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Full text: Jahresbericht 1978-1979

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33734. Jahresbericht des Deutschen Hydrographischen Instituts 1978/79 
Während eines einwöchigen Aufenthalts auf der Forschungsplattform „Nordsee" 
wurde im März 1979 nach dieser Methodenumstellung die Meßunsicherheit des 
Analysenverfahrens neu ermittelt, ein Beitrag zur Überwachung der Deutschen 
Bucht geliefert sowie die Modifizierung eines Probennahmegeräts erfolgreich ge 
testet. 
Seit einigen Jahren werden vor der holländischen Küste Chemieabfälle, vor allem 
chlorierte Kohlenwasserstoffe, auf entsprechend ausgerüsteten Schiffen durch 
Verbrennung vernichtet. Nach Indienststellung des Verbrennungsschiffes „Ve 
sta" unter deutscher Flagge (Abb. 7) untersuchte das DHI als zuständige Geneh- 
migungs- und Aufsichtsbehörde im Mai 1979 die Auswirkungen der Rauchgas 
fahne dieses Schiffes in dem betreffenden Seegebiet. Wegen des hohen Chlor 
wasserstoffgehalts der Rauchgase erstreckten sich diese Untersuchungen primär 
auf die Registrierung des pH-Wertes im Kondensationsgebiet der Rauchgasfahne 
sowie auf spezielle chlorierte Kohlenwasserstoffe, die als Pyrolyseprodukte auf- 
treten. Die pH-Wert-Änderung des Seewassers im Kondensationsbereich der 
Rauchfahne blieb selbst an der Oberfläche innerhalb der Variationsbreite, die 
auch durch die jahreszeitlich unterschiedliche biologische Aktivität bewirkt wird." 
Von Anfang August bis September 1979 wurde während des 1. Fahrtabschnitts 
der „Meteor-Reise Nr.52 die Pestizid- und PCB-Konzentration in Gebieten ge 
messen, die durch menschliche Einflüsse nur wenig verunreinigt sein können. 
Außer Wasserproben aus verschiedenen Tiefen wurden Proben von Meereis und 
Niederschlägen im Fahrtgebiet gesammelt und für die Untersuchung stabilisiert. 
2.2.3.1.5 Überwachung des Meerwassers auf Erdöl-Kohlenwasserstoffe 
Mit Hilfe eines BMFT-Projektes wurden Probennehmer und Verfahren zur Ab 
trennung der Erdöl-Kohlenwasserstoffe von Ballaststoffen entwickelt. Als Analy 
senverfahren werden z. Z. IR- und UV(-Fluoreszenz)-Spektrometrie eingesetzt, 
beides gruppenspezifische Verfahren, die einen „summarischen" Wert der Koh 
lenwasserstoff-Belastung liefern. Genauere Aussagen über die Zusammensetzung 
der Schadstoffgemische kann man mit Hilfe der Glaskapillar-Gaschromatogra- 
phie erhalten. 
Um die Reproduzierbarkeit der Untersuchungsmethoden zu testen, wurden im 
März 1979 Untersuchungen auf der Forschungsplattform „Nordsee" durchgeführt. 
Der Mittelwert von 20 Einzelbestimmungen betrug 1,1 pg/1, die mittlere relative 
Abweichung ± 19,5 #/o. 
Bei Messungen in der westlichen Ostsee zeigten sich durchschnittliche Konzen 
trationen von 1 p.g/1 bis 3 pg/1 im Wasserkörper. Untersuchungen der Oberflä 
chenschicht ließen allerdings deutlichere Unterschiede erkennen: Abb. 8 zeigt 
die Ergebnisse zweier Fahrten mit VFS „Gauß" im September 1977 anläßlich des 
Baltic Open Sea Experiments (BOSEX ’77) und im Juli 1978. Danach ist die Koh 
lenwasserstoff-Belastung in den Förden und Buchten (Kieler Förde, Eckernförder 
Bucht, Flensburger Förde) und auf den stark befahrenen Schiffahrtsstraßen (Feh- 
mambelt) deutlich größer als auf dem offenen Meer. 
Im September 1979 wurden auf dem 2. Fahrtabschnitt der 52. „Meteor -Fahrt von 
Tromsö nach Stavanger 66 Wasserproben entnommen. Es werden damit Aussagen
	        
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