104 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1894,
Hafenmündung von Ymuiden und nur bei dazu geeignetem Wetter. Ist dieses
nicht der Fall, so wird der Baggerboden in der Briel’schen Maas gegenüber und
unterhalb Brielle gelöscht. Im Sommer 1888 ist eine Baggerung von 5 400 000 cbm
oder von 1800 000 cbm in einem Jahre vergeben, von welcher Masse mindestens
70 v. H. zwischen und aufserhalb der Dämme gebaggert werden müssen.
Für das Ausschütten dieser Baggermasse sind in See zwei Löschplätze
angewiesen. Von diesen befindet sich der eine seewärts von der äufsersten Gas-
boje, welche auf ungefähr 16 m Tiefe bei Niedrigwasser vor der Mündung des
Wasserweges, nahezu in der Verlängerung der Richtung des Seeendes des nörd-
lichen Dammes, liegt und zur Erkennung der Einfahrt für die Seeschiffe dient,
Der zweite Platz liegt mehr nordöstlich, nördlich vom nördlichen Damm und
näher der Küste, zwischen Monster und Terheyde, woselbst eine auf 9 m Tiefe
bei Niedrigwasser gelegte Boje die Stelle näher bezeichnet.
Die Baggerung in und vor der Mündung des Wasserweges geschieht
mittelst selbstladender Sandsauger, welche die gebaggerte Masse mit eigener
Dampfkraft nach den Löschplätzen verfahren. Beim Löschen bei der Gasboje
müssen die Baggerfahrzeuge südwärts längs der Boje fahren, und erst wenn diese
passirt ist, dürfen die Klappen geöffnet werden. Alsdann dampfen die Bagger
um die Boje in einer Richtung zwischen NO und NW mw. Beim Löschen
zwischen Monster und Terheyde mufs das Entleeren der Baggerfahrzeuge nörd-
lich der Linie: Boje in Monster SO mit dem Thurm der Kirche zu Hervorm
als Landmarke erfolgen. Die Klappen dürfen erst dann geöffnet werden, wenn
diese Linie passirt ist; das Löschen mufs darauf regelmäfsig vertheilt geschehen
und zwar auf weniger als 9m Tiefe bei Niedrigwasser, zu welchem Zwecke die
Baggerfahrzeuge nördlich von der genannten Linie und landwärts von der ge-
nannten Tiefenlinie um die Boje fahren, bis sie leer sind.
In Rücksicht auf die Schiffahrt ist die Bestimmung getroffen, dafs die
Gasboje seewärts wiederum in 16 m Tiefe bei Niedrigwasser zu verlegen ist, so-
bald durch das Löschen die Tiefe bis 15 m — N. W. abgenommen hat. Für das
Löschen zwischen Monster und Terheyde war im Interesse der Schiffahrt eine
solche Bestimmung nicht erforderlich.
Da seit Mitte August 1888 auf den beschriebenen Plätzen bedeutende
Baggermassen gelöscht waren, so erschien es rathsam, den Zustand derselben,
über welche inzwischen fortwährend Aufsicht geführt wurde, noch eingehender
kennen zu lernen. Zu dem Zwecke sind beide im Februar 1890 aufgenommen
und gepeilt, wobei noch zu bemerken ist, dafß beide Löschplätze gut 6'/2 km
von dem Seeende der Dämme der Mündung des Wasserweges entfernt sind.
Aus den Peilungen ergab sich, daß die geringste Tiefe des Löschplatzes
bei der Gasboje noch 17 m — N. W. betrug, so dafs der Seeboden nicht mehr
als höchstens 1 m aufgehöht war. Während seit Mitte August 1888 daselbst
800 000 cbm gelöscht waren, lagen im Februar 1890 nur noch ungefähr 70 000 cbm
über der Fläche von 18 m — N. W.
Auf dem Löschplatze zwischen Monster und Terheyde, welcher näher der
Küste und einigermafsen durch die Dämme des Wasserweges gedeckt ist, waren
im Februar 1890 innerhalb einer Entfernung von. 700 m von der Boje noch un-
gefähr 500 000 cbm von der 1060 000 cbm betragenden und seit Mitte August 1888
daselbst gelöschten Masse vorhanden. Mehr als die Hälfte war somit von den
Strömungen fortgeführt.
Nach den Tiefenlinien hat die Wegströmung offenbar in nördlicher Rich-
tung seewärts stattgefunden. Dies war auch mit einiger Gewifsheit vorauszu-
sehen, weil der Fluthstrom nördlich gerichtet und stärker als der Ebbestrom ist.
Die Ergebnisse der Untersuchungen sind sehr günstig zu nennen. Auf
dem Löschplatz bei der Gasboje kann das Schütten des Baggerbodens ohne
Nachtheil fortgesetzt werden, während das Ablagern bei Monster-Terheyde der
Schiffahrt keine Schwierigkeiten bereitet, weil dieser Löschplatz ganz außerhalb
des Kurses der Schiffe liegt. Die Wegströmung ferner, welche nachgewiesen ist,
war in dem Mafßse wohl zu erwarten; die Karte der Küste zeigt, wie diese im
Gegensatz zu derjenigen südlich vom Wasserweg vor und nördlich von den
Dämmen ganz gleichmälig ist und die Tiefenlinien in geringer Entfernung von
der Küste und parallel dazu regelmäfsig durchlaufen, wie ferner die feste Küste
von Holland durchgehend eine einbuchtende oder konkave Form zeigt, so dafß