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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1894,
von ununterbrochenem KEise bedeckt; in den Wintern aber von 1889/90 und
1890/91 war fast kein Eis vorhanden, und obwohl im Winter 1891/92 die Rhede
zweimal zufror, so dauerte die Eisdecke im Ganzen doch nur sieben Tage.
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Im verflossenen Winter wurde die Schiffahrt in Libau ungewöhnlich früh
unterbrochen. Schon am 6. Januar erschienen auf der Libauer Rhede bedeutende
Eismassen, so daß es bereits am 14. Januar dem Eisbrecher „Vorwärts“ nur
mit großer Mühe gelang, sich durch das Eis Bahn zu brechen und den englischen
Dampfer „Envoy“ in den Kanal zu geleiten. Dieses war das letzte Fahrzeug,
welches bis Libau gelangte, und somit die Schiffahrt des verflossenen Jahres
schlofs. Vom 16. Januar an wird die Rhede und die ganze sichtbare Ausdehnung
des Meeres von unbeweglichem Eise bedeckt, in welchem nur hier und da un-
bedeutende eisfreie Stellen bemerklich sind. In solchem Zustande bleibt das Eis
bis zum 8. März, wo zuerst ein Dampfboot vom Meere aus erschien, sich durch
das unbewegliche Eis Bahn brach und wohlbehalten den Hafen erreichte. Doch
waren die Eismassen in der Umgegend Libaus noch so bedeutend, dafs von
15 Dampfschiffen, welche tags darauf, am 9. März, den Versuch wagten, mit
Hülfe eines Eisbrechers ins Meer zu stechen, nur fünf die offene See erreichten;
zehn Dampfer wurden mit sammt dem Eise gegen Norden zum Leuchtthurm von
Steinort getrieben. Am 18. März endlich wurde es den Dampfern möglich, sich
Bahn zu brechen durch das Eis, welches Libau umgab und welches erst am
26. März vollends ins Meer getrieben wurde. Somit wurde die Libauer Rhede
im verflossenen Winter im Laufe von 53 Tagen von Eis vollkommen gesperri;
diese Unterbrechung der Schiffahrt würde 64 Tage angehalten haben, wenn die
Eishülle nicht künstlich durch Eisbrecher gebrochen worden wäre. Eine so an-