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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 22 (1894)

Ann. d. Hydr. ete., XXIL Jahrg. (1894), Heft VII. 
279 
Bericht über die siebenzehnte auf der Deutschen Seewarte im 
Winter 1893—94- abgehaltene Konkurrenz-Prüfung von 
Marine-Chronometern. 
An der in Gemäfsheit der von dem Herrn Chef der Kaiserlichen Admi- 
ralität unter dem 2. Dezember 1875 erlassenen Instruktion für die Deutsche 
Seewarte, innerhalb der Tage vom 15. November 1893 bis 24. April 1894 in der 
der Leitung der Hamburger Sternwarte unterstellten Abtheilung IV der See- 
warte veranstalteten siebenzehnten Konkurrenz-Prüfung von Marine-Chronometern, 
hatten sich nachstehende Fabrikanten durch Einlieferung von denselben ange- 
fertigter Instrumente betheiligt: 
Fabrikant 
E. Bröcking 
W. Bröcking 
Hermann Diedrich 
W. G. Ehrlich 
J, Eisele 
A. Kittel 
Wohnort Zahl der Chronometer 
Hamburg 
Hamburg 
Geestemünde 
Bremerhaven 
Kiel 
Altona . 
Im Ganzen 30 Chronometer. 
Bei den Uhren waren alle in dem Konkurrenz-Ausschreiben vom August v. J. 
enthaltenen Bedingungen bezüglich der Konstruktions-Angaben und Zeichnungen, 
des letzten Reinigungstermins etc. erfüllt, und außerdem hatten sämmtliche 
Herren Fabrikanten eine schriftliche Erklärung über die Anfertigung dieser In- 
strumente in der eigenen Werkstatt und selbstständige Durchführung der Haupt- 
theile, Unruhe, Spirale und Hemmung, wie Ausführung der Reglage abgegeben. 
Die Chronometer wurden während der Untersuchungszeit jeden zweiten 
Tag um 10 Uhr durch den Abtheilungs-Assistenten, Herrn Dr. C. Stechert, 
mit den Normaluhren der Sternwarte auf chronographischem Wege, unter 
Benutzung der zu diesem Zwecke eigens hergerichteten telegraphischen Ver- 
bindung zwischen beiden Anstalten, verglichen; außerdem wurde an jedem 
Dekadentage zwischen 10 und 11 Uhr vormittags eine zweite Vergleichung zur 
Herstellung einer unabhängigen Kontrole mit Hülfe des Chronographen der 
Sternwarte ausgeführt. Die zur Ermittelung des Standes der Normaluhren noth- 
wendigen Zeitbestimmungen wurden von Herrn Dr. Stechert an den Meridian- 
Instrumenten der Sternwarte angestellt. 
Das Verfahren bei der Prüfung, insbesondere die Anordnung der Tem- 
peratur-Intervalle, war analog dem bei den früher auf der Abtheilung IV ab- 
gehaltenen Konkurrenz-Prüfungen beobachteten; doch wurden, in Gemäfsheit der 
von Seiner Execellenz dem Herrn Chef der Kaiserlichen Admiralität bestätigten 
Beschlüsse der zweiten, im Juli 1887 in Hamburg abgehaltenen Chronometer- 
Konferenz, zur Ableitung der für die Güte der Instrumente charakteristischen 
Zahlen nur die während der zwölf Dekaden von 1893 Dezember 5. bis 1894 
April 4. erhaltenen Gänge verwendet. 
Während der ersten beiden Dekaden der Prüfungszeit (1893 November 15. 
bis Dezember 5.) wurden die Instrumente allmählich bis auf 30°C erwärmt; während 
der beiden letzten Dekaden (1894 April 4. bis April 24.) wurde die Temperatur 
langsam von 30° C bis auf Zimmertemperatur vermindert. Unter Fortfall dieser 
äufsersten, hier nicht weiter berücksichtigten Dekaden ergab sich das folgende 
vollständig symmetrische Temperaturschema: 
Dekade: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 
Temperatur C: 30° 25° 20° 15° 10° 5° 5° 10° 15° 20° 25° 30° 
Ann. 4. Hydr. etc., 1894, Heft VII.
	        
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