Hernsheim: Die Segelroute von Sydney nach der Blanche-Bai.
Der Matupi- oder Greet-Hafen,!) durch eine Einbuchtung des Landes
zwischen Sulphur- und Bridges-Huk gebildet, ist ca 1 Sm im Quadrat, vollständig
geschützt und hat Tiefen von 10 bis 70 m. Der beste Ankerplatz ist im Norden
der Faktorei in 16 m Sandgrund, die Nordwestspitze von Matupi in Linie mit
dem grofsen Bienenkorb, der Flaggenstock der Station in SzW'/2W p. K.
Kleinere Schiffe können dicht unter Land ankern oder an der Landungsbrücke
der Station befestigen.
Die früher das Ende des Riffes an der Ostseite von Matupi sowie die
24 Fuls- (7,3 m-) Stelle bei der Einfahrt bezeichnenden Bojen sind nicht mehr
vorhanden und haben auch kaum einen Zweck, da das tiefe Fahrwasser unter
der gegenüberliegenden Küste liegt. Zwischen Matupi und Bridges-Huk ist nur
eine flache Bootspassage mit ca 1'/x m Wassertiefe.
Der Beobachtungspunkt liegt auf der nordöstlichsten Sandspitze in
4° 13‘ 20“ S-Br und 152° 10° 42" O-Lg.
Es ist Hochwasser bei Voll- und Neumond um 9 Uhr; die Springfluth
erreicht eine Höhe von 0,9 m und tritt erst am Tage nach dem Mondwechsel
ein. Innerhalb 24 Stunden ist eine grofse und eine kleine Tide, die grofse tritt
während des Südostpassats bei Nacht und während des Nordwestmonsuns bei
Tage ein. Die Fluth setzt westlich, die Ebbe östlich 1 bis 2 Sm die Stunde.
Der Vulkan Ghaie, 1 Sm östlich von Matupi auf der Krater-Halbinsel
liegend, ist ca 250m hoch. Er war zuletzt im Jahre 1878 thätig und stöfst noch
immer leichte Schwefeldämpfe aus. Die häufigen Erdbeben dieser Gegend werden
im Allgemeinen in Matupi am wenigsten empfunden und haben bisher noch nie
eine Zerstörung angerichtet. Die in Matupi am 13. März 1888 beobachtete
Fluthwelle hatte ihre Ursache in der gleichzeitigen Explosion und Zerstörung
der Ritter-Insel im Westen von Neu-Pommern. Die Veränderungen, welche in-
folge davon mit den Wassertiefen des Matupi-Hafens vorgegangen sein sollten,
beruhten indessen nur auf unrichtigen Messungen. Der Meeresboden des Hafens
ist uneben, zwischen dem Ankerplatz und der nordöstlichen Sandspitze der Insel
befindet sich ein Loch mit ca 60 m Tiefe. An der Nordseite des Hafens fallen
die Berge steil nach dem Meere zu ab. Die Küste bildet verschiedene kleine
Buchten und Einschnitte, in welchen heiße Quellen und Gase dem Boden ent-
strömen,
Die Küste der Krater-Halbinsel von Sulphur- bis Praed-Huk ist voll-
ständig rein und kann auf 1 Kabllg. passirt werden. Südlich der Südtochter liegt
eine Erhebung des Meeresbodens mit 18 bis 30 m Tiefe, während südlich und
südwestlich davon nach der Vulkan-Insel hinüber Tiefen von über 100 m getroffen
werden.
Von Praed-Huk aus läuft die Küste in nordnordwestlicher Richtung ca 8 Sm
bis Kap Stephens. Die Berge fallen auf dieser Strecke so steil in das Meer,
dafs auch in nächster Nähe des Strandes kein Ankergrund zu finden ist. Vom
Kap Stephens erstreckt sich ein schmales Küstenriff nach NW und von da längs
der Küste nach Süden bis zur Talili-Bai und weiter nach Westen bis zur
Kabakada-Spitze.
Auf halbem Wege zwischen Kap Stephens und der Talili-Bai liegt
Ratawul, wo sich eine Station der Mission vom. heiligen Herzen mit einem guten
Trinkwasserbrunnen befindet. Der während des Nordwestmonsuns dem Winde
ziemlich ausgesetzte Ankergrund in 15 bis 20 m mit schwarzem Sand liegt nord-
nordwestlich von der Handelsstation etwa 3 Kabllg. vom Strande. Nördlich
davon liegt das bei Niedrigwasser beinahe trockene Conflict-Riff, durch eine
schmale Durchfahrt vom Strandriff getrennt.
Kuragakoul ist die nächste gröfsere Handelsstation südlich von Ratawul
in der Talili-Bai. Eine Seemeile westlich davon und jenseits zweier Bäche mit
gutem Trinkwasser liegt die Station Unacamcambi.
Der beste Ankergrund in der Talili-Bai liegt in den Peilungen: Kuragakoul-
Station SOzS, Unacamcambi SWzW, !/4 Sm vom Strande in 20 m Tiefe. Da in-
dessen in nächster Nähe westlich und südlich davon viele Steine eben unter
Wasser liegen, so ist häufiges Lothen beim Anlaufen unumgänglich nöthig.
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2 Vgl. „Ann. d. Hydr. etc,“ 1891, S. 477
Ann, d. Hvdr, ete.. 1394, Heft XI.