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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 22 (1894)

180 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1894. 
lassen, um den langen und tiefgehenden Dampfern eine sichere Einfahrt zu 
ermöglichen. 
Im Jahre 1823 wurde das Leuchtschiff von Sandy Hook zuerst ausgelegt. 
Es erhielt damals eine Position, von der aus es für Segelschiffe leicht möglich 
war, den Einlauf bei Sandy Hook gut auszumachen. Jetzt hat es verlegt werden 
müssen. Grofse Dampfer haben allmählich den Handel von New York für sich 
monopolisirt und ihrem Verlangen, mit möglichster Sicherheit zu jeder Zeit ein- 
zulaufen, mul als berechtigt Rechnung getragen werden. Diese Dampfer sind 
vermöge ihres grofsen Tiefgangs auf die Einfahrt durch das Gedney-Fahrwasser 
angewiesen. Es mufsten daher alle schwimmenden Seemarken, welche seewärts 
von dem Einlauf ausgelegt waren, überall, wo es ausführbar war, in solche 
Lagen gebracht werden, welche diesen grofsen Fahrzeugen sicher und einfach 
den Weg zu dem Gedney-Fahrwasser bezeichnen. 
Die alte Position von Sandy Hook-Feuerschiff lag südlich und östlich und 
unter einem schiefen Winkel zu der Richtungslinie, welche durch das Gedney- 
Fahrwasser führt, so daß ein Dampfer, welcher das Feuerschiff anlief und nahe 
bei demselben passiren wollte, wie dies bei dickem Wetter nothwendig ist, von 
hier eine Kursänderung nach dem Gedney-Fahrwasser auszuführen hatte. 
Die Tonnen des Gedney-Fahrwassers konnten oft erst ausgemacht werden, 
wenn sie schon ganz in der Nähe waren, und häufig war beim Einlaufen in das 
Fahrwasser ein schnelles Legen des Ruders und schnelles Drehen des Schiffes 
nöthig, um recht die Mitte der Einfahrt zu treffen. Von langen Dampfern mit 
Einzelschrauben war dies bei kurzem Spielraum nicht immer ausführbar. 
Es kam daher nicht selten vor, daß an jeder Seite des Eingangs zum 
Gedney-Fahrwasser Fahrzeuge an Grund und in gefährliche Lage geriethen. Um 
diesen Uebelständen, welche die Ortsverhältnisse mit sich brachten, zu begegnen, 
wurde Sandy Hook-Feuerschiff im Jahre 1891 in nordöstlicher Richtung von 
geiner alten Position verlegt. Es liegt jetzt recht in der Richtungslinie, welche 
durch das Gedney-Fahrwasser führt, und etwa 5 Sm seewärts von den Spieren- 
tonnen für die elektrische Beleuchtung. Von der neuen Position des Feuerschiffs 
können Dampfer mit geradem Kurse ohne grofse Drehung recht auf die Einfahrt 
vom Gedney-Fahrwasser zusteuern. 
Die Heultonne vor dem Gedney- Fahrwasser wurde gleichfalls in die 
Richtung der Achse des Fahrwassers gelegt. Da die Ansegelungstonne des 
Gedney-Fahrwassers nicht erleuchtet, also für einlaufende Schiffe bei Nacht ein 
Hindernifs war, so wurde sie entfernt und eine grofse erstklassige spitze Baken- 
tonne und eine erstklassige Spierentonne an jeder Seite von dem Einlauf see- 
wärts dicht bei den äufseren Spierentonnen für die elektrische Beleuchtung als 
Tagesmarken ausgelegt. Diese eisernen Tonnen kennzeichnen die Einfahrt zu 
dem Fahrwasser, wenn die Spierentonnen bei starker Ebbe und nordwestlichen 
Winden tief niedergedrückt sind. 
Das Scotland-Feuerschiff wurde gleichfalls eine kurze Strecke weit nord- 
östlich nahe in die Achse des „Südlichen Fahrwassers“ und der Swash-Einfahrten 
verlegt. Mehrere Ergänzungstonnen wurden an Flynn’s Knoll entlang und um 
dessen Südwestspitze herum ausgelegt, um diese gefährliche Strecke auch bei 
dickem Wetter sicherer passirbar zu machen. Eine vollständige Aenderung in 
der Auslegung der Tonnen im ganzen Distrikt wurde vorgenommen, und nach den 
gesetzlichen Bestimmungen in den Vereinigten Staaten wurden spitze Tonnen, 
welche beim Einlaufen von See an St. B. zu lassen und stumpfe Tonnen, welche 
einlaufend an B. B. bleiben, ausgelegt. Die Bezeichnung aller Tonnen durch 
Zahlen wurde neu revidirt, so dafs es jetzt möglich ist, sie beim Vorbeifahren 
sicher und schnell auszumachen. 
Veränderungen auf der Landstation. Da die Dampfbarkasse „Bouquet“ 
sich für den Wintergebrauch bei Sandy Hook als zu klein erwiesen hatte, 8o 
wurde sie abgegeben und an ihrer Stelle eine andere Barkasse vom Dampfer 
„Almeria“ eingestellt, 
Im Laufe des Jahres wurde auf der Nordwestecke von Sandy Hook ein 
Thurm für ein Glockennebelsignal erbaut, und die Wärter der Tonnenstation 
wurden mit der Wartung gegen eine besondere Entschädigung beauftragt. 
Die Reparaturen sind auf der Station gröfstentheils selbst gemacht 
worden. Das Untersuchen der Kabel, der Kessel und der Maschine, das An-
	        
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