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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 22 (1894)

154 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1894. 
Reise, in einem Gebiet von Mallung und Windstille; wir beobachteten fortwährend 
westliche Versetzung und gelangten infolge dessen am 2 Januar 1894 nach 
53° 10‘8-Br in 86° 56‘ O-Lg. Hier wurden die Winde etwas frischer, und es stellte 
sich am selben Tage der westliche Monsun ein; auch hatte jetzt der westliche 
Strom ein Ende. 
Bei frischem Monsun, welcher häufig in Böen auftrat, überschritten wir 
am 4. Januar die Linie in 88,9° O-Lg und steuerten jetzt Kurs für die Durchfahrt 
zwischen den Nicobaren und Sumatra, doch holte der Wind durch Nord zu früh 
auf NE, so daß ich diese Route aufgab und nach NW segelte. Zwischen den 
Nicobaren und Andamanen war der Wind mitunter recht Ost und wehte zeitweilig 
in Stärke 6 und 7, weshalb ich auch nicht durch den Zehn Grad-Kanal ging. 
Am 13. Januar stand „Mona“ in 15° 57‘ N-Br und 88,5° O-Lgy, wo zum ersten 
Mal gewendet wurde, um jetzt nach Ost aufzukreuzen. Am 16, Januar passirten 
wir in Sicht und nördlich von Table Insel-Feuer. In der Nacht vom 19. zum 
20. Januar passirten wir Krishna shoal-Feuerschiff; Wind während der ganzen 
Zeit sehr leicht und umlaufend zwischen NNW und NE. Am 21. Januar um 
3" p ankerten wir wegen einsetzender Ebbe ungefähr 12 Sm südlich von China 
Bakir-Feuerthurm, gingen dann abends um 9* bei leichtem Nordwestwinde und 
Stauwasser wieder Anker auf und ließsen um 11" 15” p wieder den Anker fallen, 
als China Bakir NWzW peilte. — Reisedauer von Santos 73 Tage, davon 17 Tage 
von der Linie bis zum Rangun-Flufß. 
Guantanamo, Cuba. 
Die an der Südküste von Cuba gelegene Stadt Guantanamo liegt von 
ihrem Hafenorte Caymanera ungefähr 15 Sm landeinwärts und ist mit demselben 
durch eine Eisenbahn verbunden, auf welcher der Weg von einem Orte zum 
anderen in 35 Minuten zurückgelegt wird. 
Bei der Ansegelung von Caymanera von Osten halte man sich in 2 bis 
3 Sm Abstand von der Küste. Alsdann wird man die Einfahrt, die 2 Sm breit 
ist, nicht verfehlen, zumal das Land an der Ostseite ziemlich (ungefähr 100 m) 
hoch ist und steil abfällt. Man achte darauf, daß man mit dem Strome, der oft 
mit einer Fahrt von 2 Knoten nach Westen setzt, nicht vorbeitreibt, weil dies 
immer zu großem Zeitverlust führt. Die schwedische Bark „Havilah“, welche 
zu weit nach Westen gerathen war, gebrauchte, um von Santiago de Cuba, eine 
Distanz von 30 Sm, wieder aufzukreuzen, nicht weniger wie fünf Tage. Um ein- 
zusegeln, bringe man die Ostseite der Einfahrt in NzW'/2W und passire sie in 
2 bis 3 Kbllg. Abstand. Den Kurs NzW!/,W beibehaltend, wird man voraus bei 
Fisherman Point eine rothe Tonne sehen; dieselbe mufs an St. B. bleiben. Sie 
liegt auf 17 Fuß Wassertiefe; bei dieser Tonne kommt der Lootse an Bord, der 
das Schiff dann in den Hafen bringt. 
Der Hafen von Caymanera ist ausgezeichnet, ganz von Land eingeschlossen, 
and der Ankergrund, blauer Thon, hält ganz vorzüglich, so sehr, dafs man selbst 
Mühe hat, auf einer Wassertiefe von 4 Fad. den Anker wieder aufzunehmen. 
Leider ist dieser Hafen nur für Schiffe von nicht mehr als 16 Fuß Tiefgang ge- 
eignet. Tiefergehende Schiffe müssen den Rest ihrer Ladung bei Fisherman 
Point einnehmen, was sehr zeitraubend ist. In Caymanera befindet sich eine 
Landungsbrücke, an der Schiffe bis zu 13% Fulfs tief laden können. „Adonis“* 
nahm daselbst in drei Tagen 3700 Säcke Zucker ä& 300 Pfund englisch ein und 
kam damit auf einen Tiefgang von 14 engl. Fufs. Das ist aber entschieden zu 
viel. Wir mußten, um von der Brücke abzukommen, einen Anker mit 90 Fad. 
Kette ausbringen und hatten dann das Schiff einen Fufs durch den Mudd zu 
hiewen. Da nach meiner Chartepartie etwaige Leichterkosten vom Schiffe ge- 
tragen werden mufsten, suchte ich an der Brücke soviel wie möglich Ladung ein- 
zunehmen. Der Leichterlohn, 10 Cents für den Sack Zucker, ist sehr hoch. 
Von Kapt. H. OS8SENBRÜCK. Bark „Adonis“,
	        
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