Börgen: Ueber eine neue Methode, die harmonischen Konstanten abzuleiten, 305
Eintägige Tiden. Man bilde die Differenz der um 12 Stunden aus-
einander liegenden D; und die Differenz und die Summe derjenigen
Differenzen, deren zugehörige Stunden sich zu 12“ ergänzen, wobei
die Differenzen für 0* und 6" für sich bleiben, also Di — Die+: = A
und 4 — A_+t und A + A124, Wobei A, und A, unverändert
bleiben. Die Größen 4 — 42-4 und 4, und 4, sind mit sin (6 — £) ix,
die Größen 4 + dı24++4 und 4, und A, sind mit cos (6 —t) ix zu
multipliciren und deren algebraische Summe zu bilden. Die logg. der
sin und cos sind oben für jede Tide angegeben.
Vierteltägige und sechsteltägige Tiden. Es ist die Summe S;
der um 12 Stunden auseinander liegenden D;, wie sie schon für die
halbtägigen Tiden gebildet wurde, mit in (6 + 1) ix, deren logg. oben
gegeben sind, zu multiplieiren, dann ist die algebraische Summe dieser
Produkte bezw. FF,‘ und Gr.
4. Die so gefundenen F,' und GG,‘ sind wegen des Einflusses der anderen
Tiden mittels der oben für jede Tide gegebenen Ausdrücke zu verbessern.
A, und B, werden nach (10) gefunden durch:
Ay = fy Ry sin (& — Ny)
By = fy Ry cos (&y — Ny)
Ry, & sind durch die vorherige Ableitung der betreffenden Tide bekannt
oder können durch (2) gefunden werden, und für log £, und N, sind oben die nöthigen
Werthe gegeben. Meistens wird es genügen, zur Berechnung der Verbesserungen
die zusammengezogenen Formeln zu benutzen,
5. Die so gefundenen verbesserten Werthe von F, und G, sind dann in
die für Jede Tide gegebenen numerischen Formeln für Ay und B, einzusetzen,
um diese zunächst gesuchten Größen zu erhalten.
6. Hat man Ay und B,, so ergeben sich R, und & nach (10) durch die
Gleichungen:
Rz sin (Zx — Nz) ==
Rx cos (dx — Nx) = =
7. Endlich ergeben sich die eigentlich gesuchten Gröfsen H, und x, nach
(2) durch die Formeln:
1
Hx = Rx
%r — kfz A Vr
Die Ausdrücke für = und V„, sind in der oben gegebenen Uebersichts-
tabelle über die zu berücksichtigenden Tiden gegeben worden, zu ihrer numerischen
Berechnung sind Hülfstabellen in der Abhandlung: „Die harmonische Aualyse
der Gezeitenbeobachtungen“ („Annalen der Hydrograpbhie etc.“ 1884 und separat)
enthalten.
In der Einleitung wurde die Behauptung aufgestellt, die Ableitung der
Tiden nach der hier entwickelten neuen Methode erfordere weniger. als die Hälfte
der Arbeit wie nach dem älteren Verfahren bei Verwendung der Leitlinien oder
von Darwin’s Apparat. Wir wollen dies nun in ähnlicher Weise wie Darwin
es bei Darlegung des enormen Vortheils, welchen seine neue Methode bietet,
gethan hat, zahlenmäfsig, soweit es möglich ist, nachweisen. Vorausgesetzt wird,
dafs ein Jahrgang von 370 Tagen stündlicher Wasserstandsbeobachtungen vorliege
und dafs die Beobachtungen in Metermafs gemacht und auf Centimeter angegeben
sind, die einzelnen Wasserstände demnach 3 Ziffern!) enthalten, und daß die
Tiden M, (M,, Mc;), Sı (S,, Se) Ko, N, L, v, wm, 2SM, T, R, K,, P, 0, Q, I
4) Auch die höchsten auf der Erde vorkommenden Fluthwechsel
durch 3 Ziffern ausdrücken, wenn der Nullpunkt demgemäfs gewählt
W asserstände zugelassen werden.
lassen sich in Metermafs
wird, also auch negative