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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 22 (1894)

Singapore— Colombo —Seychellen—Sansibar—Kapstadt. 
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Am 20. vormittags wurde im Hafen von Victoria (Mahe) festgemacht. 
Auch hier wurde während des eintägigen Aufenthaltes eine sehr hohe Tempe- 
ratur (bis 33,5°) angetroffen. 
Am 21. nachmittags wurde Port Victoria verlassen. Der Wind auf der 
Ueberfahrt nach Sansibar war nordnordöstlich Stärke 2—3, der Strom: 
am 22. bis 23. Februar N 86° E 26 Sm. 
23. „ 24. „ S17°E 65 , 
24. „ 25. „ S82°E 19 ,„ 
Die Rhede von Sansibar wurde von Norden durch die English Passage 
angesteuert und dort in den Peilungen: Glockenthurm SO!/40, Weißer Stein- 
pfeiler N0*40 geankert,. 
Das Barometer zeigte während der ganzen Reise keine ungewöhnlichen 
Abweichungen. 
Am 3. März mittags verließ. das Schiff die Rhede von Sansibar. Es 
wurde nach Passiren des Southern Pass durch den Sansibar Channel südlich ge- 
steuert, und der Kurs westlich von Latham Island gesetzt. Die Lazarus-Bank 
wurde östlich passirt und von da ab in dem von den Segelanweisungen empfohlenen 
Abstande von der Küste gesteuert. Am 15. mittags wurde im Hafen von Kap- 
stadt festgemacht. 
Abweichungen von den Segelanweisungen oder Unrichtigkeiten in den 
Karten wurden auf der Reise nicht gefunden. 
Das Wetter im Kanal von Mozambique war stets regnerisch und böig. 
Starke Gewitterregen mit Böen bis Stärke 8 traten jeden Tag auf. Es lief 
dauernd eine hohe Dünung aus SE. Der Wind wehte sehr unbeständig aus ver- 
schiedenen Richtungen mit Stärke 1 bis 3. Nach dem Verlassen des Kanals 
wurde am 12. ein starker westlicher Wind (6 bis 7) angetroffen, der eine hohe 
züdwestliche Dünung mitbrachte. Letztere hielt an, während der. Wind bei 
gleicher Richtung in den folgenden Tagen an Stärke nachließ. Am 12. und 
13. März traten dichte Nebel ein, die sich aber nur in geringer Höhe über 
Wasser hielten. 
Im Mozambique-Kanal wurde kein Strom angetroffen. Die Besteck- 
unterschiede waren zu gering, um auf einen solchen schliefsen zu lassen. Vom 
10, bis 13. März wurde der Agulhas-Strom in folgender Richtung und Stärke 
angetroffen: 
9. bis 10. S31°W 36 Sm. 
10. „ 11. S51°W 145 , 
U. „ 12, S47°W 58 
12 „ 13. S53°W 54 
Auf der Agulhas-Bank wurden keine Strömungen bemerkt, 
Am 12. mit dem Einsetzen des Westwindes sank das Barometer auf 
762 mm im Mittel, und stieg am 13. und 14. mit dem Nachlassen des Windes 
auf 767 mm. In der Nacht vom 12. zum 13. sank die Temperatur der Luft innerhalb 
4 Stunden um 2,5°, die des Wassers um 6°; das specifische Gewicht war statt 
1,025 der vorhergehenden Tage 1,026. Das Schiff hatte in diesem Zeitpunkte 
die Agulhas-Bank erreicht, der Strom also aufgehört. Auch während der fol- 
genden beiden Tage blieb die Temperatur des Wassers um etwa 2° niedriger als 
die der Luft. Im Agulhas-Strom blieb die Wassertemperatur fast gleich, 27° —28°, 
während die der Luft zwischen 26°-—30° schwankte. 
Das Feuer vom Kap der guten Hoffnung wurde trotz klaren Wetters erst 
in einer bedeutend geringeren Entfernung als die Sichtweite (36 Sm) gesehen. 
Dasselbe war, wie schon öfter gefunden, infolge seiner sehr hohen Lage von 
Wolken umgeben. 
Auf der Agulhas-Bank wurden nachts ganze Schaaren von Fischen be- 
merkt, die bei dem stark phosphorescirenden Wasser auf gröfsere Entfernungen 
den Anschein erwecken konnten, als zeigte das Wasser Schaumköpfe, die durch 
sine nahende Böe hervorgerufen würden.
	        
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