352 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1894.
liegen in Siner Linie, Kurs WNW!'/4AW, Dist. von 2 nach 3 = 2 Sm, von 3 nach
4 = 2'/2 Sm.
fa Boje 3 namentlich bei etwas bewegter See sehr schlecht zu sehen ist,
50 bietet sich eine vortheilhafte Landmarke in einigen hohen einzeln stehenden
Palmbäumen auf der Ponta Chirora benannten Landecke; nimmt man diese von
Boje 2 ab recht voraus, so wird man Boje 3 und 4 in Schiffslänge passiren.
Von Boje 4 steuert man mit einem Kurse etwa NWzN 1 Sm nach der schwarzen
Boje 6 hinüber (an St. B. zu lassen), dann etwa NzO zur rothen Boje 5 und
hält von da mit einem Kurse NO'/2N direkt auf die Stadt zu; die schwarze
Boje 7 bleibt etwa !/1 Sm an St. B. Man ankert querab von der Stadt ungefähr
i Sm vom Chiveve-Feuerthurm entfernt auf 8 Fad. (14 mn) Wasser. Das Einlaufen
geschieht am besten mit steigendem Wasser, da zwischen Bojen 6 und 7 Untiefen
nit nur 14 Fuls (4,2 m) Wasser zu passiren sind. Sollte man dann wirklich den Grund
berühren, so wird man nach kurzer Zeit wieder flott werden, denn das Wasser
steigt bei Springzeit 18 Fuls (5,4 m). Da die Fluth bei den Bojen 1 bis 4 quer über
las Fahrwasser setzt, so hat man darauf zu achten, dafs die Bojen stets gut in
Linie bleiben, anderenfalls wird man leicht zu nahe an die nördlich vom Fahr-
wasser belegenen Sände gesetzt werden.
Die englischen Specialkarten sind, da sie nicht mehr korrekt sind, zum
Einsteuern nicht zu gebrauchen, dagegen sind die im Anfang 1893 auf Ver-
anlassung der Companhia da Mozambique herausgegebenen portugiesischen Karten
ganz zuverlässig.
Frischer Proviant ist wohl zu bekommen, aber theuer. Lootsen sind nicht
zu haben oder doch erst ganz in der Nähe des Hafens.
Von April bis August wehen frische Süd- und Südostwinde, von Oktober
bis März Nordost- bis Nordwestwinde.
Von Süden kommende Schiffe müssen unter allen Umständen erst die
Nordküste anlaufen, um von hier aus die Aufsenboje anzusteuern; denn da die
Küste an der Südseite nicht zu sehen ist und die Untiefen daselbst sich bis an
die Boje erstrecken, so würde es riskant sein, lediglich auf astronomische oder
yar Besteckrechnung hin die Ansteuerung vorzunehmen.
Notizen.
1. Verschlagene Landvögel auf hoher See. Die Thatsache, dafs
alljährlich viele Tausende von Landvögeln durch ablandige Winde aufs Meer
hinaus verschlagen werden und dort umkommen, ist den am Lande lebenden
Vogelfreunden wohl kaum genügend bekannt. Jeder Seemann von längerer Fahr-
‚eit weiß dies aber sehr wohl. Im Frühling und Herbst, zur Zeit, wann die
Strich- und Zugvögel ihre Wanderungen ausführen, herrschen an der Westküste
Mitteleuropas oft lange anhaltende Ostwinde, durch welche viele Vögel aufs
Meer getrieben werden. Ermattet lassen sie sich dann häufig auf Schiffen nieder,
denn sie vermögen augenscheinlich nicht den Weg zum Lande gegen den Wind
wieder zurückzulegen. Einige vom Schreiber dieses selbst erlebte Beispiele mögen
hier angeführt sein: Ein Taubenhabicht, der einmal während einer längeren Periode
steifen Ostwindes an Bord eines auf den Aufsengründen vor dem Kanal kreuzenden
Schiffes gefangen wurde und der nach mehrstündiger Gefangenschaft entkam,
schlug dann zwar sofort die Richtung nach dem Lande, dem Winde gerade ent-
gegen, ein; kehrte aber nach mehreren Stunden, vor dem Winde fliegend, zum
Schiffe zurück, wo er zum zweiten Male erhascht wurde. Unter den Vögeln,
die sich so verirren und durch den Wind sich vom Lande abtreiben lassen,
scheinen Strich- und Standvögel, aber selten echte Zugvögel vertreten zu sein, was
bei der wunderbaren Ortskunde, welche die Zugvögel bezüglich ihrer Zugstrafsen
haben, erklärlich erscheint. Pflegen doch manche Zugvögel sehr weite Strecken
über das Meer regelmäfsig zurückzulegen. So erscheinen auf den Hawaiischen
Inseln z. B. im Spätherbst stets Wildenten, von denen die dortigen Bewohner
wohl mit Recht vermuthen, dafs sie von der weiter als 2000 Sm entfernten West-
küste Nordamerikas stammen. Vögel, die man am Lande sonst verhältnifksmäfsig