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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 22 (1894)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1894. 
Der Winter war der Prüfung bei den niedrigen Temperaturen im Allge- 
meinen günstig, es konnten daher Letztere fast nahezu erreicht werden, die 
niedrigste überhaupt beobachtete mittlere Tagestemperatur betrug 4,5°, die 
höchste 30,2°. Auch die Schwankungen innerhalb der einzelnen Dekaden blieben 
nur unerheblich, so dafs bei den 5°-Dekaden die beabsichtigten Mitteltemperaturen 
ebenfalls annähernd hergestellt werden konnten. . 
Die aus den Vergleichungen mit den Normaluhren -resultirenden Gänge 
der einzelnen Chronometer wurden zu zehntägigen Gangsummen vereinigt und 
die hieraus abgeleiteten mittleren täglichen Gänge in die Kolumne V der folgenden 
Tabelle eingetragen. 
Gleichzeitig mit den Chronometern wurden zwei "Thermochronometer 
(nicht kompensirte Chronometer) verglichen, und es sind die mittleren täglichen 
Gänge derselben. am. Fuße. der Tabelle angegeben. Unter den Rubriken, welche 
diese in Sekunden ausgedrückten Werthe enthalten, folgen alsdann die aus den 
täglichen Ablesungen der meteorologischen Instrumente gebildeten Mitteltempe- 
raturen sowie die Extreme der während der betreffenden Dekade beobachteten 
mittleren Tagestemperaturen. In der letzten Reihe sind schließlich die Mittel- 
werthe der an den Koppe’schen Haarhygrometern abgelesenen relativen Feuchtig- 
keitsgrade im Innern des Prüfungsapparates angegeben. 
In Gemälfheit der hohen Verfügungen des Herrn Chefs der Admiralität 
vom 12. Juli 1889 und vom 3. März 1890, sowie dem Konkurrenz-Ausschreiben 
der Direktion der Seewarte entsprechend, sollte nach beendeter Prüfung für die 
Beurtheilung der Güte der Chronometer das folgende Verfahren in Anwendung 
gebracht werden: sämmtliche Chronometer, soweit sich dieselben überhaupt als 
brauchbar für die nautische Praxis erweisen, werden in vier Klassen eingeordnet, 
welche durch folgende Prädikate bezeichnet werden: 
Klasse 1: „Vorzüglich“ 
„2: „Sehr gut“ 
„3: „Gut“ 
„4: „Genügend“. 
Für die einzelnen Klassen werden die folgenden Maximalwerthe der die 
Fehler der Chronometer zum Ausdrucke bringenden Ko&fficienten A, B und € 
festgestellt: 
Klasse 1 2 3 4 
A+2B+C 2,5° 5,0° 6,5° 10,0% 
B 0,755 1,2° 1,6° 2,5° 
C 0,075° 0,10% 0,12° 0,28. 
Diese Gröfsen A, B und C werden berechnet aus den während der ein- 
zelnen Dekaden der symmetrisch vorgenommenen Temperaturprüfung erhaltenen 
mittleren täglichen Gängen. Zur Bestimmung der Größe A sind die beiden zu 
gleichen Temperatur-Dekaden gehörigen täglichen Gänge paarweise zu einem 
Mittelwerthe zusammenzufassen (siehe Kolumne VI). Es ist dann die gröfste 
vorkommende Differenz der so gefundenen Mittelwerthe gleich A zu setzen. 
Bezeichnet ferner B‘ die gröfste Differenz der täglichen Gänge von zwei auf- 
einander folgenden Dekaden, 7 die Differenz der Temperatur dieser beiden Zeit- 
abschnitte und T die Differenz der höchsten und niedrigsten überhaupt während 
der Prüfung vorgekommenen Temperatur, so ist B==B' — A, wobei auf eine 
etwaige Verschiedenheit in den Vorzeichen von A und B‘ keine Rücksicht ge- 
nommen wird. 
C oder den zehnfachen Werth der mittleren täglichen Acceleration erhält man, 
indem man die Gangdifferenzen von je zwei zur Mitte der Untersuchungszeit sym- 
metrisch gelegenen Dekaden gleicher Temperatur bildet, dieselben durch die Anzahl 
der zwischen der Mitte beider Zeitabschnitte liegenden Tage dividirt und aus den so 
arhaltenen Zahlen das Mittel nimmt. Um einen von zufälligen Gangunregel- 
mäfsigkeiten möglichst unabhängigen Werth der Acceleration zu gewinnen, sind 
hierbei nur diejenigen Gänge verwerthet worden, die während der zwei äufsersten 
Paare von Zeitabschnitten erhalten wurden. Die Beeinflussung durch zufällige 
Gangunregelmäßigkeiten gestaltet sich dadurch am geringsten, da dann der oben
	        
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