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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 22 (1894)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1894. 
Tour viermal jährlich hin und zurück mache, habe ich diese Erscheinung in so 
auffälliger Weise noch nie beobachtet. 
Journal D. 2171. Dampfer „Baltimore“, Kapt. H. Hashagen. 1893 
Februar 9 in 21,7° N-Br und 20,8° W-Lg: Leicht bewölkter Himmel; viel Sand 
in der Luft und daher die Kimm sehr diesig. Wind NEzE 6. 
Journal D. 2168. Dampfer „Lissabon“, Kapt. P. Holm. 1893 Februar 10 
in 14,5° N-Br und 25,6° W-Lg: Unsichtige, sehr diesige Luft; es fiel Wüsten- 
staub auf das Schiff. Wind NEzE 3. Der Staubnebel begann schon am 8. Februar 
in 6° N-Br und 28° W-Lg und hielt an bis zum 13. in 23° N-Br und 21° W-Lg. 
Journal D. 2198. Dampfer „Gera“, Kapt. G. Thumann. 1893 Februar 10 
auf 19,9° N-Br und 19,6° W-Lg: Von 24° N-Br her (am 9, Februar) sehr 
diesige Kimm; morgens bemerkten röthlich gelben Staub auf den Wanten und 
sonstigen Gegenständen. Während des ganzen Tages Niederschlag von Wüsten- 
staub und diesiges Wetter. Himmel wolkenlos, Wind ENE 5. 
Februar 11 auf 15,7° N-Br und 21,4° W-Lg: Wüstenstaub, diesige Kimm; 
Wind ENE 3. 
Februar 12 auf 11,3° N-Br und 23,2° W-Lg: Bemerkten noch immer Fall 
von Wüstenstaub, nachmittags jenseits 10,5° N-Br jedoch nicht mehr. Wind 
NE 3. Das Wetter bis zum 13. in 6° N-Br, wo zugleich der Passat sein 
Ende findet, sehr diesig. 
Journal D. 2170. Dampfer „Curityba‘‘, Kapt. A. Birch. 1893 Februar 12 
in 15,5° N-Br und 21,7° W-Lg: Von 9° N-Br her (seit dem 10.) sehr diesige 
Luft. Morgens bemerkten, dafs die Takelung und Decksgegenstände mit grauem 
Staub bedeckt waren. Wind NNE 3. 
Journal D. 2176. Dampfer „Petropolis“, Kapt. E. Jaegermann. 1893 
Februar 23 in 19,0° N-Br und 22,0° W-Lg: Morgens fanden wir die Windseite 
aller Gegenstände an Deck mit einem gelblichen Staube bedeckt; Wind ENE 4. 
Der Dampfer hatte durch das ganze Passatgebiet, dessen Südgrenze er am 
18. Februar in 4° N-Br und 29,5° W-Lg überschritt, diesiges Wetter bei frischer 
Briese aus NE. Nach dem Staubniederschlag wurde es klar. 
Journal S. 3994. Bark „Eilbek“, Kapt. M, Schoemaker. 1893 Juli 3 
in 13,5° N-Br und 30,5° W-Lg: Sämmtliche weils angestrichenen Gegenstände 
sind im Laufe der letzten 24 Stunden an der dem Winde zugekehrten Seite 
gelbbraun geworden. Wind NNE 4, seit dem‘ vorhergehenden Tage sehr 
diesiges Wetter. 
Journal S. 4110. Schiff „Schliemann‘“, Kapt. C. Sander. 1893 Juli 18 in 
34,0° N-Br und 39,1° W-Lg: Feiner röthlicher Staub auf dem Wasser; Wind SE 2. 
Es ist aus dem Journal nicht recht ersichtlich, ob es sich hier auch um 
Staub handelt, der aus der Luft gekommen war. War Letzteres der Fall, so ist 
die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, dafs auch er aus der Sahara stammte, in- 
dem er zunächst vom Passat nach Westen und dann von den südöstlichen Winden 
anwller Westseite des vorhandenen Luftdruckmaximums nach NW bis zum Beob- 
achtungsorte geführt wurde. Im östlichen Theile des Passatgebietes fand um 
diese Zeit freilich kein Staubfall statt, aber das Wetter war mehrere Tage hin- 
durch zwischen 25° und 15° N-Br äußerst diesig, ein Zeichen, dafs viel Staub 
in der Luft war, und der Wind war so östlich, dafs der Staub weit nach West 
auf den Ocean hinausfliegen konnte. Der Beobachtungsort liegt weit aufserhalb 
des gewöhnlichen Verbreitungsgebietes der Staubfälle und reichlich 1300 Sm von 
der afrikanischen Küste. Ein ähnliches weites Verfliegen bis in die Gegend 
westlich der Azoren wurde indessen auch sehon vom Dampfer „Holsatia“ be- 
richtet, auf welchem am 1. Juli 1887 in 40.9° N-Br und 37.6° W-Lg Niederschlag 
von Wüstenstaub stattfand. 
“ Journal S. 4025. Bark „Magnet“, Kapt. Lilienthal. 1893 August 9 in 
20,3° N-Br und 32,9° W-Lg: Gelblicher Niederschlag aus der Luft, wodurch die 
weiße Farbe an Deck ganz gelb wird. Wind ENE 4. 
Journal D. 2306. Dampfer „Curityba‘“, Kapt. A. Birch. 1893 August 13 
in 23,7° N-Br und 18,3° W-Lg: Bemerkten bei Tagesanbruch, dafß das Tauwerk 
sowie sonstige an Deck befindliche Gegenstände mit einer Kruste von feinem 
gelben Sand überzogen war. Wind NE 1. 
Journal D. 2337. Dampfer „Patagonia“, Kapt. J. G. v. Holten, 1893 
August 14 in 185° N-Br und 22,1° W-Lg: Von 26° N-Br her diesiges, zuletzt
	        
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