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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 22 (1894)

Von Montevideo nach Punta Arenas und Valparaiso. 
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die Böen, welche in Port Angosto und bei Tamar eine Stärke von 10 erreichten, 
brachten gewöhnlich Regen oder Hagel. Im Ausgang der Magellan-Strafse. bei 
Tamar wurde der Nordwestwind stürmisch (Stärke 7), dazu gesellte sich ein ent- 
sprechender Seegang. 
Schönes Wetter trat bei entschieden steigendem Barometer zum ersten 
Mal am 8. Juni ein, an welchem Tage der Hafen von Puerto-bueno verlassen 
und der Stille Ocean durch den Trinidad Channel erreicht wurde. 
Bis zum 10. Juni wehte bei steigendem Barometer (bis 773,4 mm) süd- 
westlicher Wind, von da ab bei allmählich fallendem Barometer südöstlicher bis 
östlicher Wind. Die Windstärke betrug durchschnittlich 4 bis 5, das Wetter 
war bis kurz vor Valparaiso schön, der Himmel nur zum geringsten Theile bedeckt. 
23. Strom. Ueber die Stromverhältnisse an der westlichen Küste ist 
nichts Bemerkenswerthes zu berichten. 
; 3. Ansteuerung und Einsegelung. Die Ansteuerung der Küste geschah 
bei unsichtigem Wetter, welches am Morgen des 12. Juni eingetreten war. Es 
wurde auf die Küste südlich von Caraumilla zugedampft und dann mit nördlichem 
Kurse und einer Distanz von Land von etwa 4 Sm längs der Küste gesteuert, 
bis das genannte Kap auszumachen war. Bei dem kleinen Mafsstab der Karte, 
in welcher nur ungenügende Vertonungen vorhanden sind, mufste hierbei ‚mit 
Vorsicht verfahren werden. Nach dem Sichten des Kaps bot die Einsegelung 
keine Schwierigkeiten, 
II. Ankerplätze in der Magellan-Strafse. 
Es wurde in der Magellan-Strafße in folgenden Häfen geankert: . 
Possession-Bai — Punta Arenas — Fortescue-Bai — Port Angosto — 
Sholl-Bai — Columbine Cove und Puerto-bueno. Von diesen kann Port Angosto 
und Columbine Cove für gröfsere Schiffe nicht empfohlen werden, da sich die 
Böen von den unmittelbar aus dem Wasser aufsteigenden hohen Felswänden mit 
großer Heftigkeit herabstürzen und zudem der Ankerplatz nicht gut ist. In 
Port Angosto ist aufserdem der Platz zum Treiben und Manövriren äußerst 
beschränkt. 
Schließlich sei erwähnt, daß das Ausbringen einer Laterne an Land unter 
allen Umständen anzurathen ist. Man wird sich, falls man treibt, mit ihrer 
Hülfe entweder wieder zum Ankerplatz zurückfinden oder doch in der Nähe des- 
selben halten. können. 
Berichte über Seebeben. 
Seit dem Berichte über Seebeben, welcher in diesen Annalen, Jahrg. 1891, 
Seite 295, veröffentlicht worden ist, erhielt die Seewarte noch Kunde von folgenden 
Vorkommnissen ähnlicher Art, die von deutschen Schiffen beobachtet wurden: 
a) Um 2 Uhr nachmittags — wahre Ortszeit, wonach die Schiffe auf See 
stets rechnen — des 13. März 1888 beobachtete man an Bord des sich in 
2,5° S-Br und 126,8° O-Lg, in der Molukken-See, befindenden Schiffes „Sebastian 
Bach“, Kapt. W. Schneider, eine 15 Sekunden dauernde Erschütterung, die 
von einem Seebeben verursacht wurde. Es wehte zur Zeit ein schwacher Nord- 
westwind, der Luftdruck betrug 761 mm. 
b) Um 9 Uhr nachmittags des 9. September 1890, bei 37,6° N-Br und 
17° W-Lg, bemerkte man an Bord des von Kapt. A. Cords geführten Schiffes 
„Caesarea“ eine etwa 10 Sekunden anhaltende Erschütterung des Schiffes, während 
gleichzeitig unterseeischer Donner hörbar war. Der Wind wehte damals aus NE 
in Stärke 4, der Luftdruck betrug 767 mm. 
c) Um 7 Uhr abends am 8. Februar 1891, als das von Europa nach San 
Francisco bestimmte Schiff „Orbis“, Kapt. P. F. Ohlsen, sich in 44,8° S-Br und 
79,3° W-Lg nicht weit entfernt von der Küste Südchiles befand, beobachtete 
man ein heftiges Seebeben, Es wehte gleichzeitig Westwind, Stärke 4, und der 
Luftdruck war 761,0 mm.
	        
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