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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 22 (1894)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1894. 
Während des 19. und 20. Juni wechselte der Wind zwischen NW und 
WSW, Stärke 1 bis 2, und die hohe westliche Dünung ging langsam herunter. 
Das Wetter war tagsüber klar. Am 21. morgens ging der Wind auf Süd 3, und 
der Himmel bezog sich; mittags trat leichter Nebel ein, der bis zum Abend anhielt. 
Am 22. nachmittags kam bei klarem schönem Wetter der von der Sonne 
beschienene weiße Schneegipfel des Aconcagua voraus in Sicht in etwa 150 Sm 
Abstand. Während der Nacht wurde langsam auf die Bucht von Valparaiso zu- 
gedampft, in Sicht der Feuer der Curaumilla- und Angeles-Spitzen gestoppt und 
mit Tagwerden am 23. Juni in die Bucht eingelaufen, wo das Schiff nach Angabe 
des an Bord gekommenen Hafenkapitäns ankerte und außerdem mit Bug und 
Heck an zwei Bojen vertäut wurde. 
Hydrographische Notizen. 
1. Kap Virgins bis Punta Arenas. Die Vertonungen auf der 
Karte XII, 98 (1336) geben das Aussehen des Landes bei Kap Virgins gut 
wieder. Die Bake auf Dungeness sowie das dort sitzende Wrack sind sehr gut 
zu sehen. 
Der Berg Dinero ist schon von Weitem kenntlich und bildet ein sehr 
gutes Peilobjekt. 
Auf Kap Possession steht eine kleine Bake, in einigem Abstand davon ein 
einzelner Pfahl (vgl. „Nachr. f. Seef.“ 1893 No. 2626). 
Die Tonne auf der Narrow-Bank lag aus, anscheinend auch an der richtigen 
Stelle. Auf der Delgada-Spitze stehen eine Anzahl Häuser und Schuppen, zu 
einer englischen Farm gehörig; auf der Barranca-Spitze eine große Bake, soweit 
durch Peilungen im Vorbeifahren ermittelt werden konnte in etwa 52° 32,8’ S-Br, 
69° 41,6‘ O-Lg. 
Die Bake auf Kap Gregory fehlte. 
Die Tonnen der Triton-Bank, Marta-Bank und Walker-Untiefe (vgl. „Nachr. 
f. Seef.“ 1892 No. 2218) lagen nicht aus. 
Das Wrack des bei der Magdalena-Insel gestrandeten französischen Dampfers 
„Atlantique“ liegt in 52° 55‘ 20“ S-Br, 70° 32‘ 20“ W-Lg (vgl. „Nachr. f£. Seef.“ 
1894 No. 1783). 
Der Stein, auf den er gestofsen, liegt in 52° 55‘ 50“ S-Br, 70° 31‘ 20“ W-Lg. 
Der Stein, auf den der Dampfer „Liguria“ gestofsen ist, liegt in 52° 50’20“S-Br, 
70° 30‘ 40“ W-Lg (vgl. „Nachr. f. Seef.“ 1894 No. 1784). 
Die Angaben stammen vom Lootsen in Punta Arenas; die Untiefen sollen 
durch das englische Vermessungs-Fahrzeug „Satellite“ festgelegt sein. 
Das Kreuz auf dem Kirchhofe in Punta Arenas ist als Ansteuerungsmarke 
unbrauchbar, da es zu schlecht zu sehen ist. Man halte mit Westkurs auf die 
äufsersten linken (südwestlichen) mit der Stadt zusammenhängenden Häuser zu 
und ankere, wenn Sandy Point-Bake in gewünschter Peilung ist. Sandy Point- 
Boje lag aus, 
2. Punta Arenas bis Borja-Bai. Das Wrack bei Kap San Isidro (vgl. 
„Nachr. f. Seef.“ 1893 No. 2626) ist gut zu sehen. Borja-Bai ist ein sehr gut 
geschützter Ankerplatz; die von den Bergen kommenden Böen (williwaws) wehten 
stets so, dafs das Schiff nie auf Land zu hätte treiben können, falls am Anker- 
geschirr etwas gebrochen wäre. 
3. Borja-Bai bis Sholl-Bai. Sholl-Bai ist als Ankerplatz nicht so 
geschützt wie die übrigen Häfen, aber jedenfalls dem viel engeren Tamar-Hafen 
vorzuziehen, wo man außerdem leicht treiben soll. Man darf sich nur nicht zu 
sehr an die Seetangstellen kehren, die bei den Ankern in dem Plan auf 
Karte XII: 94 (631) gezeichnet und auch wirklich vorhanden sind, Beim Aus- 
lothen der drei südlich des äufseren Ankers auf dem Plan eingezeichneten 
Seetang-Inseln wurden nicht unter 14 m Wasser gefunden. Die Moss-Insel markirt 
sich schlecht, es ist eine kleine niedrige Insel, aber mit tiefem Wasser bis un- 
mittelbar an den sie umgebenden schmalen Seetang-Gürtel. Desto besser heben 
sich die Rocky Islands ab. 
4. Sholl-Bai bis Isthmus-Bai. Die Boje im Mayne-Kanal, gegenüber 
der Henderson-Spitze auf Summer-Insel lag aus, doch soll sie oft wegtreiben. 
Wenn sie nicht ausliegt, führt folgende, von dem Lootsen in Punta Arenas
	        
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