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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 22 (1894)

Reise des deutschen Schiffes „Sirene“ von Cardiff nach Yokohama, 191 
Jahreszeit in den engen Gewässern des ostasiatischen Inselmeeres so, wie es 
sein mufs, ausnutzen zu können.“ 
Die Voraussetzung, dafs östlich von Australien der Südostpassat schon 
durchstehen würde, traf in diesem Falle nicht zu. Wahrscheinlich aber würde 
es „Sirene“ auf dem Wege durch die China-See noch viel schlechter getroffen 
haben. In einer Schlufsbemerkung zu seinem Bericht schreibt Kapt. Sauer- 
milch nämlich unter dem 15. Juni: „Gestern kam hier das englische Schiff 
„L. Robbins“ an. Dasselbe war am 28. November von New York gesegelt und 
am 9. April Anjer passirt, es hat also von Anjer bis Yokohama noch eine Reise 
von 67 Tagen gehabt. Nichts als Mallung und Stille in der China-See.“ Rechnet 
man zu den 67 Tagen noch die mittlere Dauer von 24 Tagen für die Fahrt von 
80° O-Lg nach der Sunda-Strafse im März hinzu, so ergiebt sich für die ganze 
Strecke eine Reisedauer von 91 Tagen, während „Sirene“ auf dem Wege östlich 
von Australien doch nur 73 Tage gebrauchte. Die ganze Reise des „L. Robbins“ 
hatte eine Dauer von 198 Tagen, gegen 140 der „Sirene“. 
Was die von Kapt. Sauermilch gestellte Frage anbetrifit, ob er nicht 
vielleicht besser gethan hätte, statt westlich östlich von Neu-Kaledonien zu gehen, 
so sind die auf der Seewarte vorhandenen Berichte über Reisen, die in der 
fraglichen Jahreszeit auf der einen und der anderen Route gemacht worden sind, 
leider nicht zahlreich genug, um durch ihre Vergleichung ein bestimmtes Urtheil 
zu gestatten. Nach dem Wenigen zu schliefsen, was an Berichten vorliegt, 
scheint die östliche Route einen Vortheil nicht zu versprechen; immerhin dürfte 
es ganz zweckmäfsig sein, nach der Ostseite von Neu-Kaledonien abzuhalten, 
falls durch nördliche Winde der Weg an der Westseite der Insel hinauf erschwert 
wird. Wie Kapt. Sauermilch richtig bemerkt, wird dadurch bei einer Be- 
stimmung nach Yokohama der Weg nur wenig verlängert. 
Taifun-Ankerplätze in den Gewässern von Hongkong. 
Aus der Druckschrift „Typhoon Anchorages“, veröffentlicht auf Veran- 
lassung des General-Zollinspektors in Shanghai 1893, bringen wir nachstehend 
im Auszuge eine Beschreibung der Ankerplätze nördlich und südlich der Insel 
Hongkong, welche von den Zollkreuzern mit ihren Dampfpinassen als Station 
benutzt zu werden pflegen. Die in den Berichten der Kommandanten nieder- 
gelegte Erfahrung dürfte unter Umständen auch für diejenigen in jenen Gewässern 
verkehrenden deutschen Schiffe von Werth sein oder in Verbindung mit den vor- 
handenen englischen Karten als Anhalt dienen können, welche einen gröfseren 
Tiefgang haben wie die genannten Zollkreuzer. 
1. Nördlich von Hongkong. 
Castle Peak Bay. Der gewöhnlich benutzte Ankerplatz liegt in der 
Mitte der Bucht auf 31% Fad., Castle Peak in N 34° W (mw.) 1% Sm ab. Der 
Grund hält gut, doch kommt selbst beim Nordostmonsun hohe See auf. Während 
eines Taifuns würde der Ankerplatz nicht sicher sein. 
Der nächste sichere Taifun-Ankerplatz ist südlich von den „Brothers“ in 
6 bis 6'/a Fad. Wasser (Rocky islet in eins mit Castle Peak und Ostpunkt von 
West-Brother in Linie mit Südwestpunkt von Castle Peak-Halbinsel). 
Laichikok (Cheungshawan) ist ein guter Taifun-Ankerplatz, nach allen 
Richtungen geschützt, nur nach Westen etwas exponirt. Der Ankergrund ist 
sehr gut. Der beste Ankerplatz bei schlechtem Wetter liegt auf 3% Fad. 
Changhue Peak in W%/4N (mw.) auf etwa 2'/2 Sm Entfernung. 
Die Tiden sind unregelmäfsig, weil vom Wind und dem Canton-Flufs 
beeinflufst.
	        
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