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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 22 (1894)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1894. 
Die im Jahre 1885 veröffentlichten, nach den vorhandenen Beobachtungen 
entworfenen Karten der Seewarte lassen in dieser Beziehung grofsartige Vor- 
gänge erkennen, deren Erklärung bisher nicht versucht ist, deren Natur, Ursache 
und Mechanismus aber beim Experiment leicht zu durchschauen sind. ‘') 
Berlin, Februar 1894, 
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Ueber den Einflufs des Löschens von Baggerboden in See 
aufserhalb des Hafens von Ymuiden und vor der Mündung des 
neuen Rotterdamer Wasserweges auf die Tiefenverhältnisse des 
Seebodens. 
Von Baumeister voN HoRN in Hamburg. 
Eine in dem Februarheft der „Annales des Ponts et Chaussces“ 1888 ver- 
öffentlichte Abhandlung des Ober-Ingenieurs Eyriaud des Vergnes, betitelt: 
„Etude sur l’6tablissement et l’entretien des ports en plage de sable“, sagt u. A, 
in Bezug auf den Hafen von Ymuiden: 
„Die Erhebung, reichend bis zu einer Tiefe von 9m — N. W. (d. i unter 
Niedrigwasser), welche sich zwischen den Tiefenlinien von 12 und 13 m vor dem 
Hafeneingang befindet und dadurch entstanden ist, dafs man die Baggerprähme 
zu viel auf derselben Stelle und nur 1 km weit in See entleert hat, wird auf die 
Dauer für die Schiffahrt hinderlich werden.“ 
Diese auf die hydrographischen Karten von 1878 und 1883 gegründete 
Schlufsfolgerung hat Veranlassung gegeben, die über den Kinflufs des Löschens 
des Baggergutes außerhalb des Hafens von Ymuiden und vor der Mündung des 
neuen Rotterdamer Wasserweges nach dem Jahre 1883 gemachten Wahrnehmungen 
sowie die deshalb seitdem ergriffenen Mafsnahmen in den Verhandlungen des 
Königlichen Instituts der Ingenieure vom 8. April 1890 zur Sprache zu bringen. 
Es hat sich daraus ergeben, dafs die obige Schlufsfolgerung nicht mehr zutreffend 
ist, jedoch die Erfahrung noch weiteren Aufschlufs ergeben mufs bezüglich der 
Folgen, welche aus dem Löschen des Baggergutes in größeren Tiefen möglicher- 
weise noch entstehen können; dafs ferner zur Zeit keine einzige Untiefe in der 
Nordsee aufßserhalb des Hafens von Ymuiden vorhanden ist, welche den Zugang 
für die große Schiffahrt hindern oder erschweren kann und kein Grund zur 
Befürchtung vorliegt, dafs in der nächsten Zukunft der Hafen und die Mündung 
versanden oder für die grofse Schiffahrt weniger gut sich gestalten wird; dals 
endlich der Rotterdamer Wasserweg sich zur Zeit in einem ausgezeichnet guten 
Zustande befindet. 
Die Wichtigkeit des Gegenstandes sowie das allgemeine Interesse, welches 
man den beiden Anlagen an der sandigen und flachen Seeküste, namentlich in 
Bezug auf die Erhaltung der nothwendigen Tiefe für die grofse Schiffahrt, fort- 
dauernd entgegenbringt, dürften es angezeigt erscheinen lassen, das Ergebniß 
der Untersuchungen auch weiteren Fachkreisen zur Kenntnifs zu bringen. 
1. Der Sechafen von Ymuiden. 
Die Bedingungen der „Amsterdamer Kanalgesellschaft“ zur Herstellung 
des ellipsenförmigen Nordsee-Hafens zwischen den Hafendämmen bestimmten, dafs 
der durch Baggerung oder Abgrabung zu entfernende Boden auf mindestens 
3000 m Abstand von dem nächsten Punkte des Dünenfulses in See gelöscht 
1) So interessant die obigen Bemerkungen sind, welche mit einem Schlage Ordnung in ein 
sehr verwickeltes Bild zu bringen scheinen, so darf nicht übersehen werden, dafs das Verhältnils der 
Höhe zur Länge des Stromes im Versuch ein wesentlich anderes war als in der Natur. In den 
Passaten ist es, selbst wenn wir die mittlere Höhe derselben zu 6 km ansetzen, wie 1 zu mehr als 
1000, in den obigen Experimenten aber wie 1 zu kaum 3, D. Red,
	        
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