)

426 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1894, 
meine damaligen Arbeiten die specifischen Volumina für destillirtes Wasser nach 
Rossetti und für Seewasser wesentlich nach Ekman (mit Interpolation für 
zwischenliegende niedrigere Stufen) geben, dürfte praktisch fühlbare Fehler nicht 
hervorrufen. Jetzt wären für destillirtes Wasser die neuen Werihe von Scheel’) 
nicht zu umgehen; sie sind erheblich verläfslicher als die Volkmann’s.”) Da- 
gegen kann ich mich nicht entschließen, den von Admiral Makaroff aufgestellten 
Interpolationsformeln für die beiden Dichtigkeitsstufen von S Se = 1,019 und 1,026 
und den daraus abgeleiteten zwischenliegenden Werthen der specifischen Volumina 
eine wirklich begründete Ueberlegenheit vor den älteren Ekman’schen- Be- 
stimmungen zuzuerkennen. Denn die von Makaroff für seine Mittelwerthe 
herangezogenen Beobachtungen von Lentz und Restzoff sind an künstlichem 
Seewasser ausgeführt und die von Thorpe und Rücker bieten, wie der Herr 
Admiral selbst hervorhebt, hinsichtlich der Temperaturbestimmungen mit dem 
Quecksilberthermometer dieselben Bedenken wie die von Ekman. Nur durch 
Verwendung des Wasserstoff-Thermometers, wie Scheel für das destillirte Wasser 
durchgeführt, und nur bei wesentlicher Verschärfung der Methode, etwa in der 
Richtung, wie sie Kohlrausch kürzlich angebahnt hat,°%) dürften sich wirklich 
bessere Zahlen erlangen lassen, als sie Ekman geliefert hat. 
Die Erfahrungen, die ich mit dem eben beschriebenen Aräothermometer 
3sowohl an Land wie auf einer Ostseefahrt (Ende Juli 1894) gemacht habe, waren 
sehr befriedigend; doch kann erst eine mehrjährige Praxis, unter stetig wieder- 
holter Gewichts- und Volumkontrole des Aräometers, ein definitives Urtheil 
gestatten. Dafs man ohne Schwierigkeit nach einem tadellosen Aräothermometer 
der eben empfohlenen Ausführung einen Satz Aräometer herstellen kann nach 
unserem üblichen deutschen Typus, der die specifischen Gewichte Sa an der 
Skala direkt abzulesen gestattet, brauchte kaum besonders hervorgehoben zu 
werden; der Fabrikant Oskar Bock in Kiel wird ebenso wie jeder andere geübte 
Glasbläser die Anfertigung übernehmen. . 
Um die Genauigkeit, die ich mit meinem Aräometer 53 erreicht habe, zu 
verdeutlichen, mögen hier die Ergebnisse von je zwei Parallelreihen von Beob- 
achtungen an Ostseewasser folgen: 
Die erste Probe, von mir am 23. Juli 1894 in der grofsen Tiefe östlich 
von Gotland aus 231 m unmittelbar am Grunde geschöpft und in einer zwei Liter 
haltenden Flasche nach Kiel gebracht, ergab Ende September, untersucht mit 
zwei nur wenig verschiedenen gläsernen Aufsatzgewichten (1. von 1,47665 und 
2. 1,74605 g) bei Temperaturen zwischen 17,2° und 17,5° nach Reduktion auf 
17,5° folgende Einzelwerthe: 
1. 1,009:05, 9:05, 9°07, 9:05, 9:05, 9:04, 905, 9°05, 905. 
2. . 1.009:05, 9:05, 9:05, 9:06, 9:05, 9:04, 9:06, 9:05, 906. 
. Das Mittel beider Reihen ist 1,009051 -+ 0002, der mittlere Fehler der 
einzelnen Messung + 0008, was in Skalentheile übertragen (1 mm = 0:0437) 
= + 02mm giebt. 
Die zweite Probe, am 24. Juli 1894 in der Danziger Bucht aus 105 m 
Tiefe, ebenfalls unmittelbar am Grunde, geschöpft, ergab, mit denselben beiden 
Aufsatzgewichten untersucht, folgende Parallelreihen (SEE): 
1. 1,008:68, 8:63, 8:67, 8:69, 8:67, 8:69, 867, 8:67, . 
8:69, 8:69, 8:71, 8:70, 8:69, 8:69, 869, 870, 8:68. ; 
2. 1,008:70, 8:68, 8:67, 8:69, 8:69, 867, 868, 8:69, 8:70, 
8:70. 8:69, 8:69, 8°67, 8:66. 
Die Temperaturen lagen zwischen 17,5° und 18,3°. Das Mittel der ersten 
Reihe ist == 1,008683 + 0:004, das der zweiten 1,008:684 -+ 0:004, der Fehler 
der einzelnen Messung = -+ 0017. Das ist also jedenfalls eine befriedigende 
Genauigkeit. Doch darf man nicht vergessen, dafs diese Untersuchung im be- 
quemen Arbeitszimmer, dessen Temperatur ziemlich konstant blieb, ausgeführt 
}) „Wiedemann’s Annalen“, Bd, 47, 1892, S. 400, 
; Ebenda, Bd. 14, 1881, S. 277. 
3) Ebenda, Bd. 50, 1893, S. 119. Auch hier handelt es sich wesentlich um Beseitigung 
der Kapillaritätsstörungen,
	        
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