accessibility__skip_menu__jump_to_main

Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 22 (1894)

Die Postdampferroute zwischen Singapore und Herbertshöh (Neu-Pommern). 377 
Regen, Gewitter und Böen scheinen etwas häufiger östlich als westlich 
von 120° O-Lg zu sein. 
Die schwerste beobachtete Böe trat in der Sunda-See im Juni um Mittag 
auf; es war eine Gewitterböe ‚aus ENE mit Windstärke 3 bis 7. Aufser in 
dieser einen Böe wurde Windstärke 7 in den sieben Monate nicht beobachtet. 
Die Kürze der Beobachtungszeit und ihre Beschränkung auf eine ziemlich 
gleichartige Jahreshälfte lassen etwaige Unterschiede im Wetter noch nicht so 
hervortreten wie beim Wind und anderen schärfer bestimmbaren Faktoren; aber 
auch bei diesen werden die jahreszeitlichen Unterschiede noch klarer und ver- 
ständlicher werden durch Hinzunahme einer vollen Periode des Nordwestmonsuns, 
dessen Anfang und Ende in den bearbeiteten Beobachtungen nur eben an- 
gedeutet sind. 
Von Rio de Janeiro nach Valparaiso. 
Aus dem Reisebericht S. M. S. „Alexandrine“, Kommandant Korv.-Kapt. SCHMIDT. 
Am 21. Mai 1894 5®"p verließ S. M. S. „Alexandrine“ den Hafen von 
Rio. Es wurden zunächst nordöstliche Winde, Stärke 4, angetroffen, so dafs 
Raasegel geführt werden konnten; doch ging der Wind schon am Abend des 22, 
auf WSW und hielt sich während der nächsten Tage zwischen WSW und Süd, 
Stärke 6 und 2. Am 25, vormittags setzte leichte Ostnordostbriese ein, die 
jedoch nach einigen Stunden aufhörte, um den früheren südwestlichen Winden 
wieder Platz zu machen. Diese Winde hielten bis zum 27. in Durchschnitts- 
stärke 5 an und erzeugten einen nordöstlichen Strom. Gleichzeitig stand eine 
hohe Dünung aus SO, so: dafs trotz thunlichster Benutzung von Schratsegeln am 
26. und 27. der Fortgang nur gering war. 
Nach den Segelanweisungen wurde südlich von der La Plata-Mündung 
mehr unter Land auf Kap Blanco zugesteuert, um glatteres Wasser zu finden. 
Kap Corrientes wurde in 38 Sm, die Delgada-Spitze auf der Halbinsel Valdes 
in 50 Sm Abstand passirt. Trotz der am 30. Mai und 2. Juni wehenden heftigen 
Nord- und Nordwestwinde wurde keine hohe See angetroffen, so daß die im 
„South America Pilot“, Part I, S. 3, angegebene Segelanweisung zu empfehlen 
ist. Auch als am 3. Juni der Wind auf SSW und SW, Stärke 8, ging, stand 
keine der Windstärke entsprechend hohe See. 
Am Morgen des 4. Juni wurde Kap Virgins gesichtet, in die Magellan- 
Straße eingelaufen und um 1* 30” p in der Possession-Bai geankert. Der Wind 
war auf NW gegangen und bis Stärke 9 aufgefrischt, doch bot Possession-Bai 
einen geschützten guten Ankerplatz. Das Schiff lag in 22,5 m Wasser mit 120 m 
Kette sehr gut. Nicht weit vom Schiff ankerte ca 2 Stunden später einer der regel- 
mäfig nach der Westküste fahrenden Dampfer der Lampert & Holt-Linie. 
Am Morgen des 5., 7* 30”, mit Tagwerden wurde Anker gelichtet, um 
mit der Fluth die Engen zu passiren. - Das Wetter war klarer und stiller 
geworden, so dafs man die in den Segelanweisungen angegebenen Landmarken 
Direction Hill und Berg Aymont gut sehen und benutzen konnte. Die Great 
Orange-Bank markirte sich durch Brecher sehr gut. Zwischen der ersten und 
zweiten Enge setzte der Strom nach SSW, Kap Gregory und das hohe Land 
hinter der San Isidro-Spitze kommen aber so rechtzeitig in Sicht, dal man sich 
durch Peilungen des Schiffsortes versichern kann. Nach dem Passiren der zweiten 
Enge bei Kap St. Vincent wurde der Kurs durch den New Channel genommen, 
der auch von den regelmäßig fahrenden Dampfern fast stets benutzt wird. Bei 
einem mitlaufenden Strom von 5 Knoten wurde die Strecke von Possession-Bai 
durch die Engen bis querab von der Sta. Martha-Insel mit einer Murchschnitts- 
fahrt über den Grund von 16 Sm passirt. 
An der Ostkante der Magdalena-Insel safs das Wrack. des französischen 
Dampfers „Atlantique“ von der Compagnie maritime du Pacifique, der auf einen 
bis dahin nicht bekannten Stein gestofsen und auf den Strand gesetzt worden 
ist, um sein Sinken zu verhüten. Nach Angabe des Konsuls in Punta Arenas 
legen in der Nähe der Insel Magdalena noch mehrere Steine: auf einen derselben
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.