accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 22 (1894)

Knipping: Allgemeines über die Stürme des Stillen Oceans. 175 
£in kleiner Wirbelwind an Bord wird von Kapt. Grube, Bark „Theodor“, 
J..No. 3443 wie folgt beschrieben. Südlicher Atlantischer Ocean. 1890, 21. April. 
41° S-Br, 35° W-Lg. Um 2ha still, 4* a Nördlich 4, 6a Nord 4, 8% a NNE 3-—5. 
„Hatten bei Tagwerden eine Art Wirbelwind. Die Luft sauste aus allen Rich- 
tungen durcheinander und war sehr zerrissen; bald waren die Segel back und 
dann wieder voll (differirte 12 bis 16 Strich). Merkwürdiges Phänomen.“ Um 
Mittag lief der Nordnordostwind westlich, abends nördlich und nordwestlich. 
Das Einfallen der Böen von oben wird durch folgende Beobachtung 
erklärlich. Das Schiff „Parchim“ befand sich 1890 am 1. Januar in 41° S-Br, 
59° W-Lg an der Ostküste Patagoniens und steuerte bei Nordwestwind SWzS- 
Kurs, Kapt. Früdden berichtet dann: „Beobachteten von 4* bis 7? a die merk- 
würdige Erscheinung, dafs oben bis zu den Obermarssegeln frische Brise herrschte, 
obgleich man an Deck kaum Zug wahrnehmen konnte und die Untermarssegel 
and Untersegel lose an den Masten niederhingen, das Schiff dabei 8 Sm durchs 
Wasser lief.“ 
Hier haben wir auf einer Strecke von 24 Sm bis zur Untermareraa nahezu 
Windstille. und darüber so viel Wind, dafs „Parchim“ allein mit Obermars-Bram- 
segeln u, s, w, doch noch 8 Knoten läuft, Man braucht sich nur diese Trennungs- 
Aäche zwischen Windstille und frischer Briese bis über den höchsten Flaggen- 
knopf erhoben, das Schiff darunter in Windstille treibend und dann einen Theil 
der Fläche plötzlich gesenkt zu denken, so hat man schon eine Böe, welche beim 
ersten Stofßs die kleineren Segel wahrscheinlich mitnehmen würde. 
Die elektrische Beleuchtung des Gedney-Fahrwassers. 
Einlauf nach New York. © 
Von Korv.-Kapt. z. D. DARMER. 
(Hierzu Tafel 4 und 5.) 
Seit mehreren Jahren sind im Einlauf zum Hafen von New York auf der 
Barre vor Sandy Hook Versuche zu einer elektrischen Beleuchtung gemacht und 
dem Anscheine nach im vergangenen Jahre mit solchem Erfolg ausgeführt worden, 
daß ein Passiren der gefährlichen Barre, selbst für die gröfsten Schiffe, unter 
allen Umständen für die Nachtzeit als völlig gesichert angesehen werden kann. 
In der tiefsten Einfahrt nach New York, dem Gedney-Fahrwasser, welches etwa 
3 Sm ostnordöstlich von Sandy Hook liegt, sind sowohl an der Nord- als an der 
Südseite des bezeichneten Fahrwassers je drei Spierentonnen ausgelegt worden, 
von welchen die an der Nordseite ein rothes, die an der Südseite ein weifses 
elektrisches Licht zeigen. Je eine rothe Tonne liegt einer weißen im Abstande 
von 866 m (1200 Fufs englisch) gegenüber, und der Abstand der Tonnen von 
einander in ostwestlicher Richtung beträgt 610 m (2000 Fufs engl.). Es ist ein- 
leuchtend, dafs die Bezeichnung der gefährlichen Fahrt über die Barre von Sandy 
Hook durch elektrische Lichter, die in so geringen Abständen von einander 
liegen, einen genügenden Anhalt für die Navigirung gewährt, selbst dann, wenn 
atwa eine oder die andere der Spierentonnen ihren Dienst durch Verlöschen des 
Lichtes versagen sollte. Bei der Wichtigkeit, welche die neue Beleuchtung vor- 
aussichtlich auch für europäische Länder zur Bezeichnung gefährlicher Fahr- 
wasser ‚haben dürfte, erscheint es wünschenswerth, Näheres hierüber bekannt zu 
geben, und so benutze ich einen Bericht, welcher in dem Jahresbericht an den 
Staatssekretär des Schatzamtes zu Washington für 1891/92 vom Lighthouse Board 
erstattet worden ist, zur Darstellung des Nachstehenden: . 
Die Versuche zu der elektrischen Beleuchtung im Gedney-Fahrwasser sind 
von dem Lieut. Commander Ch. West, dem Assistenten des Inspektors des 
5) Durch besondere Umstunde ist der Druck dieses Artikels verzögert worden. 
D. Red.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.