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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 22 (1894)

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A 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1894. 
d) Um 4 Uhr 5 Minuten morgens des 22, August 1891 beobachtete man 
an Bord des sich in 37,5° N-Br und 13,8° W-Lg befindenden Schiffes „India“, 
Kapt. B. Lüders, eine ungefähr 2 Minuten anhaltende Erschütterung, die wahr- 
scheinlich die Folge eines Seebebens war. Der zur Zeit herrschende Wind war 
Nord, Stärke 4, und der Luftdruck gleich 764,5 mm. 
e) Um 5'% Uhr morgens des 7. September 1891, als sich das auf einer Reise 
von Melbourne nach der Malden-Insel begriffene Schiff „Olga“, Kapt. M. Bull, 
in 26,3° S-Br und 160,4° W-Lg befand, erfolgte eine das ganze Schiff in zitternde 
Bewegung setzende KErschütterung. Der Wind war damals Ost, Stärke 9, und 
der Luftdruck 755 mm. 
f) Um 3 Uhr 10 Minuten morgens des 16. Dezember 1891 wurde an 
Bord des von Kapt. G. Gieseke geführten Schiffes „Indra“ in 4° N-Br und 
32,5° W-Lg ein 2 Minuten dauerndes Seebeben beobachtet. Der Wind wehte 
zur Zeit schwach aus SE, der Luftdruck betrug 760 mm. 
g) Um 6 Uhr 28 Minuten, am Morgen des 24. Februar 1892, wurde das 
von Kapt. E. Susewind geführte Schiff „Germanja“, als es sich in 3,8° N-Br und 
32,5° W-Lg befand, von einem 8 Sekunden anhaltenden Erdbeben erschüttert. Die 
Erschütterung war eine ähnliche, als wenn beim Fallen des Ankers die Kette rasch 
aus der Klüse rasselt. Es wehte damals ein leichter Nordostwind, das Baro- 
meter zeigte auf 759 mm. 
h) Ueber ein um 7'/2 Uhr abends des 22. Dezember 1892 in 16,5° N-Br 
und 99,8° W-Lg, in geringer Entfernung von der Südwestküste Mexikos, wahr- 
genommes Seebeben berichtet Kapt. Schoemaker vom Schiffe „Eilbeck“ das 
Folgende: Hörten starkes unterseeisches Donnern, welches eine halbe 
Minute anhielt und, allmählich schwächer werdend, sich nach Westen hin zu 
verlieren schien. Es wehte zur Zeit ganz schwacher nordwestlicher Zug, der 
Luftdruck betrug 764,0 mm. 
ij) Um 9'/2 Uhr abends des 7. Januar 1891 beobachtete man an Bord 
des in 24° N-Br und 24,3° W-Lg stehenden Schiffes „Pallas“, Kapt. C. Kückens, 
ein leichtes Seebeben. Es wehte gleichzeitig ein schwacher Südostwind, und. der 
Luftdruck war gleich 758,0 mm. 
k) Um 4 Uhr 51 Minuten nachmittags des 26. Juni 1893 wurde in der 
Nähe von 0,5° N-Br und 25,8° W-Lg ein Seebeben beobachtet, über welches 
Kapt. C. Oltmann vom Schiffe „Lake Ontario“ Folgendes mittheilt: Bemerkten 
ein etwa 6 Sekunden anhaltendes Seebeben, wodurch ein Gefühl verursacht wurde, 
als ob das Schiff über eine Korallenbank ging. Die Lampe in der Kajüte zitterte; 
die Farbe des Meerwassers war unverändert. Der Wind wehte in Stärke 3 aus 
SE, der Luftdruck betrug 762,5 mm. 
Die folgenden vier Berichte beziehen sich alle auf dasselbe am 1. No- 
vember 1893 in geringer Entfernung westlich von den Kap Verden beobachtete 
Seebeben. 
1) Um 1 Uhr morgens des 1. November 1893 wurde das in 17° N-Br und 
26,8° W-Lg stehende Schiff „Nesaija“, Kapt. H. Petersen, derart von einem 
Seebeben erschüttert, dafs die schlafende Hälfte der Mannschaft bestürzt auf 
Deck sprang. Die Erschütterung hielt etwa 2 bis 3 Minuten an. Um 1 Uhr 
15 Minuten wiederholte sich das Seebeben, doch war die nun etwa 1 Minute 
dauernde Erschütterung schwächer als die erste. Es wehte Wind aus NE in 
Stärke 3, der Luftdruck betrug 762,0 mm. Als die Erschütterung stattfand, war 
Geschrei von Seevögeln hörbar. 
m) Um 1 Uhr 10 Minuten am Morgen des 1. November 1893 wurde in 
15° N-Br und 26,2° W-Lg vom Schiff „Nereide‘“, Kapt. G. Meyer, ein etwa 
20 Sekunden anhaltendes Seebeben beobachtet. Der Wind wurde später un- 
beständig, aus Ost bis SE in Stärke 3 wehend, der Luftdruck betrug 759,0 mm. 
n) Um 1 Uhr 15 Minuten morgens des 1. November 1893 wurde das in 
17,5° N-Br und 26,2° W-Lg stehende Schiff „Gerda“, Kapt. C. W. Stege, von 
einem Seebeben erschüttert, das eine volle Minute anhielt. Der Wind war da- 
mals NE, Stärke 2, das Barometer zeigte auf 760 mm. Um 8 Uhr morgens 
befand sich das Schiff in Sicht der Insel St. Antonio, der gröfsten in der Kap 
Verden-Gruppe. 
o) Um 1 Uhr 20 Minuten morgens des 1. November 1893 beobachtete 
das in 17,5° N-Br und 26,6° W-Lg beßndliche Schiff „Kepler‘“, Kapt. F. G. Crantz
	        
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