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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 22 (1894)

Hernsheim: Die Segelroute von Sydney nach der Blanche-Bai, 405 
Bai ohne irgend einen Aufenthalt erreichen. Während dieser Jahreszeit ist die 
Reise. von Sydney nach Matupi-auch von. schlecht segelnden kleinen Fahrzeugen 
schon oft in 9 bis 10 Tagen gemacht. worden. 
Bei nördlichem oder nordöstlichem Winde ist es rathsam, weit von der 
australischen Küste abzustehen,: um der starken südlichen: Strömung längs der- 
selben zu entgehen. ; 
Ist ein Schiff aber durch anhaltenden Nordostwind in die Nähe von Sandy 
Cape versetzt, so mag es bei aufraumendem Winde getrost den Kurs zwischen 
dem Saumarez- und Frederik-Riff ‚einerseits, Wreck- und Kenn-Riff andererseits 
einschlagen und bei dem dann‘ sicher südlich laufenden Winde, westlich oder 
östlich von Mellish-Riff passirend, zwischen Kap Deliverance und dem Pocklington- 
Riff nördlich steuern. ; 
Im Anfange und zu Ende des Südostpassats werden im St. Georgs-Kanal 
häufig Windstillen angetroffen; da jedoch die Strömung vom Mai an immer 
nördlich läuft, ist es in dieser Jahreszeit nicht schwer, diese kleine, nur 40 Sm 
betragende Strecke zurückzulegen und, Kap Gazelle (Birara-Huk) umsegelnd, die 
Blanche-Bai zu ‘erreichen. In der Nähe von Kap Gazelle tritt während der 
Nacht oft Stille ein, und der östliche Wind konmt erst gegen 10 Uhr vormittags 
wieder durch, weht um 2 Uhr nachmittags am frischesten und flaut bei Sonnen- 
untergang wieder ab. Man halte sich daher bei Kap Gazelle dicht unter Land, 
um bei eintretender Stille und gewöhnlich kräftig mit dem Winde laufender 
Strömung nicht zu weit nach Norden versetzt zu werden, und steuere, sobald es 
passirt ist, mit dem Lande parallel nach Westen. 
Um von. Herbertshöh nach Matupi zu segeln, nehme man Kurs auf 
die „Mutter“, halte sich unter der Krater-Halbinsel und passire Sulphur-Huk auf 
1 bis’2 Kabllg. Die grünlich gelbe Farbe des Wassers hier rührt von ab- 
gewaschenem, schwefelhaltigem Sande her, und die Küste ist bis auf:'/a Kabllg. 
allenthalben rein. Die. aus dem Wasser ragenden Bambusknüppel und Baum- 
zweige sind die Bojen der hier in grofsen Tiefen verankerten Fischkörbe der 
Eingeborenen; sie hindern die Schiffahrt durchaus nicht. 
. Sobald Sulphur-Huk .passirt ist, steuere man NW bis die „Bienenkörbe“ 
über dem flachen Nordwestende von Matupi sichtbar werden, setze. dann den 
Kurs danach und ankere, sobald die Station. SzW peilt, in 18 m Tiefe. 
; Um während. des Südostmonsuns von Matupi nach Nusa zu segeln, 
muß man genügenden Wind abwarten, um in zwei Schlägen aus dem Matupi- 
Hafen, :am besten bei Eintritt der Ebbe, herauskreuzen zu können. Das Riff vor 
dem Ostende von Matupi ist leicht zu vermeiden, wenn.man sich möglichst unter 
der Küste der Krater-Halbinsel hält. Sobald dasselbe passirt ist, hat man freies 
Fahrwasser, breit genug, um ohne Schwierigkeit bis Praed-Huk aufzukreuzen. 
Von da ist der Kurs bis Kap Stephens entlang der Küste und dann NWzW 
100 Sm bis zum Eingang in den Gazelle-Kanal, . den man womöglich bei Tag- 
werden zu erreichen suchen sollte. Das Riff bei Kap Jeschke wird dann möglichst 
dicht passirt, und wenn der Wind es irgend erlaubt, die Passage durch das Nusa- 
Fahrwasser genommen, um. von Süden in den Nusa-Hafen zu gelangen. "Aufser 
der kleinen Strecke zwischen den Nainuk-Inseln und Lisseno kann im‘ Nusa-Fahr- 
wasser unter. Anwendung der gehörigen Vorsicht, wie sie überall, wo sich 
Korallenbänke vorfinden, nothwendig ist, gekreuzt und in bequemer Wassertiefe 
zum Erwarten der günstigen Gezeit geankert werden. Das Auge ist überall der 
beste Führer, und von der Marsraa lassen sich die flachen Stellen südlich: von 
Nainuk und südwestlich vom Nusa-Hafen leicht unterscheiden und vermeiden. 
Wenn die durch ihren.hellen Sandstrand und ihre fichtenähnliche Kasuarina-Be- 
waldung leicht kenntliche Insel Nago auf 2 Kabllg. Abstand passirt wird, bringt 
ein NNO'40-Kurs, der früher durch zwei weiße Kreuze in eins an auf der 
Station Kabien befindlichen Gebäuden markirt wurde, das Schiff klar von allen 
Untiefen‘ bis zum Ankerplatz zwischen Kabien und der auf Nusa selbst belegenen 
Station der Firma Hernsheim & Co. 
Auch die beiden in der Nordpassage des Nusa-Hafens liegenden kleinen 
Korallenbänke mit 15 bis 16 Fuß (4/2 bis 5 m) Wassertiefe lassen sich von 
oben leicht erkennen und vermeiden.
	        
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