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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 22 (1894)

Fahrten durch das Rothe Meer und an der Ostküste von Afrika. 
Auf der Weiterreise von Aden trafen wir im Golf frische Briese aus ENE, 
die indessen bei der Annäherung an die afrikanische Küste abflaute. Jenseits 
Kap Guardafui im Indischen Ocean herrschten bis 5° N-Br und 49° O-Lg leichte 
züudöstliche Winde bei leicht bewölkter Luft und mäfsigem Seegang; dann holte 
der Wind langsam nach Süd und SSW herum, auf 3° N-Br in einen frischen 
Südwestmonsun übergehend, der aus gleicher Richtung und mit gleicher Stärke (5) 
auf unserem ganzen weiteren Wege durch den Indischen Ocean anhielt. Der 
Barometerstand hielt sich zwischen 761 und 764 mm, die Temperatur der Luft 
zwischen 27,5° und 31°, die des Wassers zwischen 27° und 29,4°. Strömungen 
wurden folgende beobachtet: 
im Golf von Aden am 22. April von 45° O0 bis 48° 0 N 76° W 0,2 Knoten, 
„ 23. „ » 48°0 „ Kap Guardafai N35°E 06 
ferner im Indischen Ocean: 
am 24. April von Kap Guardafui bis 
Ras Hafın # 
35° N, 51°O 
72° N, 50,2° 0 
„8° N, 485° O0 
8° N, 47,8° 0 
»9° N, 472°0 , 
0°N, 455,1°0O 
7° 8, 434°C0 
‚°S, 425°0 
3839 
» 
Am 29. April mittags ankerten wir bei steifem Südwestmonsun in der Bai 
von Lamu.auf 8 Fad. (14,6 m) Wasser. In der. Zeit, wenn dieser Monsun be- 
sonders steif an der Küste weht, bietet die Bai den Schiffen durchaus keinen 
Schutz gegen Wind und Seegang. Für solche, die ihres Tiefganges wegen die 
Barre nicht passiren können, ist ein Verkehr mit dem Lande wegen der hohen 
See dann kaum möglich. 
Strömung zwischen Lamu und Mombassa N 28° E 2,6 Knoten, 
im Pemba-Kanal N41°E 2,4 Knoten. 
Vom 1. bis zum 8, Mai besuchten wir nacheinander die Häfen von Tanga, 
Dar-es-Salaam und Sansibar. Das Wetter war durchgehends schön, ohne Regen, 
der Wind SSW bis SSE, Stärke 3 bis 4, Barometerstand 763,5mm, Temperatur 28,5°, 
Die für die Leuchtfeuer, welche an verschiedenen Küstenpunkten errichtet werden 
sollen, bestimmten Apparate sind, fünf an der Zahl, jetzt in Dar-es-Salaam 
eingetroffen, so dafs zu hoffen ist, dafs wenigstens die zu den bereits seit längerer 
Zeit fertiggestellten Thürmen in Tanga und Dar-es-Salaam gehörigen in einigen 
Monaten dem Betriebe übergeben werden können. In welcher Weise die 
einzelnen Feuer unterschieden werden sollen, ist mir nicht bekannt geworden; 
vielleicht werde ich in meinem nächsten Bericht Näheres darüber mittheilen 
können. !) 
Von Sansibar am 8. Mai nach Port Natal weitergehend, trafen wir vor- 
herrschende Winde aus Süd und SSE von Stärke 5 bis 6 bei bewölkter Luft 
und bewegtem Seegang an. Der Strom setzte zwischen Mafia-Insel und Kap 
Delgado nach N 2° W 1,4 Knoten. Im Mozambique-Kanal, zwischen Ibo und 
Mozambique, wurde der Wind sehr unbeständig, und es fielen aus SW und SSE 
öfters heftige Regenböen ein. Weiter südlich bis Kap Corrientes war der Monsun 
dagegen sowohl in Richtung wie in Stärke wieder beständig, SSW 5. Bei Kap 
Delgado veränderte sich die Strömung und machte sich in südlicher Richtung 
fühlbar mit einer Geschwindigkeit von 0,9 bis 1,3 Knoten; beim Einlaufen in die 
Sofala-Bucht unter der Küste verschwand indessen dieser südwestliche Strom 
fast gänzlich und wurde erst wieder von den Bazaruto-Inseln ab bemerkt, wo er 
der Küste entlang setzte und seine gröfste Stärke von 1,5 bis 2 Knoten zwischen 
Burra Falsa und Kap Corrientes erreichte. 
Beim Einlaufen in die Delagoa-Bai wurde die vor einigen Monaten ver- 
triebene Tonne auf Lech-Riff noch immer vermifst; auch die Bake auf der Spitze 
+ Vgl. „Nachr. f. Seef,“ 1894, No. 1248.
	        
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