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Full text: 48, 1929/1930

Werner \\ rage: Das Wattenmeer zwischen Trischen und Frierlrichskong. 
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Beim künstlichen An wachs läßt es sich schwer feststellen, ob ohne den Einfluß des Menschen Abbruch 
oder natürlicher An wachs vorläge. Bei den Anwachsgebieten treten mitunter breite Uebcrgangsstreifcn 
auf, daher werden diese Teile besser bei den Vorlandwatten behandelt. 
Wenn man die eben erwähnten EinteiInngsmöglichkeiten auf das Friedriehskooger Vorland anwendet, 
so erhält man etwa sieben Abschnitte. Ich habe auf T. 3. Sk. 3, diese Einteilung durchgeführt und werde 
die einzelnen Abschnitte zunächst einmal kurz bezeichnen. 
1. Kulturübergangswatt. 
2. Abbruchvorland mit künstlicher Entwässerung. Davor sekundärer Neuanwaehs von Salicornia im 
Schutz von Buschdämmen. 
3. Abbruchvorland mit natürlicher Entwässerung. Ziemlich reines Abbruch Vorland. Frühere 
Schutzdämme spärlich und meist durch Eisfluten zerstört. 
-t. Abbruchvorland mit natürlicher Entwässerung und sekundärem, natürlichem Neuanwuchs von 
Salicornia im Schutz von kleinen Halbinseln. (Auf der Skizze nur schematisch und zu groß an- 
gedeutet.) 
5. Abbruchvorland mit natürlicher Entwässerung. Sekundärer Schlitz durch neuangelegte Busch- 
dämme. 
6. Naturübergangsvorland. Natürliche Entwässerung und sekundäre künstliche Entwässerung. 
7. Die Hafenlandschaft. Eine Kulturlandschaft, die im Vorland liegt. 
Wenn man die vorstehende Bezeichnung und die Kartenskizze, die natürlich wie alle Skizzen 
dieser Arbeit nur schematisch zu verstehen ist, vergleicht, so gewinnt man ein gutes Bild von den eigen 
artigen Ueberschneidnngen und Verbindungen der früher erwähnten Formen und sieht gleichzeitig, wie 
wichtig und unentbehrlich sie für eine landschaftskundliche Einteilung sind. Man erkennt aber auch 
gleichzeitig die enge \ erbinchmg des Vorlandes mit den A orlanclwattcn. Aus diesem Grunde werden wir 
auch Abschnitt 1 und 6, soeveit sie von dem zuerst beschriebenen allgemeinen \orlandcharakter ab 
weichen, erst beim Vorlandwatt besprechen. 
Diese Einteilung erweist sich also als praktisch zur Gliederung der gesamten Uferzone. Da. wie man 
sieht, das Vorland der Abschnitte 3. 4 und 5 einander gleich ist, so kommen fürs Vorland selbst nur fünf 
Teillandschaften in Frage, von denen wir wieder, wie schon erwähnt, zwei erst bei den Vorland walten 
besprechen wollen. 
Uns bleiben also hier noch drei Abschnitte zu betrachten übrig, soweit sie von dein besprochenen all 
gemeinen Modus abweichen. Es handelt sich um das Abbruchvorland mit natürlicher und mit künstlicher 
Entwässerung und um die Hafenlandschaft. 
Zunächst das A b b r u e li vorl a n d mit n a t ii r 1 i c h e r E n twiissc r h n g. Den Samtrasen des 
Vorlandes durchzieht eine Reihe von natürlichen Prielen, die häufig in mehr oder weniger geschlängeltem 
Lauf dem Watt entgegeneilen. Diese Priele zeigen meist eine scharfe Abbruchkante und sind bei Flut 
oft bis zum Rand mit Meerwasser gefüllt. Daher wendet auch Jessen (Verlegung von Flußmündungen 
und Gezeitentiefs in jungalluvialer Zeit) statt Abbruchkante die treffende Bezeichnung ..Flutkliff“ an. 
Trotz der starken Windungen wirkt sich Prall- und Gleithang meist nicht so stark aus. daß das Flutkliff 
dadurch irgendwie gestört oder unterbrochen würde. Dadurch wirken die Vorlandpricle immer wie 
schluchtartige, tief cingeschnittene Gräben. Das ist nicht nur im Abbruchvorland so. sondern auch in den 
etwas höher gelegenen Teilen des Anwachsvorlandes mit natürlicher Entwässerung. In den niedriger ge 
legenen Gebieten dieser Teillandschaft beobachtet man oft nur am Prallhang ein Flutkliff, während am 
Gleithang sich Queller ansieclelt und so einen natürlichen Uebergang zum \ orlandrasen schafft. 
In größeren Vorlandgebieten überqueren die Vorlandpriele oft Stege, für die Müller im ..Wasserwesen 
der Halligen“ den Ausdruck ..Stöcke“ erwähnt. Nach ihm sind übrigens die Vorlandpriele oft zur Ent 
wässerung oder Feldei nteilnng vom Menschen ausgegraben und erst sekundär durch die Gezeiten- und 
Wcllenwirkung erweitert und in natürliche Vorlandprielc uingewandelt. Mag das vielleicht für die Hal 
ligen zutreffen; für unser Gebiet wage ich diese Annahme zu bezweifeln. Der oft außerordentlich un 
ruhige Lauf spricht sehr dagegen. Außerdem konnte ich an Stellen im künstlich entwässerten Vorland, 
wo die Entwässerungsgräben unmittelbar senkrecht ins Watt ausliefen, wo also die \ erlniltnisse für eine 
Einwirkung der Wellen und Gezeiten sehr günstig lagen, nirgends eine besonders auffällige Erweiterung
	        
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