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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 22 (1894)

Dinklage: Treibeis in südlichen Breiten. 
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Theil und auch schmaler; auch schien die Ausdehnung von SO nach NW kleiner 
zu sein als die uns zugekehrte, in Südwest-—Nordostrichtung verlaufende Seite, 
Wir passirten die Insel in ungefähr 4 Sm Entfernung; kaum war dieselbe aus 
Sicht, als wir um 9a im Osten eine noch gröfsere Kisinsel erblickten. Dieselbe 
war der ersteren ganz ähnlich, die gleichen dunklen Wände und oben die gleiche 
weiße, ebene Schneedecke. Ebenso war das nördliche Ende wieder etwas höher. 
Auch die Höhe war dieselbe; die Ausdehnung der uns zugekehrten Seite mochte 
aber wohl 3 Sm betragen. Die Ausdehnung in der Richtung NW—SO war 
nicht zu übersehen, da die Luft im Osten sehr trübe war. Letztere Insel passirten 
wir in 5 Sm Abstand. Nach Mittag — Position 47° 9‘ S-Br und 45° 48’ W-Lg 
— wurde es sehr schönes, klares Wetter, doch wurde kein Eis mehr gesehen. 
Bericht von Kapt. J. Danklefs vom Dreimastschoner „iris‘‘. 
Oktober 23, bald nach Mitternacht, auf 47° 4’ S-Br und 44° 5‘ W-Lg 
bemerkten große Eisberge oder vielmehr Inseln, die 20 Sm weit sichtbar waren. 
Um denselben auszuweichen, mufsten wir mehrmals den Kurs ändern. Fast ohne 
Ausnahme waren die Eisberge an der Nordseite hoch und schroff, während sie 
nach Süden schräg abfielen. In Lee trieben vielfach kleinere KEisschollen, die 
jedoch grofs genug waren, um einem Schiffe Schaden zufügen zu können. Von 
fern hatten mehrere Berge das Aussehen von Helgoland. Die Höhe war ver- 
schieden und schwankte zwischen ungefähr 12 und 60 m. Den letzten Kisberg 
passirten wir um 11% 30” 2 auf 46° 13’S-Br und 42° 31’ W-Lg. Die Temperatur 
des Wassers wurde mehrmals gemessen, doch konnten wir nicht finden, dafs die 
Nähe eines Eisberges Einflufs auf dieselbe ausübte. Schiff „Susanna“, Kapt. 
D. Gerdau, von Taltal nach Hamburg. 
Oktober 28, auf 46° S-Br und 46° 42‘ W-Lg 7 Eisberge, darunter einer 
von bedeutender Höhe und Größe. Schiff „Najade‘“, Kapt. Fischer. 
November 2, auf 47° 26‘ S-Br und 46° 54‘ W-Lg dichter Nebel, darauf 
wieder abklarend. Um 9*p erblickten einen Eisberg in Lee voraus, halsten und 
drehten bei. Wind NWzZW 4. Am 3. November gegen 4"a ging der Wind nach 
SW und frischte auf. Gegen 5%a erblickten denselben Eisberg von gestern, 
sahen in Lee desselben viele kleine Stücke und dicht bei dem grofsen Berge 
noch einen kleineren von ungefähr 15m Höhe. Die Höhe des grofsen Berges 
schätzten wir auf 45m. Schiff „Thekla“, Kapt. J. Hammer. 
November 4 und 7. Kapt. A. Walsen vom Schiff „Urania“ schreibt: 
„Auf der Rückreise von Iquique nach Falmouth erblickten wir, nachdem wir 
Kap Horn am 30. Oktober passirt hätten, am 4. November um 10" a in 52° 15 S-Br 
and 47° 47’ W-Lg einen grofsen Eisberg. Es wehte zur Zeit ein steifer west- 
licher Wind, bei welchem wir mit 10 Knoten Fahrt einen rw. Nordostkurs 
steuerten. Die Luft war bedeckt und häufig dick von Stauhregen. Wir passirten 
den Eisberg luvwärts in 4,5 Sm Abstand. Seine Höhe über Wasser betrug, wie 
zich durch Winkelmessung ergab, 90m. Die Gestalt war regelmäfsig, mit steilen 
Kanten und glatter Oberfläche, welch letztere uns zugeneigt war und blendend 
weiß aussah, als wenn sie mit Schnee bedeckt wäre. Als wir den Berg etwa 
dwars hatten, klarte es etwas ab, und wir sichteten ungefähr 8 bis 10 Sm in Lee 
noch eine zweite Eismasse, deren Länge ich auf mehrere Seemeilen schätzte. 
Auch diese erschien weifs, als wenn mit Schnee bedeckt, Bei scharfem Ausguck 
sahen wir vorläufig weiter kein Eis. Am 7, November, in 46° 6‘ S-Br und 
41° 50‘ W-Lg, hatten wir jedoch bei Tagesgrauen wieder einen Kisberg in Sicht. 
{m Verlauf des Vormittags passirten wir noch sechs weitere, von denen zwei so 
im Kurse des Schiffes lagen, daß wir ihnen aus dem Wege steuern mulfsten. 
Nachmittags zwischen 12" und 6% passirten wir auf Nordnordostkurs .noch acht 
Berge, vier an der St. B.- und vier an der B. B.-Seite, in 3 bis 10 Sm Abstand. 
Mehrere von diesen Bergen oder eigentlich Eisinseln hatten eine Länge von 3 
bis 5 Sm, bei einem Block stellte ich durch Messung des Höhenwinkels die Höhe 
zu 137 m fest. Ueberhaupt hatten die meisten Eisberge eine beträchtliche Höhe, 
denn wir versegelten von der Zeit, daß wir sie dwars hatten, 15 bis 25 Sm, 
ehe sie in der Kimm verschwanden. An zweien der Berge konnte man von oben 
noch ein sie umgebendes niedriges Eisfeld erkennen, welches mehrere Seemeilen 
Ausdehnung hatte. Etwa 8 Sm NW von uns sahen wir die Masten einer mit- 
segelnden Bark. Während der Nacht vom 6. zum 7. November hatte es stürmisch 
aus SW geweht. Die dadurch hoch aufgewühlte See brach sich gewaltig an den
	        
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