318 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1894.
Küste erfolgten Gewitter vom 11. bis 13. und am 15. _Vereinzelt erreichten die vom
12. bis 22. meist südwestlichen und westlichen Winde Sturmesstärke am 17.,
19. und 20. Bei Eintritt des regnerischen Wetters sanken die Morgentemperaturen
zunächst schnell und in der Folge langsam bis zum 19. oder 20., dann erfolgte
meist ein starkes Steigen bis zum 24. Am 12. sanken dieselben an der Nordsee und
westlichen Ostsee unter die Normale und lagen vom 16. bis 21., mit Ausnahme
von Memel, an der ganzen Küste unter den normalen Werthen, späterhin, vom
23, bis 31., fast durchweg darüber, wie in der ersten Dekade des Monats.
Eine Aenderung der Wetterlage wurde am 22, durch das Vordringen einer
Depression von Südwesten und das gleichzeitige, am 23. hervortretende Heran-
nahen eines Maximums von Nordwesten her eingeleitet. Durch einen Ausläufer
jener Depression wurden zunächst noch am 23. von der Nordsee- bis zur mittleren
Ostseeküste, und durch ein in südöstlicher Richtung über die südliche Ostsee fort-
schreitendes flaches Minimum am 24, an der östlichen Ostsee, Regenfälle und
Gewitter herbeigeführt; dann trat trockenes, an der Ostsee meist, an der Nordsee
vielfach heiteres Wetter mit steigenden Tagestemperaturen ein, bis zum 29. im
Bereiche hohen Druckes, welcher seine höchsten Werthe über dem Norwegischen
Meere erreichte und von hier nach Centralenropa vorbuchtete. Ein über Grofs-
russland Jagerndes Depressionsgebiet rief in Wechselwirkung mit dem Hochädruck-
gebiet an der. östlichen Ostsee vielfach starke, in Brüsterort am 25. und 26.
stürmische nördliche Winde, (Stärke 8 bis 10), hervor und bedingte am 25. meist
ein starkes Zurückgehen der Morgentemperaturen, die dann wieder langsam bis
zum 29. oder 30. anstiegen und schliefslich wieder einen kleinen Rückgang
zeigten.
Am 30. und 31. lag die Küste im Bereiche einer Ausbuchtung der über
Russland lagernden Depression; kleine Theilminima traten auf, welche am 30. an
der Küste zwischen Elbmündung und Neustädter Bucht Gewitter und geringe
Niederschläge im Gefolge hatten.
Sehr ergiebige, 20 mm übersteigende Niederschläge wurden im Juli be-
obachtet am 3. in Neufahrwasser (38) und Ahlbeck (33), am 7. in Hamburg (29)
und Carolinensiel (29), am 12. in Kiel (21), am 14. in Brüsterort (25), Pillau (28),
Leba (28), Stolpmünde (32), Carolinensiel (21) und Borkum (21), am 15. in
Brake (32) und am 23. in Arkona (24).
In den Monatsmitteln lag der Luftdruck ein wenig unter, die Temperatur
um 1 bis 2° über der Normalen, während die registrirten Windgeschwindigkeiten
theils kleiner, theils größer als die vieljährigen Werthe ausfielen und die Monats-
summen der Niederschläge meist erheblich zu kleine Werthe aufwiesen, Von
den Windrichtungen war meist die südwestliche allein oder in Verbindung mit
benachbarten Richtungen durch größte Häufigkeit ausgezeichnet.
Die höchsten Temperaturen überschritten nur in Neufahrwasser 30°
Nebel und Hagel wurden nur in vereinzelten Fällen beobachtet.
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