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Full text: Jahresbericht 1948

Seekartenwerk und Nanfische Geodäsie 
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ist bei Beachtung der kartographischen und technischen Arbeitsgänge ohne 
weiteres klar, daß diese Arbeit mit den zur Verfügung stehenden 13 Karto 
graphen — von denen etwa ein Viertel praktisch auch noch für die Nach 
richten für Seefahrer eingesetzt werden muß —, 3 eigenen Kupferstechern und 
den geringen, für die Vergebung von Kupfersticharbeiten zur Verfügung 
stehenden Sachmitteln nur sehr allmählich und in keinem Fall schlagartig 
erledigt werden kann. Aus den dargelegten Gründen lassen sich Schwierig 
keiten nicht vermeiden. Es wäre aber dringend erforderlich, dem Seekarten 
werk weitere Kräfte und höhere Mittel zur Verfügung zu stellen als bisher, 
um diesen Übergangszustand, cler sich sonst wie eine schleichende Krankheit 
jahrelang hinzieht, schneller zu überwinden. 
Es ist Vorsorge getroffen worden, daß die Stichvorlagen für umfangreiche 
zusammenhängende Berichtigungen über die Photographie vorab auf physi 
kalisch-chemischem Wege unmittelbar in die für den Auflagendruck be 
stimmten Aluminiumplatten eingearbeitet werden können. Die hiernach ge 
wonnenen Karten werden zwar nicht die gewohnte Vollendung der Dar 
stellung aufweisen, es ist aber z. Zt. die einzige Möglichkeit, der Schiffahrt 
schneller als bisher auch hinsichtlich der Tiefenangaben berichtigte Karten 
zu liefern. Da die Aluminium-Maschinenplatten nur eine begrenzte Lebens 
dauer haben, so wird hierdurch die Fortführung der Original-Kupferstich- 
platten — abgesehen von den Seegebieten, in denen die Topographie des 
Meeresbodens sehr starken und schnellen Änderungen unterworfen ist — 
weder überflüssig, noch darf sie zurückgestellt werden. 
Versuche zur Ausarbeitung neuer technischer Hilfsmittel 
sind geplant, um die Erleichterung in der ausreichenden Versorgung der 
Schiffahrt mit berichtigten Seekarten zu schaffen. Leider kann jeder Fort 
schritt in dieser Richtung aus Mangel an Personal und Geld nur langsam vor 
sich gehen. 
Die derzeitigen Forderungen und Wünsche cler deutschen Hoch 
seefischerei wurden im Rahmen einer von der Deutschen Wissenschaft 
lichen Kommission für Meeresforschung abgehaltenen Sitzung und in zahl 
reichen Einzelbesprechungen und schriftlichen Erörterungen festgestellt. Plier- 
nach werden grundsätzlich Fischereikarten mit farbiger Darstellung der Boden 
beschaffenheit und einer dichten Folge farbig herausgehobener Tiefenlinien 
sowie Funkortungskarten gefordert, welche die Consolfunkfeuer — die 
früheren deutschen Sonnen — bequem für die Schiffahrtsortung auszuwerten 
gestatten, da diese mit einfachen Rundfunkgeräten empfangen werden 
können. Den vielfachen Wünschen wurde bisher mit der Herausgabe einer 
sechsfarbigen Neuauflage der „Fischereikarte der Nordsee“ (D 112 F) in zwei 
Blättern und mit einer fünffarbigen Neuausgabe der Funkortungskarte 
„Nordsee und Kanal“ (D 2651), in welche ein dichtes Interpolationsnetz für 
die Consolfunkfeuer Stavanger und Bushmills eingetragen wurde, entsprochen. 
Die Herausgabe weiterer Fischerei- und Funkortungskarten wird vorbereitet. 
2. Nautische Geodäsie 
Die immer stärker werdenden Nöte des Seekartenwerks ließen im Be 
richtsjahr die Gruppe Nautische Geodäsie ihre Aufmerksamkeit vornehmlich 
dem Seekartenwerk zmvenden. 
Es wurden das Netz und die Daten für die Eintragung der Consol 
funkfeuer Stavanger und Bushmills zu einer Übersichtskarte in gnomo- 
nisdier Projektion im Maßstab 1 : 15 000 000 berechnet. Ferner wurde im Zuge 
der Neuberechnung der durch die Kriegswirren verloren gegangenen Berech-
	        
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