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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 22 (1894)

Wharton: Die physikalischen Verhältnisse des Meeres, 
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durch das Gefühl -— nicht durch das Gesicht — die verschiedenen Erhöhungen 
und Vertiefungen des Meeresbodens finden. Wenn man eine Landkarte anfertigt, 
steht ein einzelner Felsen oder Hügel wie ein Wahrzeichen über dem umgebenden 
Land und wird sofort festgelegt und bezeichnet, aber ein ähnlicher Gegenstand 
unter der See kann nur durch geduldiges lang fortgesetztes Lothen gefunden und 
sehr leicht ausgelassen werden. 
Wenn man bedenkt, dafs nautische Vermessungen erst seit etwa 100 Jahren 
ernstlich in Angriff genommen worden sind, mit einer sehr beschränkten Anzahl 
von Schiffen, dann wird man, glaube ich, begreifen, wie in der weiten Wasser- 
fläche, nur die Küstengewässer gerechnet, jährlich viele unvermuthete Gefahren 
entdeckt werden. Sehr, sehr wenig Küsten sind genau vermessen, und ganz ab- 
gesehen von den grofsen Aenderungen, die in der Nähe von Ufern mit Sand- 
bänken vor sich gehen, würde ich mich sehr hüten zu behaupten, dafs die See- 
karten selbst an unseren eigenen Küsten vollkommen seien. ‚Jährlich werden 
bei Grofsbritannien bisher unbekannte Felsen entdeckt, und wenn dies bei uns 
zu Hause der Fall ist, was sollen wir dann über den Zustand der Karten von 
weniger bekannten Gegenden denken? Unsere Hauptanstrengungen sind also 
darauf gerichtet, die Schiffahrt durch Verbesserung der Karten immer mehr zu 
sichern, und die für die Aufklärung rein wissenschaftlicher Aufgaben verfügbare 
Zeit ist spärlich bemessen. Aber die tägliche Arbeit des Vermessers ist doch 
mit diesen wissenschaftlichen Aufgaben so eng verbunden, dafs wir langsam aber 
sicher alljährlich unsere Kenntnisse über die See bereichern.‘ 
Zur Hydrographie und Meteorologie der deutschen Postdampfer- 
route zwischen Singapore und Herbertshöh (Neu-Pommern). 
Der Reichspostdampfer „Lübeck“, Kapt. F. Mentz, trat am 12, April 1893 
eine Reise von Sydney nach Friedrich -Wilhelms-Hafen in Kaiser Wilhelms-Land 
an. Am 18. April wurde die Adele-Insel, die östlichste der Louisiaden, gesichtet, 
am 21. der Bestimmungshafen erreicht. Von hier aus wurden dann — seit dem 
19. Mai unter Führung des Kapt. C. Dewers — regelmäfsige Fahrten zwischen 
dem deutschen Schutzgebiet und Singapore ausgeführt, wobei folgender Weg 
innegehalten wurde: Friedrich Wilhelms-Hafen—Surabaya—Batavia— Singapore— 
Batavia— Friedrich Wilhelms-Hafen — Stephansort — Langemak-Bucht — Herberts- 
höh— Friedrich Wilhelms-Hafen. Die erste Strecke führt durch die Dampier- 
und Pitt-Strafse, Pitt- und Buton-Passage, Salayer- und Madura-Strafse, die dritte 
Strecke durch die Banka- und Rhio-Strafße. Nur auf der ersten Reise wurde 
statt der Pitt-Passage die Manipa-Straße und weiter der Weg durch die Flores- 
See gewählt, sowie auf dem direkten Wege von Surabaya nach Singapore die 
Karimata-Strafßse.. Der Weg nach Herbertshöh führt im Süden von Neu-Pommern 
vorbei, die Rückreise im Norden. Nur auf der ersten Reise, wo die Langemak- 
Bucht nicht angelaufen wurde, führte auch die Hinreise im Norden vorbei. 
Zur ersten Orientirung folgen hier nach der D. Adm,-Karte No. 100 
/Tit. XII, 119a), Berichtigungen bis 1894, VI, „Kaiser Wilhelms-Land, Bismarck- 
Archipel und Salomon-Inseln“, Breite und Länge der von der „Lübeck“ im 
Schutzgebiet angelaufenen Häfen: 
Friedrich Wilhelms-Hafen, 5° 14’ S-Br, 145° 47' O-Lg, mit der Dallmann- 
Einfahrt. “ 
_. Stephansort, 5° 32‘ S-Br, 145° 44‘ O-Lg; 4 Sm nordwestlich davon Erima, 
einmal angelaufen. 
Langemak-Bucht, 6° 35‘ S-Br, 147° 50‘ O-Lg, unmittelbar südlich von 
Finschhafen. 
Herbertshöh, 4° 21’ S-Br, 152° 16‘ O-Lg; Matupi in der Blanche-Bai liegt 
ca 8 Sm nordwestlich davon, Mioko in Neu-Lauenburg 12 Sm nordöstlich davon. 
Von Br. Adm.-Karten wurden benutzt: 941 A (XI 86), 941 B (II 88), 
942 A. (XII 87), 942 B (VIII 92), 2759a (IX 77), wobei Monat und Jahr (in 
Klammern) sich auf die letzte Verbesserung beziehen.
	        
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