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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1894,
Von anderen Vorbedingungen abgesehen und unter sonst gleichen Ver-
hältnissen ist die Neigung zur Bildung gröfserer Wirbel zwischen 10 und 20°
Breite dreimal stärker als zwischen 0 und 10° Breite; auf der Linie selber Null.
7 Nicht zu verwech-
seln mit der absoluten
Drehung ist der
Sinn der Drehung
an Bord. Inden Figuren 1
und 2 ist‘ die Bahn der
Mitte des Wirbels an-
gegeben. Das Schiff im
Gelben Meere, welches
zur Zeit Nordost-Sturm
beobachtet, wird beim
Fortschreiten des Wirbels
nach Norden den Wind
annähernd so bekommen,
wie er zur Zeit schon
aufßserhalb Shanghai und
Ningpu ist, d. h. Nord,
später NW; der Sinn der
Drehung für das be-
2] treffende beigedreht ge-
dachte Schiff ist dann:
NE—NW, d. h. Nordbreite, auf der linken Seite der Bahn, linksherum.
Ein anderes Schiff, eben aufserhalb Nagasaki, zur Zeit mit Ostsüdost-Sturm,
bekommt beim Fortschreiten des Wirbels nach Norden den Wind, welcher auf
demselben Meridian, nur weiter südlich, schon jetzt herrscht, d. h. Südwind; der
Sinn der Drehung für dieses Schiff ist dann:
HSE—S, d. h. Nordbreite, auf der rechten Seite der Bahn, rechtsherum.
Bestimmen wir in ähnlicher Weise für „Beaumanoir“ und „John S’Lane“
den Sinn der Drehung an Bord bei Südkurs des Wirbels, so bekommen wir:
\ NE—NW, d. h. Südbreite. auf der linken Seite der Bahn, linksherum,
und:
SE—SW, d. h. Südbreite, auf der rechten Seite der Bahn, rechtsherum.
Der Sinn der Drehung an Bord ist also unabhängig von der Breite, nur
abhängig von der Lage zur Bahn. Es gilt demnach für Nord- und Süd-Breite
allgemein: die Drehung an Bord — bei beigedrehtem Schiff — geht mit der
Seite der Bahn des Wirbels, Linke Seite — linksherum, rechte Seite —
rechtsherum.
Form der Wirbel. Zur Beurtheilung der Form der Wirbel eignen sich
am besten die Isobaren, welche in den oben erwähnten Figuren von 5 zu 5 mm
eingetragen sind. Beide Beispiele weisen für den inneren Theil des Wirbels
eine langgestreckte, elliptische Form auf, wie sie bei allseitig ausgebildeten
Wirbeln am häufigsten ist. Es kommen aber auch fast vollständig kreisförmige
Isobaren vor wie in Figur 3. Der Durchmesser betrug in diesem Falle 300 Sm;
die Abweichung von der Kreisform ist unmerklich. So regelmäfsige Wirbel
Jarf man am ehesten in See erwarten, wenn ihre Orteveränderung gering, ihre
Ausdehnung nicht zu grofs und die Vertheilung der Temperatur, Feuchtigkeit,
sowie der anderen bestimmenden Faktoren um den Wirbel sehr gleichförmig ist.
Auf der anderen Seite wird man, besonders in Stürmen höherer Breiten, auf
sehr unregelmäfsige Isobaren gefafst sein müssen, so dafs Sturmwinde nur in
einem Theile des Wirbels auftreten. Ein derartiges Beispiel bieten die meist
einseitig entwickelten Winterstürme der Nordwestküste Amerikas zwischen 30°
und 50° N-Br aus SE bis Süd. Geht der Wind in denselben nach SW oder
West, so flaut er meist ab; d. h., so lange die Isobaren eines Wirbels hier der
Küste annähernd parallel laufen, liegen sie dicht bei einander und sind von
stürmischen Südsüdost-Winden begleitet, sobald aber das zugehörige barometrische
Minimum ausweicht und die Isobaren nicht mehr parallel der Küste laufen,
treten sie weiter aus einander. und die Winde flauen ab.
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