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Full text: Jahresbericht 1965

Jahresbericht'Kr. 20/1965 
Seite 42 - 
Der Leiter der Abteilung Nautische Veröffentlichungen, HE Kapt. Memmen, 
referierte über die Probleme, die zur Zeit bei den Seehandbüchern und dem 
Leuchtfeuerverzeichnis bestehen. Er ging zunächst auf die 46 deutschen See 
handbücher ein, deren Erneuerung in den letzten Jahren unter Mithilfe der 
vielen freiwilligen Mitarbeiter des Instituts erfreuliche Fortschritte ge 
macht hätte. Das Seehandbuchwerk sei indes bei der Überprüfung des DHI 
durch den Bundesbeauftragten für die Wirtschaftlichkeit in das Blickfeld 
der Kritik geraten. Die Seehandbücher, so führte er aus, hätten eine lange 
Entwicklungsgeschichte und würden auch künftig wichtige Funktionen erfül 
len, indem sie eine Zusammenschau aller nautischen Einzelangaben brächten, 
die heute auf zahlreiche Spezialveröffentlichungen verteilt seien. Gerade 
die zusammenhängenden Texte des Seehandbuchs ermöglichten am besten eine 
elastische Anpassung des Inhalts an die Bedürfnisse der verschiedenen 
Zweige der Schiffahrt. Er wies ferner auf die Schwierigkeiten beim Lesen 
eines fremdsprachigen Seehandbuchs hin, die viel größer seien als die beim 
Gebrauch einer fremden Seekarte. Eine vom Vorsitzenden vorgenommene Ab 
stimmung ergab die einhellige Zustimmung des Ausschusses für die Weiter 
führung der Seehandbücher in der bisherigen Form. Die Beiratsmitglieder 
waren darüber hinaus bereit, bis zum 31.1.1966 schriftlich Stellung zu 
nehmen zu den Fragen, ob das deutschsprachige Seehandbuchwerk nicht nur 
für die kleine, sondern auch für die große Fahrt bestehen bleiben soll 
und ob die bisherige Larstellungsform der Seehandbücher an Stelle einer 
tabellarischen mit Stichworten weiterhin für zweckmäßig gehalten wird. 
Im Anschluß an die Ausführungen über das Seehandbuchwerk ging HE Memmen 
auf die weitgehenden Eeformpläne für das Leuchtfeuerverzeichnis ein, das 
in seiner jetzigen Form seit 1921, aufgeteilt in die Teile I - XII, jährlich 
herausgegeben wird. Die beabsichtigten Reformen bezögen sich auf die Neu 
aufteilung einiger Teile des Lfv., Einführung eines neuen Druckverfahrens 
und Vereinfachung der tabellarischen Darstellung, um die Kosten für Satz 
und Druck zu senken. Den Beiratsmitgliedem waren längere Zeit vor der 
Sitzung die Vorschläge für die Umstellung des Lfv. zugegangen. Aus ihnen 
war zu entnehmen, daß bereits durchgeführte Eationalisierungsmäßnahmen das 
Steigen der Zahl der aufgenommenen Leuchtfeuerpositionen verzögern aber 
nicht verhindern konnte. Nicht aufzufangen waren die jährlich steigenden 
Herstellungskosten um etwa 5 bis 7$. Die aus diesem Grunde entwickelten 
Pläne des DHI sehen eine Senkung der Herstellungskosten vor, ohne dabei 
den Wert des Lfv, herabzusetzen. An Hand einiger Probedrucke wurden die 
vorgelegten neuen Formate mit den Entwicklungen der hydrographischen 
Dienste anderer Länder verglichen und weitere Fragen der Umstellung erör 
tert. Eine Klärung der Einzelfragen konnte nicht erzielt werden. Es wurde 
ein Unterausschuß gebildet, der über die Einführung eines neuen Formats 
beraten soll.
	        
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