Neuere Veröffentlichungen,
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worden, Tab, 6 gibt eine Zusammenstellung dar-
über. Im Vergleich mit Saratow herrschen im
Transwolgaland der Typ des nördlichen Winters
ınd der Übergangstyp vor mit einigen starken
T’auwettern, die ordnungslos in den Wintern auf-
ıreten, Tab, 7 zeigt die einzelnen Jahre, nach
der Charakteristik der Winter ia vier Gruppen
geteilt,
Zusammenfassend kann man sagen, daß in
den letzten 21 Jahren im Transwolgaland haupt-
züchlich der nördliche Wintertyp vorherrscht,
charakterisiert durch ausdauernde Kälte und eine
unbedeutende Zahl der Tage mit Tauwetter, In
den Grenzen der Bewässerungszone ist die bekannte
Differenzierung vorhanden, die darin besteht, daß
in ihrem Norden der Typ des nördlichen Winters
vorherrscht, der sich allmählich nach Süden ver-
ändert, wo zwar der Übergangstrp zum nördlichen
Wintertyp vorherrscht, aber auch der südliche
Wintertyp und der Übergangstyp dazu Bedeutung
erlangt. Hedwig Stoltenberg,
Der Kugelblitz ist also ein stark elektrisiertes
Gemenge zerlegter, ilonisierter Qase, vorzugsweise
ron Stickstoff, Wasserstoff, Sauerstoff, aber auch
a kleinen Mengen von Ozon und Stickstoffoxyden.
Dieses Gemenge befindet sich in schwaunkendem
Gleichgewicht und kann daher aus verschiedenen
anbedentenden Ursachen explodieren, Nach Be-
rührung der Leiter kann es sich auch ruhig ent-
'aden, Der Kugelblitz macht ebenso wie der
Funkenblitz metallische Gegenstände magnetisch,
Das glühende Gasgemenge stellt sich als eine
Art Luftkugel dar, welche sich in der Richtung
ler vorhandenen, z. T. aus ihm selbst entstehenden
Luftströme fortbewegt, Das atmosphärische Ge-
wicht des Systerns erscheint dem der kalten atmo-
;phärischen Luft nahe, anders ist es schwer, sich
3ie oft beobachtete fast horizontale Fortbewegung
der Kugel zu erklären, Bei der hohen Temperatur
les Kugelblitzes kann man diese am wahrschein-
lichsten durch das Vorhandensein die Wolke po-
zitiver Ionen des Kernes zusammenpressender Kräfte
ron seiten der negativ geladenen Ionenuhülle der-
selben. Zusammensetzung erklären. Es entsteht ein
heller Schein, der aus feinen, sehr zugespilzten
Entladungskanälchen besteht, welche nach und
nach die Ladung des Kugelblitzes ganz zerstreuen.
Die Unebenmäßigkeit dieser Hervorragungen,
welche durch die veränderliche Leitungsfähigkeit
der Luft reguliert werden, führt zur Ungleich-
mäßigkeit ihrer Wärmeordnung und folglich zur
Drehung der Kugel selbst bei der Bewegung (Hin-
und Herrollen der Kugel), Die Nähe der mit der
Erde verbundenen Leiter, mit den von ihnen
ließenden Strömen von Elektrizität entgegen-
zesetzten (gewöhnlich negativen) Vorzeichens ruft
in Hervorstrecken der Kanälchen auf einer Seite
ler Kugel hervor und beschleunigt ihre Entladung,
Die „Flüchtigkeit“ der Kugel erklärt sich durch
ine gewisse Verdünnung der sie erfüllenden Gase,
Aus allem Gesapten folgt, daß wir den Kugel-
alitz auch als Fliegende gashaltige Leidener Flasche
jetrachten können, welche stark elektrisiert und
mit einem explosiven Gemenge angefüllt ist. Da-
mit stimmt folgendes überein: je enger die Ölffnun-
zen, durch welche der Kugelblitz hindurchgeht,
{der Grad seiner EEE desto größer
ist die Wahrscheinlichkeit der folgenden Explosion.
Nach Brand gehören 69% der Kug-lblitze
zur gelb-roten Gruppe und 16% setzen die Farben:
Blau, Grün und Violett zusammen, Diese Varıia-
äonen in der Färbung hängen wohl von der Tem-
peratur ab, bıs zu welcher das Gas erhitzt ist
and von dem Druck, unter weichem €& sich be-
findet, Entsprechend müßten Variationen auch im
Spektrum dieser Blitze sein,
Hedwig Stoltenberg,
B. Bücher- und Zeitschriftenschau.
a} Neue Bücher.
Wissenschaft], Ergebnisse der Deutschen nel, „Characteristie properties of North
Atlant. Expedition auf dem „Meteor“ American Air Masse“, by H. ©. Willet and
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teilung des Sauerstoffg, H., Wattenberg. Schuler, M. Nouvelles contribulions & U etude
Berlin: de Gruyter 1938. 132 58., 2 farb. Beil. du Pendule partiellement Equilibre de | Uni-
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blitze. „Meteorologia i Hydrologia“, Moskau
1936, Nr. 8, 8, 75—79, (Russisch.}
Die Experimente verschiedener Forscher zeigten
lie Möglichkeit des Zerfallens des Wassers in die
Elemente unter der Wirkung von Strömen hoher
Spannung (Funken) und darauf umgekehrt ihrer
Vereinigung mit der Bildung von Wasser, Dieser
Vorgang begleitet auch die Entstehung des ge-
wöhnlichen Blıtzea und erscheint als Hauptursache
4er Entstehung des Donners, der als lang der
durch das Echo komplizierten Explosion des Knall-
zases erscheint und nicht nur der schnellen ıher-
mischen Ausdehnung der Lutt, sonst wäre der
Klang viel schwächer. Dies wird auch bewiesen
Jurch die Entstehung der Funken in trockener,
aber nicht in feuchter Luft.
Außer Knallgas entstehen bei den elektrischen
Entladungen Ozon und einige Oxyde des Stick-
uoffes, wie unmittelbare Beobachtungen bei Ge-
wittern bezeugen, Besonders Ozon zeigt sich durch
len Geruch an. der von den meisten Augenzeugen
der Kugelblitze bemerkt wird. Ozon erscheint als
:;ehr explosiver Stoff. Der Zerfall geht plötzlich
vor sich mit der Bildung von gewöhnlichem Sauer-
:toff und mit der Absonderung einer sehr großen
Wärmemenge nach der Gleichung 20, — 30.
Dzon ist eine endothermische, schwankende, explo-
sive Verbindung,
Das Stickstoffoxydul, das sich durch unmittel-
oare Synthese bei den elektrischen Entladungen
nildet, löst sich ebenfalls bei der Explosion anf:
NO A HB, = Na H.0.