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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 22 (1894)

Ann. d. Hydr. ete., XXH. Jahrg. (1894), Heft IX. 
9 
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Beschreibung russischer Handelshäfen, >) 
Ostsee: 1. St. Petersburg. 2. Reval. 3. Pernau. 4. Riga. 5. Windau. 
6. Libau. — Schwarzes Meer: 7. Odessa. 8. Nikoläyef. 9. Jalta. 10. Berdyansk. 
11. Mariupol. 12. Taganrog. 13. Noworossijsk. 14, Poti. 15. Batum. — 
Weißes Meer: 16. Arkhangelsk. 
1. Der Hafen von St. Petersburg, 
Der Hafen von St. Petersburg ist ein Ausfuhrhafen für das Getreide des 
Wolga-Gebietes und für den Holzreichthum des Nordens und ein Einfuhrhafen für 
die Einfuhr von Moskau, dem Mittelpunkte des inneren russischen Verkehrs. 
Getreide wird von den Wolga-Stationen aus mit der Eisenbahn oder durch 
das Marien-Kanal-System, Holz ausschliefslich auf dem Wasserwege zugeführt, 
Durchgangsgüter nach Moskau werden ausschließlich mit der Eisenbahn befördert. 
Ein großer Mangel des Hafens ist es, dafs er 150 bis 160 Tage hindurch 
im Jahre (etwa vom 15. November bis zum 15. bis 25. April)”) zugefroren ist. 
Bis zum Jahre 1885 war ein weiterer Uebelstand der niedrige Wasserstand von 
9 bis 10 Fuß (2,7 bis 3 m) bei der Barre an der Mündung der Newa, der die 
Seeschiffe zwang, zum Löschen und Laden in Kronstadt zu bleiben. Der Verkehr 
zwischen Kronstadt und St. Petersburg mufste durch Leichterschiffe oder Barken, 
d. h. flachgebaute, von Bugsirdampfern gezogene Flufßsboote, vermittelt werden. 
Der hierdurch verursachte Kosten- und Zeitaufwand veranlafste die Regierung, 
in: den Jahren 1878 bis 1885 einen Seekanal zu bauen, der Seeschiffen von 
20 Fuß (6 m) Tiefgang die Einfahrt in die Newa ermöglicht. Der Kanal ist 
26 Werst (15 Sm) lang und 22 Fuß (6,7 m) tief von dem gewöhnlichen Wasser- 
stande ab; seine Sohlenbreite beträgt in dem offenen Theile 50 Faden,*°) in dem 
eingedämmten Theile mindestens 40 Faden. Der 9 Werst (5,2 Sm) lange ein- 
gedämmte Theil befindet sich an der Durchschneidungsstelle der Sandbänke. 
Durch den Bau des Kanals ist der Anfang zur Verlegung des Seehandels- 
verkehrs von Kronstadt nach St. Petersburg gemacht. Ein grofser Theil des 
Handelsverkehrs vollzieht sich jedoch auch jetzt noch in‘ Kronstadt. Der Güter- 
verkehr des St. Petersburg—Kronstadter Hafens mit Ausschlußs des Küsten- 
verkehrs und des finnländischen Verkehrs ergiebt sich auf Grund der Angaben 
für die sieben Jahre von 1883 bis 1889 aus den folgenden abgerundeten Zahlen: 
Einfuhr. 
a) Steinkohlen und Koaks . . ....... +. + + + 55—65 Mill. Pud 
b}) Unbearbeitete Metalle, Schwefel, feuerfeste Ziegelsteine, 
Kolophonium, Salze und sonstige chemische Erzeugnisse etwa 10 x» 
Baumwolle, Kolonialwaaren, Manufaktur- und Werthgegen- 
stände etwa. . 
5» 
im Ganzen 70—80 „ 
mit einem Werthe von 65—75 Mill. Rubel. 
Ausfuhr. 
a) Korn, Mehl, Leinsamen . . . 
b) Holz 20.00 Rs 
e) Petroleum, Naphtha, Flachs, ausgeprefßter Leinsamen, Knochen, 
Spiritus und andere Krzeugnisse etwa. . . . % u 5 en x 
im Ganzen 65—95 „ 
mit einem Werthe von 60—100 Mill. Rubel. 
3} 
1) Aus dem Atlas der russischen Handelshäfen, 1. und: 2, Lieferung, herausgegeben vom 
Ministerium der Verkehrswege, St. Petersburg 1892 und 1893. 
2) Alten Stils. 
3) 1 Faden == 7 engl. Fulßs = 2,13 m. 
Ann. d. Hyvär. ete.. 1894. Heft 1X.
	        
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