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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 22 (1894)

Beschreibung russischer Handelshäfen. 
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begriffenen Petroleum-Hafen an der am Ende der Mole befindlichen Treppe; der 
Nullpunkt desselben bezeichnet die Normalhöhe. - 
In dem noch unvollendeten Petroleum-Hafen sind 24 Fufs (7,3 m) hohe 
und 162 Faden lange Kais am Ende des Dammes angeordnet. Dieselben werden 
von Dampfschiffen benutzt, welchen durch Röhrenleitungen Petroleum unmittelbar 
aus den Fabriken zugeführt wird. Aufserdem sind besondere hölzerne Anlege- 
stellen für Dampfer mit einem Tiefgang bis 20 Fuß (6 m) an dem Stadtufer 
vorhanden, nämlich: 
2 Anlegestellen der russischen Gesellschaft für Handel und Dampf- 
schiffahrt, 
L Anlegestelle der russischen Gesellschaft, 
1 Anlegestelle .von H. Burkhardt, 
Für Boote und Barken sind vorhanden: 
a) am Stadtufer: 
8 Anlegestellen der Stadt, 
2 Anlegestellen des Zollamtes, 
1 Anlegestelle von H. Burkhardt; 
b) hinter dem Damme: 
1 Anlegestelle von Richner & Co., 
l Anlegestelle der Kaspi-Schwarzes Meer-Petroleum-Gesellschaft. 
Für die über Batum gehenden und für die örtlichen Bedürfnisse an- 
kommenden Güter mit Ausnahme von Petroleum sind bisher geeignete Lager- 
räume nicht vorhanden. Holz und Baumaterialien, wie Ziegel u. dergl., werden 
auf einem schmalen Grundstück der Bucht ausgeladen, dessen Enteignung die 
Stadt für die Hafenanlage in Aussicht genommen hat. 
Ueberdeckte Güterniederlagen besitzt weder die Stadt noch die Hafen- 
verwaltung, noch die Regierung. Auch Hafengleise sind nicht vorhanden, Das 
Laden und Löschen der Güter erfolgt auf Strafsenfuhrwerk oder auf Booten. 
16. Der Hafen von Arkhangelsk. 
Der Theil des Flusses Dwina,*) woran die Stadt Arkhangelsk liegt, wird 
für den Wasserverkehr benutzt und Hafen von Arkhangelsk genannt. 
Der Hafen besitzt aufser dem Kai von Solombala und einigen Bollwerken 
keine Hafen-Einrichtungen und keine baulichen Anlagen für das Anlegen der 
Schiffe, Neuerdings ist zur Verbesserung der Hafeneinfahrt die Beseitigung der 
dortigen Sandbänke begonnen. Von letzteren befindet sich die gröfste nahe bei 
Arkhangelsk bei der Insel Mosseyef, eine zweite 25 Werst (14 Sm) von der 
Mündung der Dwina im Meere. Bei der ersteren betrug die Wassertiefe 8 Fuß 
(2,4 m); die Fahrrinne durch dieselbe erhält eine Sohlenbreite von 40 Faden und 
eine Tiefe von 15! Fuß (4,7 m) bei niedrigem Wasserstande. Durch die Fahr- 
rinne, welche im Meere bei der 70 Werst (40 Sm) vom Hafen entfernten Insel 
Mudyugski durch die Mündung-Sandbank oder die sogenannte Birkenbarre ge- 
baggert wird, soll die bisher beim niedrigsten Wasserstande 11 Fufs 3 Zoll (3,4 m) 
betragende Wassertiefe bis auf 17!/2 Fufs (5,3 m) vergröfsert werden; die Sohlen- 
breite der Fahrrinne beträgt 50 Faden, die Länge derselben etwa 2 Werst. Die 
Fahrstrafse zwischen dem Meere und dem Hafen ist durch Bojen und Sigual- 
stangen. bezeichnet. 
Am Eingange der Barre befindet sich ein schwimmender Leuchtthurm und 
auf der Insel Mudyugski ein massiver Leuchtthurm mit festem weifßfßsen Licht. 
Zwei doppelflüglige Thürme bezeichnen die Fahrrinne über die Barre; der 
kleinere ist weils und hat rothes Licht, der größere ist schwarz und hat 
weifßses Licht. 
Der Hafen von Arkhangelsk hat fast ausschliefslich Ausfuhrverkehr. 
Ausfuhrgegenstände sind Holz (Bretter), Hafer, Flachs, Hede und Theer. Diese 
Güter werden von Flufsschiffen und bei den am Flusse Maimaksa liegenden 
Sägemühlen verladen. Als Verladestelle dient der sogenannte Solombala-Hafen, 
ein 80 000 Quadratfaden grofser Theil der Dwina gegenüber der Insel Solombala. 
Die Dampfschiffe ankern im Flusse, die Segelschiffe. lezen an dem 700 Faden 
1) Dwina == uördliche Düna.
	        
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