Versuche über das Glätten der See durch Seifenwasser:
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direkt auf die See geträufelt, und zwar hing die Büchse an einer 5 m langen
Schubstange für Torpedoschutznetzspieren !/ı m über Wasser.
Hierbei wehte die Lösung (da die Büchse luvwärts ausgebracht werden
mufste) zum gröfsten Theil gegen das Schiff. Eine gewisse Menge breitete sich
zwar auf der See aus, ein Erfolg bezüglich einer gläitenden Wirkung war jedoch
nicht zu bemerken. Das Schiff lief 1 bis 1'/a Sm Fahrt. Um das Auswehen zu
verhindern, wurde eine Büchse mit Seifenwasser luvwärts in den Ausgufßs gehängt;
ein Erfolg war jedoch ebensowenig wie bei dem ersten Verfahren zu konstatiren.
Zu bemerken ist, dafs dieser ganze Versuch insofern nicht einwandfrei ist,
als nicht die genügende Anzahl von Büchsen zur Verwendung kommen konnte.
5. Bericht des Kommandos $. M. S. „Arcona“.
Es konnten bisher Erfahrungen üer die Wirksamkeit von Oel und Seifen-
wasser in See nicht gesammelt werden, da die Reise von Rio de Janeiro nach
Montevideo keine Gelegenheit zur Ausführung derartiger Versuche bot. Da-
gegen sind während des Aufenthaltes auf der Rhede von Montevideo an
zwei auf einander folgenden Tagen bei annähernd gleicher Stärke von Wind
und Seegang nachstehende vergleichende Versuche mit Oel und Seifenwasser
zum Glätten der See vorgenommen worden, bei denen es sich jedesmal darum
handelte, die mit 100 m Trosse hinter dem verankerten Schiffe liegende Ge-
schütz-Flofsscheibe gegen die kurzen knappen Brechseen zu schützen.
I. Anwendung von Oel.
Verwendet wurden zwei mit Werg gefüllte Säcke, welche mit je 1,5 kg Baumöl
getränkt waren. Beide Säcke bestanden aus je zwei ineinander gesteckten aus-
rangirten Mehlbeuteln. Dieselben erzeugten, am Heck ausgehängt, einen ge-
glätteten Streifen von etwa 5 m Breite und etwa 150 m Länge, welcher, an-
fänglich das Flofs umgebend, dasselbe gegen Sturzseen schützte. Später, bei
veränderter Stromrichtung, wurde der Oelstreifen frei von der Scheibe vorbei-
getrieben, und der Versuch wurde aufgegeben, da auch vermehrtes Ausflielsen
von Oel den beabsichtigten Erfolg nicht erreichte. Verbraucht wurden 12 kg
Baumöl in etwa 15 Stunden.
IL Anwendung von Seifenwasser.
Am folgenden Tage wurde zur Fortsetzung der Versuche eine Seifenlösung
aus 1 kg Seife auf 50 1 heifses Wasser hergestellt, Die benutzte Seife war eine
in Rio de Janeiro beschaffte braune Seife, ähnlich der in der Marine gebräuch-
lichen sogenannten Mannschaftsseife,
Mit der Lösung wurden zwei Brotbeutel gefüllt, in‘ deren Boden ver-
mittelst eines Federmessers kleine Löcher gebohrt waren. Die mit etwa 4 1
Lösung gefüllten Säcke ohne Wergfüllung liefen in durchschnittlich einer halben
Stunde leer. Die Wirkung war ein 4 m breiter Streifen glatten Wassers in
einer Länge von etwa 125 m. Da der seitlich setzende Strom eine Beob-
achtung der Wirkung an der Scheibe ausschlofs, wurde nach Verbrauch der 50 1
von weiterem Ausgiefsen Abstand genommen.
An Bord S. M. Schiffe „Deutschland“, „Alexandrine“ und „Bussard“ hatte
sich noch keine Gelegenheit geboten, Versuche anzustellen.
Weitere Versuche auf auswärtigen Schiffen sind angeordnet worden,