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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1894.
Wie man sieht, wird auch hier angerathen, auf dem ersten "Theile des
Weges nicht ostwärts über die angegebene Route hinaus zu gehen, sondern
lieber westlich davon zu bleiben. Nur möchte es nach den Erfahrungen der
letzten beiden Jahre, in welchen das so aufserordentlich massenhaft auftretende
Treibeis ungewöhnlich weit nach Norden und Westen vordrang, rathsam sein,
diesen ersten Wegesabschnitt, wo die Eisgefahr droht, etwas weiter zu rechnen,
anstatt bis 50°, bis 45° S-Br. VUebrigens ist den besonderen Umständen, welche
in den letzten zwei Jahren auf dem Südatlantischen Ocean herrschten und die
in den Anweisungen im Segelhandbuch, denen unsere frühere Kenntnifs der Eis-
verhältnisse zu Grunde gelegt ist, natürlich noch nicht berücksichtigt werden
konnten, in den späteren schriftlichen Segelanweisungen der Seewarte sowohl
als auch in den verschiedenen, in diesen Annalen von ihr veröffentlichten
Berichten über das Treibeis stets Rechnung getragen und den Schiffern immer
anempfohlen worden, sich auf dem Wege von Kap Horn nach Möglichkeit west-
lich zu halten. ?)
Mit der Wahl von St. B.-Halsen bei Nordwind und tiefem, wenig sich vor-
änderndem Barometerstand handelte Kapt. Hilgendorf ganz im Sinne der Segel-
anweisungen der Seewarte, welche dem Schiffsführer keine festen Routen vor-
zeichnet, sondern ihm empfiehlt, bei der Wahl seiner Kurse stets die vorhandene
Wetterlage in Betracht zu ziehen.
Staubfälle im Passatgebiete des Nordatlantischen Oceans.”
Zur Vervollständigung früherer Zusammenstellungen werden nachstehend
die nach der letzten Veröffentlichung bei der Seewarte noch eingegangenen
Berichte über Staubfälle aufgeführt.
Journal D. 1624, Dampfer „Bahia“, Kapt. J. Behrmann. 1891 Februar 20
in 224° N-Br und 19,8° W-Lg: Morgens sämmtliche dem Winde ausgesetzte
Gegenstände, als Tauwerk etc., mit einer hellbraunen Staubschicht überzogen.
Wind NE 4, das Wetter von den Kapverden her sehr heierig.
Journal S. 3621. Viermastschiff „Hera“, Kapt. 0. Romberg. 1891 Mai 13
in 4,5° N-Br und 24,1° W-Lg: Die Oberfläche der See mit einer röthlich gelben
Staubmasse bedeckt. Das Schiff befand sich zur Zeit auf der Fahrt nach Norden
im Kalmengürtel, nahe der Südgrenze des Nordostpassats, der bald darauf frisch
aus NE bis NNE durchkam.
Journal S. 3627. Bark „Richard Rickmers“, Kapt. A. Schulze.
1891 Mai 26 in 10,5° N-Br und 29,1° W-Lg: Mäfsige Briese aus ENE, diesige
Luft; das Takelwerk bedeckt mit rothem Staub.
Mai 28 in 15,0° N-Br und 32,1° W-Lg: Die ganze Takelung sowie die
Verschanzungen mit röthlichem Staube bedeckt; diesige Luft bei frischer Briese
aus ENE.
Journal S. 3775. Schiff „Christine“, Kapt. F. Warnke. 1891 Juni 21
in 24,9° N-Br und 21,3° W-Lg: Bei Tagwerden gewahrten, daß das Deck überall
voll Staub, wie Asche ähnlich war. Unbeständige, böige Briese aus NE bis SE,
Journal D. 1748. Dampfer „Patagonia“, Kapt. J. G. v. Holten. 1891
August 15 in 27,5° N-Br und 16,9° W-Lg: Wind NNE 5, sehr diesige Luft; am
Morgen waren Taue und Reelingstützen an der Windseite mit einer gelben,
erdigen Masse bedeckt. Mittags ankerten jm Hafen von Santa Cruz, Teneriffa.
Journal S. 3754. Schiff „Wilhelm“, Kapt. W. Wilmsen. 1891 Dezember 16
auf 26,1° N-Br und 38,6° W-Lg: Windstille und ruhige See; auf dem Wasser
treibt röthlicher Staub.
1) Vgl. diese Annalen, Jahrg. 1892, S. 221 und 287, und 1893, S. 42, 154, 265 und 427. Der
betreffende Passus auf S. 265 im Juliheft für 1893 lautet: „Mit dem Datum des letzten Berichts
ist es bereits ein volles Jahr geworden, dafs der südwestliche Theil des Atlantischen Oceans von
einer ungewöhnlich grofsen Kistrift besetzt gewesen ist, und die Massenhaftigkeit des jetzt vor-
handenen Eises sowie die kolossale Gröfse der einzelnen Berge und Inseln machen es wahrscheinlich,
dafs dieser Zustand noch Monate lang andauern wird, Schiffe, welche rund Kap Horn zurückkehren,
sollten deshalb auch in der Folgezeit noch grofse Vorsicht anwenden und sich bis nach 45° S-Br,
wenn es der Wind gestattet, sehr westlich halten.“
2) Siehe diese Annalen, Jahrg. 1886, S. 69 und 113, 1888, S. 145, 1889, S. 450, und
1891, S. 313.