Aus den Fragebogen der Deutschen Seewarte, befreffend Häfen. - 999
An Schiffahrtsunkosten sind zu zahlen: Ankerabgaben für Schiffe
von 151 t£ aufwärts 20 pts, dazu 2 pts für den Hafenkapitän; Gesundheits-
polizeigebühr für Schiffe von 151 t aufwärts. 12,50 pts, dazu 2,50 pts für das
Gesundheitsboot.
Ausrüstung (S. 77 a. a. O.). Außer frischem Rind- und Hammelfleisch,
Geflügel und ‚nach der Jahreszeit frischem Gemüse und Früchten ist weder
Proviant noch sonstige Ausrüstung zu haben, ebensowenig Bunkerkohlen. *
Wasser (SS. 77 a. a. O.). Quellwasser wird auf Bestellung in Schläuchen
bis ins Zollhaus gebracht und kostet 2 pts die Tonne. |
‚Allgemeines (5..77 a. a. O.). Die Stadt hat (1897). einschliefslich ‘der
aufserhalb der Mauern wohnenden (etwa 3000) Araber etwa 10000 Einwohner,
darunter zwei Deutsche,
Als Münze gilt die spanische Peseta — 0,80 Mk. al pari, doch ist stets
eine schwankende Wechselgebühr hiervon in Abzug zu bringen. . ©.
Das Klima gilt als gesund. ; ; -
Den Arabern gegenüber ist es nöthig, sich nicht öffentlich mit arabischen
Frauen zu befassen, auch nicht die Moscheen zu betreten; beides würde ‚sicher
ernste Unannehmlichkeiten nach sich ziehen. |
Hundshaie und eine Rochenart, deren .Rücken- ‘ bezw. Schwanzstachel
schlecht heilende Wunden verursachen, kommen in der Bucht vor. .
Ein- und Ausfuhr (S. 78 a. a. O.) betrugen 1897 erstere 3 882 420 Mk.,
letztere 2 922 080 Mk., sie bestehen in Lichten, Manchesterwaaren, grünem Thee,
Tuch und Zucker bezw. Wolle, Fellen, Eiern, Bohnen, Mais, Erbsen, Mandeln,
Kümmel und Wachs, Knochenausfuhr ist nur von Zeit zu Zeit gestattet; diese
geschieht meist auf Seglern, im Uebrigen werden zur Ein- wie Ausfuhr meist
Dampfer benutzt,
Schiffsverkehr (S. 78 a. a. O.). 1897 besuchten den Hafen 4 Kriegs-
schiffe, 2 Vergnügungsfahrzeuge und an Handelsschiffen 177 Dampfer und
16 Segler mit zusammen 144 300 t, davon deutsche: 1 Kriegsschiff, 59 Handels-
dampfer mit 54362 t und ein Segler (107 t) in Ballast. Der Schiffszahl nach
ist die deutsche Flagge die vorherrschende. Die deutschen Schiffe sind auch an
der Küstenschiffahrt betheiligt, indem sie Passagiere und Güter von einem nach
dem anderen Hafen nehmen; die Bedeutung der deutschen Flagge entspricht
hier der Anzahl der verkehrenden deutschen Schiffe. Dem Werth der Ladung
nach war die englische Flagge die vorherrschende.
Die Woermann-Linie und die Oldenburg-Portugiesische Dampfschiffsrhederei
haben Agenten am Ort. ;
Verschiedene Seeassekuranzgesellschaften sind am Ort vertreten. ;
Eine eigentliche Bank giebt es nicht, doch beschäftigen sich ‘die : ver-
schiedenen Firmen auch mit Bankgeschäften.
Postverbindung: Woermann-Linie monatlich zweimal nach und einmal
von Europa; Oldenburg-Portugiesische Dampfschiffsrhederei monatlich je einmal
von und nach Europa; ebenso die Compania transatlantica (spanisch); die
französische N. Paquet & Co., Marseille, zweimal monatlich; die Forwood-Linie,
Liverpool, monatlich zweimal nur vom Norden. ; .
Telegraphische Verbindung besteht nicht.
Das deutsche Vice-Konsulat lieet in der Mitte der Stadt.
Bericht des Kapts. J. Tadsen über seine Reise
mit der 2239 Registertonnen grofsen Viermastbark „Barmbeck“
von Philadelphia nach Hiogo.
Am 22, August 1897 passirten wir mit einer Ladung Petroleum. .in Kisten
Kap Henlopen bei leichter südwestlicher Briese. Bis zum 30. August in 39,8°
N-Br und 625° W-Ly, hatten wir meistens flaue westliche Winde und darauf
bis zum 3. September, auf 39,8° N-Br in 57,4° W-Lg, lebhafte und mäßige süd-
südwestliche Winde. Am 4, September morgens frischte der Wind von SSW