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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 22 (1894)

Spindler: Eisverhältnisse an den Seeküsten des russischen Reiches. - 285 
7 und 55 Tagen. Das früheste Zufrieren fand am 14, Dezember 1888, die 
späteste Befreiung vom Eise am 7. März in den Jahren 1890, 1891 und 1893 statt, 
Im Azöf’schen Meere erschien das Eis zuerst in der Bucht von Taganrog, 
am spätesten bei Berdydnsk. Im Mittel dauerte die Eisdecke ungefähr 3 Monate 
and die Gesammtsumme der Tage mit Eis schwankt am meisten (zwischen 2 und 
41/2 Monaten) bei dem Leuchtthurm von Byelosoraisk, 
Das früheste Zufrieren fiel bei Taganrog auf den 26, November und bei 
Berdyansk auf den 27. Dezember; der späteste Eisgang fand im Jahre 1889 am 
1. April bei Genitshesk, am 19, April bei Berdyansk statt. 
Im Azöf’schen Meer, ebenso wie im Schwarzen Meer, war der Winter 1891/92 
für die Schiffahrt am günstigsten; die am längsten dauernde Unterbrechung der- 
selben auf mehr als 4 Monate fand im Winter 1888/89 statt. 
Das Kaspische Meer. Für dieses bieten nur zwei Punkte, die Leucht- 
thürme der „Vier Hügel“ und von Petrofsk, mehr oder minder befriedigende 
Beobachtungen. An beiden Punkten wurden Beobachtungen des Eises angestellt, 
doch fror das Meer nur bei dem „Vier Hügel“-Leuchtthurm zu, d. bh. nur im 
nördlichen seichten Theile des Meeres, in welchen die Wolga mündet. 
Bei dem „Vier Hügel“ - Leuchtthurm hielt das Eis am längsten im 
Jahre 1890/91 an -— genau 4 Monate. Das früheste Zufrieren fand dort am 
9, November 1891, die späteste Befreiung vom Eise am 31. März 1889 statt. 
Für die Schiffahrt war auch hier der Winter 1891/92 am günstigsten. 
Unter fünf Wintern fror in Petrofsk in den ersten drei der Hafen zu, und 
die längste Zeit des Zufrierens, 47 Tage, fiel auf das Jahr 1888/89. Das früheste 
Zufrieren des Hafens von Petrofsk fand am 25. Dezember 1888, dessen späteste 
Befreiung vom Eise am 3. April 1890 statt. 
Im offenen Meere wurde im Laufe derselben Winter am Horizont nur be- 
wegliches, angetriebenes Eis bemerkt; im Laufe der letzten zwei Winter war 
gar kein Eis zu entdecken. 
*  Schwimmende Eisschollen dringen an der westlichen Küste des Kaspischen 
Meeres bis Derbent; in Baku aber wurde nie Eis bemerkt, und nach den Aussagen 
des Beobachters sind Fälle von Eis dort gänzlich unbekannt. An der östlichen 
Küste froren, nach zweijährigen Beobachtungen, Meerbusen und Bucht beim 
Leuchtthurm von Tyub-karagan im Winter zu, am frühesten am 24. Dezember 
im Jahre 1888; am spätesten vom Eise befreit wurden sie 1889, nämlich am 
97. März. Im Laufe desselben Zeitraumes wurden auch in offener See 
schwimmende Eisschollen beobachtet. Bei Krasnovodsk erschien nur örtliches 
Eis, welches keine einförmige Eisrinde bildete; am frühesten erschien es am 
30. Dezember 1888, am spätesten verschwand es aus der Bucht am 16. Februar 1891. 
Das Weifse Meer. In den letzten fünf Wintern brach die Eissaison für 
die Dvina-Bucht (nach altem Stil) in der zweiten Hälfte des Oktober und für 
den Eingang in die Onega-Bucht Anfang November an. Das früheste Erscheinen 
von Eis wurde bei dem Modyug’schen Leuchtthurm am 13. Oktober 1892 beob- 
achtet. Das Meer war nur auf eine gewisse Entfernung von den Ufern zu- 
gyefroren; in den offeneren Theilen des Meeres blieb das Eis gröfstentheils be- 
weglich, wie man aus den Beobachtungen auf dem Jijginski- und Zimnegorski- 
Leuchtthurm schließen kann. Genauere und vollständigere Beobachtungen auf 
dem letztgenannten Leuchtthurm zeigen jedoch, dafs es Winter giebt, wo auch 
die offene See von einer ununterbrochenen, unbeweglichen Eisdecke, wenigstens 
bis zum Horizont des Leuchtthurmes, d. h. auf mehr als 20 Meilen, bedeckt wird. 
Ein ähnliches Zufrieren dauerte im Jahre 1892 gegen Ende des Winters 33 Tage, 
im Jahre 1893 79 Tage, wobei selbst bis zum 28. Mai. das Eis unbeweglich blieb. 
Bei der sogenannten „Kehle“ des Weißen Meeres, an der Stelle, wo 
dieses ins Eismeer mündet, findet das Zufrieren bis zum Horizont des Orlof’schen, 
Sosnowets’schen und Morjof’schen Leuchtthurmes fast alljährlich statt. Das an- 
haltendste ununterbrochene Zufrieren wurde im Winter 1892/93 im Februar bis März 
beobachtet; bei Sosnowets dauerte es 60, bei Orlof 34 Tage. Die Gesammt- 
zumme der Tage mit Eisdecke an dieser Stelle des Weifßsen Meeres belief sich 
jedoch bei dem erstgenannten Leuchtthurm auf 117, bei dem zweiten auf 79 Tage. 
Die gröfsten Schwankungen von Jahr zu Jahr sehen wir bei Orlof: von 5 (1890) 
bis zu 79 Tagen (1893). Für das ganze Weiße Meer dauert die Kissaison im
	        
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